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Zwei Brände und schwierige Rettungen

Grimmen/Griebenow Zwei Brände und schwierige Rettungen

Grimmener und Süderholzer Feuerwehrleute üben das Evakuieren unter erschwerten Bedingungen

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Ein Großaufgebot an Fahrzeugen und Einsatzkräften der Feuerwehr vor dem Wohnblock in der Leningrader Straße in Grimmen.

Grimmen/Griebenow. „Mayday, Mayday“ schallte es am Samstagmorgen aus den Funkgeräten der Feuerwehrleute, die gerade gegen den Brand in einem Mehrfamilienhaus im Grimmener Stadtgebiet Südwest kämpften.

OZ-Bild

Grimmener und Süderholzer Feuerwehrleute üben das Evakuieren unter erschwerten Bedingungen

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Zahlen zur Großübung

71 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Grimmen und des Löschzuges der Gemeinde Süderholz waren am Sonnabend im Einsatz.

12 Feuerwehrfahrzeuge kamen hierbei in Grimmen und Griebenow zum Einsatz.

12 Trupps mit Pressluftatemgeräten wurden im Wohnblock in Grimmen und im ehemaligen Altersheim in Griebenow benötigt.

3 Stunden dauerten die Einsätze an beiden Standorten.

Dieser internationale Notruf im Sprechfunk bedeutet bei den Einsatzkräften, dass sich ein eigener Kamerad in einer Notlage befindet und dringend Hilfe benötigt. Sofort wurde ein Sicherheitstrupp, bestehend aus zwei weiteren Feuerwehrleuten, die eigens für solche Fälle bereitstehen, unter Atemschutz in den stark verrauchten Treppenaufgang geschickt, um den Feuerwehrmann aus dem Kellerbereich zu retten. Insgesamt 38 Feuerwehrleute waren in der Leningrader Straße im Einsatz. „In einem Treppenaufgang gibt es drei verschiedene Brandherde auf den unterschiedlichen Etagen. Zudem befinden sich noch Personen im Haus“, beschrieb Grimmens Wehrführer Olaf Clasen.

Bei diesem komplexen Szenario hatte sich der Einsatzleiter entschieden, den Löschangriff über den Treppenaufgang vorzunehmen und die Bewohner im Haus über die Drehleiter zu retten. „Es ist sehr wichtig, die Rettungs- und Angriffswege zu trennen“, betonte Clasen und verdeutlichte: „Im Treppenaufgang kann man durch die starke Rauchentwicklung fast nichts sehen. Würden wir über diesen Weg auch noch die Leute aus dem Haus holen, würden man zum einen die Löscharbeiten behindern und zudem die Personen zusätzlich in Gefahr bringen.“

Darum wurde die Drehleiter sofort in Stellung gebracht und zwei Feuerwehrleute in die oberste Etage des Mehrfamilienhauses befördert, wo dichter Rauch aus dem Fenster drang. Während die beiden Feuerwehrleute die Räumlichkeiten sofort nach den vermissten Personen durchsuchten, wurden zwei weitere Einsatzkräfte direkt vor das Fenster in der fünften Etage gebracht, wo sie eine erste Person entgegennehmen konnten.

Im Kellerbereich waren die Löscharbeiten zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. Dennoch konnte man im gesamten Haus kaum etwas sehen. Es galt, den Aufgang zu belüften. Eine von zahlreichen Aufgaben, die zeitgleich zu dem beschriebenen Rettungsszenario liefen. So kümmerten sich andere Retter beispielsweise um die Wasserversorgung, standen mit Tragen bereit, um gerettete Personen zur Weiterversorgung an einen sicheren Ort zu bringen oder kümmerten sich darum, dass die Feuerwehrleute unter Atemschutz auch ihre Einsatzzeiten im Inneren einhielten. „Jeder hat seine Aufgabe, die er beherrschen muss — nur dann können wir schnell und erfolgreich die Einsätze meistern“, betonte Olaf Clasen.

Dass an diesem Tag sowohl Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Grimmen, als auch des Löschzuges Süderholz im Einsatz waren, fiel lediglich durch die verschiedenen Fahrzeuge auf. „Dies ist ein gutes Zeichen. Unsere Großübung gemeinsam mit den Freunden der Feuerwehr Süderholz sollte genau diese Zusammenarbeit trainieren und es hat gut geklappt“, zog Wehrführer Olaf Clasen ein positives Resümee.

Bei dem inszenierten Brand in dem Mehrfamilienhaus in Grimmen und zeitgleich bei einer Übung in Griebenow, bei der es darum ging, ein Objekt mit hoher Menschenkonzentration zu durchsuchen, waren insgesamt 71 Feuerwehrleute und 12 Fahrzeuge im Einsatz. „Bei der Übung in der Gemeinde Süderholz wollten wir das Durchsuchen eines Gebäudes mit vielen Zimmern und möglicherweise vielen zu rettenden Personen nachspielen. Dies kann uns bei Einsätzen im Krankenhaus, Altersheimen oder Schulen erwarten“, beschrieb Clasen und verdeutlichte nochmals die Wichtigkeit gemeinsamer Übungen: „Es kommt immer wieder vor, dass wir bei größeren Einsätzen gemeinsam ausrücken. Damit die Abläufe dann nicht neu sind, wird so intensiv trainiert.“

Bei einer gemeinsamen Auswertung kamen alle Feuerwehrleute nach der Übung nochmals in Grimmen zusammen. Thorsten Schwebke, der sich als Wehrführer der Gemeinde Süderholz um die Übung in Griebenow kümmerte, zog hier ebenfalls ein positives Resümee. „Der Tag war ein voller Erfolg, so dass wir die gemeinsamen Übungen in naher Zukunft fortsetzen werden. Es ist der richtige Schritt, um auch künftig die Einsatzbereitschaft in der Region erfolgreich aufrecht halten zu können“, fand Schwebke.

Von Raik Mielke

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