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Wohnung ausgebrannt: Vom Mieter fehlt jede Spur

Ribnitz-Damgarten Wohnung ausgebrannt: Vom Mieter fehlt jede Spur

Feueralarm am Montagabend / Haus evakuiert / Niemand verletzt

Ribnitz-Damgarten. Ein evakuiertes Gebäude, eine ausgebrannte Wohnung und ein Schaden von

OZ-Bild

Feueralarm am Montagabend / Haus evakuiert / Niemand verletzt

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Der Bewohner war bei der Polizei für seine Wutausbrüche bekannt.“Antje Unger, Polizeisprecherin

60 000 Euro – das ist das Resultat des Brandes am Montagabend in der Buxtehuder Straße 1.

Mit dem gesamten Löschzug rückte die Freiwillige Feuerwehr Ribnitz-Damgarten gegen 19 Uhr aus. In der fünften Etage stand eine Wohnung in Flammen. „Die Alarmierung hatte den Zusatz Menschenleben in Gefahr“, wie Feuerwehrsprecher Berthold Moog gestern sagte. Die Feuerwehrleute mussten die Wohnungstür gewaltsam aufbrechen. Die übrigen Bewohner des Mehrfamilienhauses wurden vorsorglich evakuiert, konnten eineinhalb Stunden später in ihre Wohnungen zurückkehren. Zwar hätten die Menschen ihre Wohnungen ruhig und ohne Panik verlassen. Doch Sorgen machten sich alle, als sie die Feuerwehr dabei beobachteten, wie sie den Brand löschte. Einige Haustiere waren in Gefahr.

Der Einsatz war auch für die Feuerwehr schwierig. „Schließlich haben wir anfangs in der Wohnung noch einen Menschen vermutet“, sagte Sprecher Moog. Gleichzeitig stand die Wohnung in „Vollbrand“, wie es bei der Feuerwehr heißt. Doch schnell war klar, dass sich niemand mehr in der Wohnung aufhielt. Das Feuer konnte rasch unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Im Anschluss wurde das verrauchte Treppenhaus gelüftet. Der Einsatz war gegen 21 Uhr beendet. Nun ist die Wohnung unbewohnbar, die darunter liegende, leer stehende Wohnung durch Rauch und Löschwasser ebenfalls nicht zu nutzen. Gegen 22 Uhr war die Feuerwehr erneut vor Ort. Der Hausmeister der Wohnungsgenossenschaft „Am Bodden“ konnte die aufgebrochene Wohnungstür nicht verschließen. Das erledigte die Feuerwehr – und wird für diesen Einsatz eine Rechnung schreiben.

Doch der Brand ist nur das Ende einer teils chaotischen Vorgeschichte. Bestätigt ist beispielsweise, dass der Mieter der ausgebrannten Wohnung seine Bleibe in Kürze zwangsräumen sollte. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung. Doch von dem Mann und seinen beiden Hunden fehlt jede Spur. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. „Der Brandursachenermittler konnte gestern bereits feststellen, dass das Feuer im Flur der Wohnung ausbrach und diese sich in einem chaotischen Zustand befand“, sagt Polizeisprecherin Antje Unger. Anke Köhn vom Wohnungsunternehmen wollte sich aufgrund der laufenden Polizei-Ermittlungen vorerst äußern.

Die Nachbarn sind auch einen Tag später noch schockiert. Lange Zeit habe es mit dem Mieter großen Ärger gegeben und auch für die Polizei ist der Mann kein Unbekannter. Sie musste mehrfach ausrücken, weil er in seiner Wohnung und im Treppenhaus lautstark brüllte, nachts mit einem Hammer gegen die Heizungsrohre schlug oder seinen Nachbarn androhte, ihre Autos und Kellerverschläge anzuzünden.

„Skrupellos“, bezeichnet eine Nachbarin sein Verhalten. Zwei Familien seien sogar aus dem Haus gezogen, weil sie die Ausbrüche des Mannes nicht mehr ertrugen.

Eine andere hatte sich aus Angst vor dem Mann bereits an die Wohnungsgenossenschaft gewandt und will auch jetzt – aus Angst vor Rache – ihren Namen nicht öffentlich nennen. Am Montagabend sah sie den Mann, kurz bevor sie das Feuer bemerkte, mit Shirt, in kurzer Hose, mit einem Beutel und seinen Hunden das Haus verlassen.

Kurz habe sie sich gewundert, dass er bei den Temperaturen noch eine kurze Hose trug. Dann blieb keine Zeit mehr, um sich über irgendetwas zu wundern: „Ich roch den Rauch, der durch mein geöffnetes Schlafzimmerfenster in meine Wohnung zog und alarmierte die Feuerwehr.“ Unter den Bewohnern herrscht noch immer eine bedrückte Stimmung. Bis in den untersten Stock lief das Löschwasser durch den Hausflur. „Schlimm, dass er seine Drohung nun vermutlich wahr machte“, findet eine Nachbarin.

Carolin Riemer und Timo Richter

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