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Zwischenfall bei Totschlagsprozess gegen Syrer

Stralsund Zwischenfall bei Totschlagsprozess gegen Syrer

Ein Syrer muss sich wegen des gewaltsamen Todes seiner Frau vor Gericht verantworten. Ein Sohn berichtet von Bedrohungssituationen durch den Vater. Der Angeklagte gerät beim Anblick eines Fotos seiner getöteten Frau außer Fassung.

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Das Landgericht Stralsund.

Quelle: Stefan Sauer/archiv

Stralsund. Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 41-jährigen Syrerin ist es am Dienstag zu einem dramatischen Zwischenfall im Stralsunder Landgericht gekommen. Der älteste Sohn der Toten zeigte dem angeklagten 54 Jahre alten Vater ein Foto seiner getöteten Mutter, worauf dieser sich heftig schluchzend ins Gesicht und dann seinen Kopf auf den Tisch schlug, wie ein Gerichtssprecher sagte. Der Angeklagte erlitt eine Platzwunde, die Verhandlung wurde unterbrochen. Der psychiatrische Gutachter, der ursprünglich noch am Dienstag gehört werden sollte, wird nun am kommenden Montag sein Gutachten vorstellen. Dann sollen auch die Plädoyers gehört werden.

Der 54-jährige ist angeklagt, seine Frau im November 2016 in Bergen auf der Insel Rügen erstochen zu haben. Er hatte am ersten Prozesstag die Tat indirekt eingeräumt. Er hatte angegeben, dass er seine Rolle als Familienoberhaupt zunehmend bedroht sah und es deshalb immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen sei. Im Falle einer Verurteilung hatte er für sich ein „gutes Urteil“ verlangt. Er wolle die Todesstrafe haben.

Am Dienstag sagten die beiden Söhne des Angeklagten aus. Während der ältere Sohn sich nach Angaben des Gerichtssprechers auf sein Zeugnisverweigerungsrecht berief, habe der jüngere von Bedrohungssituationen berichtet. So sei es des Öfteren zu Auseinandersetzungen zwischen den Eltern gekommen. Unter anderem habe der Vater gedroht: „Ich bin der Mann. Ich zeig euch: Ich bin alles“, sagte der 17-Jährige. Zudem habe ihm seine Tante berichtet, dass der Angeklagte seine Mutter gewürgt haben soll. Wegen der Spannungen in der Familie lebte das Paar zwischenzeitlich getrennt. Es war im August 2014 mit seinen Kindern nach Deutschland geflüchtet.

dpa/mv

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