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Windjammer in den Hafen geschleppt

Stralsund Windjammer in den Hafen geschleppt

Vier Schiffe waren an der Bergung bei Sturm und hohem Wellengang beteiligt

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Saß gestern nach der Havarie in Stralsund fest: Der Großsegler „Eye of the Wind“ war am Montag auf dem Weg zur Hanse Sail vor Hiddensee auf Grund gelaufen und musste nachts in den Stralsunder Hafen zurückgeschleppt werden.

Quelle: Fotos: Marlies Walther (3)/miriam Weber (1)

Stralsund. Der Wind zeigte sich am stürmischen Montag offenbar nicht gerade als Freund des Großseglers „Eye of the Wind“. Denn das Schiff war auf Stralsunds Nordansteuerung vom Kurs abgekommen und im Gellenstrom vor der Südspitze von Hiddensee auf Grund gelaufen.

OZ-Bild

Vier Schiffe waren an der Bergung bei Sturm und hohem Wellengang beteiligt

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„Man muss dort schon sehr aufpassen, sagt der Stralsunder Günter Towara, der mit seiner Rettungsmannschaft von der „Hertha Jeep“ am Abend als erster an der Unglücksstelle angelangt war. „Das Fahrwasser ist sehr eng“, so der 75-Jährige, der aus eigener Erfahrung weiß, dass bei großem Tempo das Schiff schon mal schnell aus dem Ruder laufen kann.

Für Towara und seine drei Kollegen Stefan Strobel, Uwe Perzel und Jochen Weidermann war der Einsatz in der Nacht zur Bergung des 40 Meter langen britischen Zweimasters der dritte innerhalb weniger Stunden. „Ja, es war ein langer Arbeitstag“, beschreibt der Seenotretter. Um 14.49 Uhr wurde die „Hertha Jeep“ zum ersten Mal alarmiert. Im Vierendehlen war ein Segler aus Bremen in Seenot geraten, nachdem er bei einer Sturmböe sein Segel bergen wollte. Die Retter nahmen das Boot ins Schlepp und brachten es nach Barhöft. Knapp drei Stunden später, um 18.05 Uhr, der nächste Notruf: Vor der Schwedenschanze war bei einem Segelboot aus Limbach Oberfrohna dem Motor die Puste ausgegangen. Die „Hertha Jeep“ schleppte das Schiff in den Stralsunder Hafen.

Um 20 Uhr schließlich kam die Nachricht, dass die „Eye of the Wind“ vor Hiddensee fest sitzt. „Ich war gerade zu Hause angekommen und hatte den ersten Bissen gegessen, da mussten wir wieder los“, beschreibt Towara, der in diesem Jahr bereits 40 Mal zu Seenotrettungen ausgerückt ist. Dass es der bislang schwerste Einsatz des Jahres werden würde, ahnte Towara da noch nicht.

„Wir hatten eine ordentliche Brise, in Böen bis Windstärke acht“, sagt der Vormann. Auch der Seegang sei nicht von schlechten Eltern gewesen. Dadurch gestaltete sich die Rettung sehr schwierig. Der Großsegler lag mit dem Steven schon dicht an der Brandung des flachen Wassers und befand sich nicht einmal 100 Meter vom Ufer entfernt. Und das bei auflandigem Wind. „Jede Welle hat versucht, das Schiff an Land zu treiben“, beschreibt Towara Nach etwa 15 Minuten war als zweites Schiff die „Nausikaa“ von der Insel Hiddensee da. Beide Rettungsboote spannten sich vor den Großsegler. „Zusammen hatten wir 600 PS“, so Towara. Aber das reichte nicht. Eine Schleppleine brach. Schließlich versuchten die Rettungsboote jeweils quer am Heck und Bug das Schiff millimeterweise in tieferes Wasser zu bewegen. „Das haben wir zwei Stunden betrieben.“

Gegen 23 Uhr kam der Seenotkreuzer „Theo Fischer“ hinzu. Doch erneut riss die Rettungsleine. Dann sei die Entscheidung gefallen, die Bergung aufzugeben und der Eigner habe sich entschlossen, den Stralsunder Schlepper „Delphin“ zur Hilfe zu rufen. Der traf gegen 1.30 Uhr ein. Wegen des hohen Seegangs sei das Manövrieren aber auch für den Schlepper nicht so einfach gewesen. Mit vereinten Kräften gelang es schließlich, den Segler frei zu bekommen und in den Stralsunder Hafen zu bringen. Die „Eye of the Wind“ machte gegen 4 Uhr an der Ballastkiste fest. Alle 17 Menschen an Bord blieben unverletzt.

Marlies Walther

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