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„Winterdienst war ständig im Einsatz“

Wismar „Winterdienst war ständig im Einsatz“

Stadtverwaltung hält Vorwürfe über mangelhafte Schneeräumung für ungerechtfertigt

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Der Winterdienst hatte vorigen Dienstag reichlich zu tun. Nach Angaben der Stadt waren von acht Räumfahrzeugen sechs sofort im Einsatz. FOTOS: ARCHIV

Wismar. Der Schneefall war einfach zu heftig. Auf diesen gemeinsamen Nenner lassen sich die unterschiedlichen Einschätzungen etlicher Wismarer einer- und der Stadtverwaltung andererseits über die Leistung des Winterdienstes am 8. Dezember bringen. Viele Einwohner kritisieren, dass zu wenig und zu langsam geräumt wurde. Aus dem Rathaus heißt es hingegen, die Mitarbeiter des Entsorgungs- und Verkehrsbetriebes (EVB) hätten sofort bereitgestanden und vorbildlich gearbeitet.

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Stadtverwaltung hält Vorwürfe über mangelhafte Schneeräumung für ungerechtfertigt

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„Die Jungs haben bis zu zwölf Stunden gearbeitet und waren ab 3 Uhr wieder im Einsatz. Schade, dass das so wenig gewürdigt wird.“ Stefan Langer, EVB-Sachgebietsleiter

Stefan Langer, Sachgebietsleiter beim EVB und für den Winterdienst zuständig, sagt: „Die Jungs haben wie die Berserker gearbeitet, bis zu zwölf Stunden am Stück, sind dann kurz zum Duschen nach Hause gefahren und waren ab 3 Uhr wieder im Einsatz. Ich finde es sehr schade, dass dieses Engagement von der Bevölkerung so wenig gewürdigt wird.“ Der Sachgebietsleiter, der 2005 beim EVB in der Straßenreinigung angefangen hat, zeigt dennoch Verständnis. „Ich kann nachvollziehen, dass einige Bürger das Gefühl hatten, wir wären nicht rechtzeitig da gewesen.“ Doch wie das mit Gefühlen so sei, objektiv betrachtet stimme es nicht. Obwohl der Straßenzustand bei Plusgraden als sicher eingeschätzt wurde, habe die zuständige Einsatzleiterin am 8. November bereits um 2.30 Uhr eine erste Kontrollfahrt durchgeführt. Sie sei um 6.30 Uhr beendet gewesen.

Die Tagschicht habe die Kontrollen bis 11 Uhr fortgeführt, teilt die Stadtverwaltung mit. Aufgrund des zunehmenden Schneefalls habe es um 11.30 Uhr geheißen: Ab zum Einsatz. Sechs der acht Fahrzeuge seien unverzüglich vom Betriebshof gerollt, die beiden anderen etwas später gefolgt. „Wenn ein Kontrolleur bei den Touren feststellt, dass bei weiterem Schneefall die Verkehrssicherheit gefährdet ist, löst der Einsatzleiter den Einsatzplan nach der Prioritätenliste aus“, beschreibt Stefan Langer das Vorgehen.

Unter normalen Umständen arbeiten die Einsatzfahrzeuge das Straßen- und Wegenetz nach einem in 21 Routen unterteilten Plan ab. „Das geschieht nach einer Prioritätenliste, die Hauptstraßen und der Stadtring stehen ganz oben, sie sind Stufe A, kleine Nebenstraßen mit Stufe C weiter unten“, beschreibt der EVB-Mitarbeiter. Ein Kompletteinsatz könne schon mal zehn Stunden dauern. Sollte es allerdings weiter schneien, gibt es keine zeitliche Begrenzung. „In diesem Fall wird immer wieder von vorn angefangen, um die Verbindungswege freizuhalten“, sagt Stefan Langer.

Dennoch sahen einige Hauptstraßen am Abend des 8. November so aus, als wäre dort kein Räumfahrzeug gefahren. „Der Schneefall war einfach so stark, dass innerhalb von 15 bis 20 Minuten alles wieder dicht war“, begründet der Sachgebietsleiter. Und es sei einfach unmöglich, alle Hauptstraßen im zehn-Minuten-Takt abzufahren. „Dafür sind 550 Kilometer Straßen und Wege dann doch zu viel, selbst für acht Fahrzeuge und 54 Mitarbeiter“, stellt der Sachgebietsleiter fest.

Dass es auf den Hauptstraßen immer wieder zu langen Staus kam, sei nicht dem Winterdienst geschuldet, betont Stefan Langer. „Unsere Männer haben viele Fahrzeuge mit Sommerreifen gesehen, das ist in dieser Jahreszeit einfach unverantwortlich.“ Zudem hätten die Räumfahrzeuge manchmal auch selbst festgesteckt. „Es gibt einfach immer wieder Autofahrer, die unseren Fahrzeugen die Vorfahrt nehmen – auch bei Schneefall“, hat Stefan Langer beobachtet. Sein Fazit: „So etwas wie am 8. November, das ist eine Naturgewalt, auf die man sich einstellen muss. Der EVB ist angetreten, Wismars Straßen sicherer zu machen, und das macht er auch.“

570 Tonnen Salz und 112 Tonnen Split sind beim Entsorgungs- und Verkehrsbetrieb (EVB) Wismar seit April eingelagert.

54 operative Mitarbeiter in drei Gruppen stehen für die Einsätze zur Verfügung.

550 Kilometer Straßen, mehr als 140 Bushaltestellen und mehr als 30 Fußgängerüberwege werden durch den EVB gepflegt. Hinzu kommen Parkplätze und Treppen.

8 Fahrzeuge sind pro Einsatz unterwegs und es gibt insgesamt 21 Einsatztouren.

Sylvia Kartheuser

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