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Wilde Verfolgungsjagd bei Kemnitz

Greifswald Wilde Verfolgungsjagd bei Kemnitz

Die Polizei nimmt zwei flüchtige Greifswalder fest, die mit Falschgeld und Brechstange unterwegs sind

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Nahe der Abfahrt nach Loissin war für die beiden Greifswalder die Flucht zu Ende: Polizeibeamte nahmen sie fest.

Quelle: Fotos: Tilo Wallrodt (3)/cornelia Meerkatz

Greifswald. Eine abendliche Verfolgungsjagd, die sich zwei Greifswalder mit der Polizei lieferten, endete am Montag kurz nach 22 Uhr mit der Festnahme der beiden Männer in einem Straßengraben bei Kemnitz. Die Greifswalder, Jahrgang 1981 und 1982, waren in einem Auto mit Vorpommern-Rügen-Kennzeichen vor der Polizei auf der Flucht. Beamte wollten das Fahrzeug bereits in Wolgast am „Platz der Jugend“ kontrollieren. Mehrere Funkstreifenwagen der Polizeireviere Greifswald und Wolgast sowie Zivilfahrzeuge blockierten den Platz. Die Insassen flüchteten jedoch in ihrem Auto. Die Polizei nahm sofort die Verfolgung auf.

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Die Polizei nimmt zwei flüchtige Greifswalder fest, die mit Falschgeld und Brechstange unterwegs sind

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Dann spielten sich Szenen wie in der Actionserie „Alarm für Cobra 11“ ab: Die Fahrzeuge, die zur gemeinsamen Einsatzgruppe der Polizei MV gehören, fuhren mit quietschenden Reifen auf der B 111 stadtauswärts davon. Die Flüchtigen waren ebenfalls Richtung Greifswald unterwegs. Sie umfuhren mehrere Polizeikontrollen. In Höhe des Abzweiges nach Loissin auf der L 262 kamen sie dann ins Schleudern. Sie fuhren Verkehrs- und Hinweisschilder um und kollidierten mit der Leitplanke. Wenige Meter weiter war ihre Flucht beendet. Sie landeten mit dem Wagen im Straßengraben neben der Fahrbahn. Scherben auf der Straße, zerborstene Rücklichter und zahlreiche Autoteile rings um das Fahrzeug machten deutlich, dass sie den Wagen zu Schrott gefahren hatten. Sie selbst blieben bei dem Unfall unverletzt.

Dann erfolgte der Zugriff durch Polizeibeamte der Reviere Greifswald und Wolgast sowie der gemeinsamen Diensteinheit – es klickten die Handschellen bei den beiden Fahrzeuginsassen. Während der eine in einen Funkstreifenwagen verfrachtet wurde, musste der andere mit Handschellen auf dem Rücken am Fahrzeug sitzend warten, bis die Beamten die Unfallaufnahme und Autodurchsuchung beendet hatten.

Anwohner aus Neuendorf beobachteten das Ganze staunend. „Das ist ja wie im Fernsehen“, sagte ein älterer Herr.

Die Polizei wurde im Auto gleich mehrfach fündig. Laut Angaben der Inspektion Anklam konnten Einbruchwerkzeuge wie Bolzenschneider, Brecheisen und Trennschleifer sichergestellt werden. In der Mittelkonsole des Wagens standen noch die angefangenen Bierflaschen des Fahrers und Beifahrers. Gegen einen der beiden Männer lag zudem ein Haftbefehl vor, bestätigte Helmut Walther von der Polizeiinspektion Anklam. Es soll sich dabei um eine Ersatzfreiheitsstrafe wegen einer nicht gezahlten Geldstrafe handeln.

Nach OZ-Informationen haben die beiden Männer aber noch mehr auf dem Kerbholz: So sollen auch Betäubungsmittel gefunden worden sein. Außerdem haben beide Männer vor der Flucht das McDonald’s-Restaurant in Wolgast aufgesucht und wollten dort ihr Essen mit einem falschen 50-Euro-Schein bezahlen. Restaurant-Inhaber Ingo Lupp sagte gegenüber der OZ, dass ihm sein Schichtführer Andreas Franke den Tatbestand mitgeteilt habe. „Unser Mitarbeiter Tom Rauschenbach arbeitete am Tresen und hat dem Typ auf den Kopf zugesagt, dass er den Schein nicht annimmt“, berichtet Ingo Lupp, der sehr froh ist, dass er so aufmerksame Mitarbeiter hat. „Außerdem überprüfen wir 50-Euro-Scheine sowieso immer. Fälschungen werden sofort erkannt“, versicherte der erfahrene Kaufmann. Tom Rauschenbach, der gestern wie gewohnt seinen Spätdienst verrichtete, sagte gegenüber der OZ, dass die Männer meinten, das Geld stamme aus Polen. Dann hätten sie mit kleineren Scheinen bezahlt und seien sofort los. „Zum Glück kamen genau dahinter drei Polizeifahrzeuge zum Drive-In. Ich habe den Polizisten gesagt, dass gerade jemand mit Falschgeld bezahlen wollte“, schildert er. Die Polizei habe ihr Essen bezahlt und sei dem Auto hinterher. „20 Minuten später riefen die Beamten an und teilten mit, dass sie beide haben“, sagt Tom Rauschenbach, der versichert, dass es auch für ihn und seine Kollegen eine aufregende Aktion gewesen sei.

Cornelia Meerkatz und Tilo Wallrodt

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