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Zwischen Schleichwegen und Rad-Klau

Heringsdorf/Trassenheide Zwischen Schleichwegen und Rad-Klau

Bis Mitte September sind zusätzliche Polizisten der Bereitschaftspolizei im Bäderdienst auf Usedom unterwegs

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In diesem Jahr arbeiten 19 Bäderdienstpolizisten auf Usedom und unterstützen damit das Revier in den Sommermonaten.

Quelle: Andreas Dumke

Heringsdorf/Trassenheide. Vor drei Jahren kehrte Dominik Rose aus Heringsdorf der Insel den Rücken. Seit ein paar Wochen arbeitet der 21-Jährige wieder hier – als ein Teil der Bäderdienstpolizei verstärkt er das Revier in Heringsdorf. Von seinen 18 Kollegen zählt er zu den Jüngsten. Die OZ begleitete ihn und seinen Kollegen Philipp Michaelis (24) einen Abend lang.

OZ-Bild

Bis Mitte September sind zusätzliche Polizisten der Bereitschaftspolizei im Bäderdienst auf Usedom unterwegs

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Bäderdienst

202 Landespolizisten sind in den Badeorten während der Saison im Einsatz. Die Beamten sollen Gästen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, Straftaten vorbeugen und eingreifen. 19 Männer und Frauen werden auf Usedom eingesetzt.

An diesem Tag ist es auffallend ruhig auf den Straßen. „Die Urlauber wollen ihre Ruhe haben. Hier sind nicht viele auf Ärger aus“, sagt er, als er von Heringsdorf in den Inselnorden fährt. Aus seiner Jugend kennt er viele Ecken auf der Insel. Das ist sein Vorteil gegenüber den Kollegen. „Man kennt die Abkürzungen und Schleichwege. Diese werden erfahrungsgemäß auch als Promille-Wege bezeichnet.

Hier fahren die Autofahrer lang, die etwas getrunken haben und nicht von uns erwischt werden wollen“, erklärt der Polizeimeister, der seit Herbst des Vorjahres im Dienst ist.

Tagsüber haben die beiden Polizisten mit viel „Kleinkram“ zu tun, wie sie sagen. „Da passieren sehr viele Auffahrunfälle mit Blechschäden, wenn die Autofahrer im Stau zu spät auf die Bremse treten.

Oft geht es nur darum, dass für die Versicherung ein Vorgang angelegt wird“, erzählt Rose.

Eigentlich sind die beiden bei der Bereitschaftspolizei in Schwerin tätig. Sie begleiten Fußballspiele und Demonstrationen oder vollstrecken Haftbefehle. „Das haben wir im Sommer auf Usedom nicht“, sagt der gebürtige Kieler Philipp Michaelis.

Früher war Dominik Rose im Fußballverein in Ückeritz aktiv. „Viele meiner Klassenkameraden haben Usedom aufgrund des Studiums oder anderer Ausbildungen verlassen. Dass sie wiederkommen, ist eher unwahrscheinlich“, prophezeit er.

Am frühen Abend kommt für die beiden Polizeimeister der erste Einsatz. In Wolgast wird eine junge Frau vermisst. Sie soll sich in einem Kleinwagen auf den Weg in bislang unbekannte Richtung gemacht haben. „Sollten wir sie im Verkehr beobachten, fahren wir hinterher und halten sie an“, sagt Rose.

Einen Fokus legt die Polizei bei ihrer Arbeit auf Radfahrer. Beinahe täglich laufen im Polizeirevier Anzeigen von gestohlenen Rädern ein. „Wir streifen oft die Promenaden ab. Und wenn man die Schlösser mancher Fahrräder sieht, braucht man sich nicht über Diebstähle nicht wundern. Wir können nur jedem raten, sein Rad gut zu sichern.“

Nach 194 gefahrenen Kilometern endet um 2 Uhr die Schicht. „Die Nacht war sehr ruhig. Das kommt selten vor“, sagt er.

Nach ihrem Dienstschluss eilen die Kollegen um halb vier nach Zinnowitz. Nachbarn beschwerten sich über zu laute Musik. Der 27-Jährige, der 2,6 Promille Alkohol intus hatte, schlief kurz nach dem Eintreffen der Polizei ein.

Bis Mitte September sind die Bäderdienstpolizisten noch im Einsatz. Dann geht es wieder zu Demos und Co. nach Schwerin.

Hannes Ewert

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