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Wieder mehr Unfallopfer auf den Straßen im Landkreis

Wismar Wieder mehr Unfallopfer auf den Straßen im Landkreis

Zahl der Verkehrsunfälle ist im vergangenen Jahr gestiegen / Elf Menschen starben und 149 wurden schwer verletzt

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Auf dieser digitalen Karte hat die Polizei sämtliche Verkehrsunfälle in Wismar und Umgebung dokumentiert. Daraus leitet sie Schwerpunkte für ihre Kontrolltätigkeit ab.

Quelle: Polizei

Wismar. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Nordwestkreis hat wie im gesamten Land wieder zugenommen. Die Polizeiinspektion (PI) Wismar registrierte im vergangenen Jahr 5264 Unfälle, das sind 295 mehr als 2014. Bei den meisten kam es nur zu Sachschäden. In 566 Fällen wurden Personen verletzt, elf tödlich und 149 schwer.

OZ-Bild

Zahl der Verkehrsunfälle ist im vergangenen Jahr gestiegen / Elf Menschen starben und 149 wurden schwer verletzt

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„Es macht uns betroffen, dass sich die gute Entwicklung aus dem Jahr 2014 nicht fortgesetzt hat“, sagte Matthias Reinick. Da zählte die Polizei erstmals seit Jahren weniger als 5000 Unfälle. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion stellte gestern die Statistik zur Verkehrssicherheitslage 2015 vor. Mit zwei tödlich Verunglückten und elf Schwerverletzten mehr eine ernüchternde Bilanz. „In der Konsequenz müssen wir unsere Polizeitätigkeit auf die Unfallfolgen konzentrieren und gegensteuern“, erklärte Reinick, zugleich Leiter der Führungsgruppe.

Gestiegen sind vor allem auch die Wildunfälle. Mit 1575 — das sind 178 mehr als im Jahr 2014 — beträgt ihr Anteil fast 30 Prozent. In der Regel kommen die Fahrer mit dem Schrecken davon.

Allerdings kann der Unfall tragisch enden, wenn sie dem Wildtier ausweichen und gegen einen Baum prallen. So geschehen im Dezember auf der Verbindungsstraße von Bobitz zur Bad Kleiner Kreuzung. Zwei Männer kamen hier ums Leben.

Verkehrsunfälle mit Fahrradfahrern waren 2015 rückläufig. 144 weist die Statistik aus, dabei verunglückten 117 Radfahrer, sieben weniger als im Vorjahr. „Die Folgen sind allerdings gravierend“, berichtete Matthias Reinick. Zwei Radfahrer starben und 20 wurden schwer verletzt. „Zweiradfahrer, auch motorisierte, sind ungeschützte Verkehrsteilnehmer. Stürzen sie, tragen sie meist schwere Verletzungen davon“, ergänzte Stefan Hentschke, Leiter Einsatz.

Bei den insgesamt 778 verunglückten Verkehrsteilnehmern in 2015 sieht der Vize-Polizeichef eine rückläufige Tendenz. Die Zahl betrage seit Jahren im Schnitt 760. „Allerdings haben schwere Unfallfolgen leider deutlich zugenommen“, sagte Reinick und verwies auf die elf tödlich Verunglückten und 149 Schwerverletzten.

Als Hauptunfallursachen kristallisieren sich das Nichtgewähren von Vorfahrt beziehungsweise Vorrang und überhöhte Geschwindigkeit heraus, gefolgt von Abbiegefehlern, Fahren unter Alkoholeinfluss und falschem Überholen. Daran orientiere sich die Polizei mit ihrer Verkehrsüberwachung. „Kontrollen werden wir insbesondere als Anhaltekontrollen durchführen, um ins Gespräch mit den Verkehrsteilnehmern zu kommen“, kündigte Matthias Reinick an. „Eine Kombination von Repression und Prävention.“ Nach Erfahrung der Polizeibeamten sei die Gesprächssituation akzeptierter, wenn sie unter anderem den Grund der Kontrolle erläutern, als „das reine Blitzen“. Zudem wirke die Botschaft länger nach. Hentschke ergänzte: „Wir dürfen Fahrzeugführer auch ohne Verdachtsmoment anhalten.“

Dabei würden dann auch Autofahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss erwischt. Laut Statistik ist die Zahl der Alkoholsünder rückläufig, während die im Drogenrausch zunimmt. „Deshalb sind wir strikt gegen die Legalisierung“, betonte Reinick, „weil wir die Folgen kennen.“ Die Polizisten würden sich fortbilden, „damit sie die Beeinflussung beweissicherer feststellen“, erläuterte Stefan Hentschke, „das heißt, im Gespräch mit dem Fahrer Auffälligkeiten oder Ausfallerscheinungen bemerken.“

Polizeikontrollen und Prävention

31345 Ordnungswidrigkeiten haben Polizeibeamte der PI Wismar im vergangenen Jahr festgestellt, davon waren 19789 Geschwindigkeitsüberschreitungen, 3605 Mal hatten Autofahrer beziehungsweise -insassen keinen Sicherheitsgurt angelegt, 384 Mal wurden Überholverstöße geahndet.

202 Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluss wurden durch Polizeikontrollen ertappt, diese Zahl ist gegenüber den Vorjahren rückläufig. Eine Zunahme hingegen ist beim Fahren unter Drogeneinfluss festzustellen.

125 durch Drogen berauschte Verkehrsteilnehmer wurden erwischt. Die Dunkelziffer liegt bei 1:600, was der Polizei bekannt wird.

Die zweite Säule der Verkehrssicherheitsmaßnahmen neben der Polizeikontrolle ist die Prävention. Die drei Präventionsberater der PI Wismar führten im Vorjahr 395 Veranstaltungen durch: 55 in Kitas, 260 in Schulen, 62 mit Jugendlichen und 18 mit Senioren.

8926 Teilnehmer nahmen insgesamt an den Veranstaltungen zur Verkehrsprävention teil.

Von Haike Werfel

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