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Die Studentenbude wird immer teurer

Das neue Semester beginnt Die Studentenbude wird immer teurer

Ab Mitte Oktober füllen sich wieder die Hörsäle. Der Zustrom an die Hochschulen steigt von Jahr zu Jahr - genauso wie die Mieten für eine Studentenbude. Eine Studie hat nun untersucht, wo die Preise am schnellsten nach oben geschossen sind.

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Die Suche nach einer Studentenbude wird in vielen Unistädten einer Studie zufolge zum Wintersemester schwierig.

Quelle: Patrick Seeger

Berlin. Wer sich in diesem Semester aus dem Elternhaus zum Studium aufmacht, muss für die erste eigene Wohnung mehr Miete zahlen als noch vor ein paar Jahren. „In Berlin sind die Preissteigerungen sehr stark“, erklärt Michael Voigtländer.

Voigtländer hat eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag des Deutschen Real Estate Funds geleitet. Gut 37 Prozent mehr Miete mussten Hochschüler 2016 in der Hauptstadt hinlegen als noch vor sechs Jahren. Für die Studie verglichen die Forscher die Mietpreisdynamik von Durchschnitts-Studentenbuden zwischen 2010 und 2016 in 15 Groß- und Universitätsstädten.

Spitzenreiter sind dabei Berlin, München und Stuttgart. Aber auch im kleineren Osnabrück müssen Studenten mehr für ihre Wohnung zahlen als früher. Weniger stark stiegen die Mieten unter anderem in Siegen, Bonn und Heidelberg. Als Datengrundlage wurden die Inserate der Internetplattform „ImmobilienScout24“ genutzt, zu der auch das Wohngemeinschafts-Portal „WG-Gesucht“ gehört. Um nur Inserate einzubeziehen, die wirklich für Studenten interessant sind, sind die teuersten 20 Prozent nicht in die Berechnung eingeflossen.

Dass München unter den Städten mit der rasantesten Mietpreisdynamik ist, überrascht kaum. Um 24,8 Prozent stieg dort die Miete für Studentenbuden in den vergangenen sechs Jahren. Den Studentenzahlen hat das keinen Abbruch getan: Nach Angaben des Münchner Studentenwerks steigen die Zahlen der Erstsemester weiter. „Wie bereits in den letzten Jahren ist der Wohnungsmarkt zu Beginn des Wintersemesters in München stark angespannt und es ist sehr schwer, auf dem privaten Wohnungsmarkt einen bezahlbaren Wohnplatz zu finden“, sagt ein Sprecher. Etwa 615 Euro (2010: 522 Euro) kostet die Studentenbude dort im Durchschnitt, erklären die Immobilien-Experten in der IW-Studie.

Mit einer Steigerung von 37,3 Prozent schossen die Mietkosten jedoch am stärksten in der Hauptstadt nach oben. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres erhöhten sich die Mieten um sieben Prozent. Die Experten erklären das mit dem anhaltenden Zuzug in die Stadt. „Seit 2012 erhöht sich die Zahl der Studierenden je Wintersemester um rund 5 000 Menschen“, sagt ein Sprecher des Studentenwerks. Auch private Investoren hätten das erkannt: Etwa 3700 Wohnungen werden speziell für Studenten gebaut. Diese sollen nach Angaben des Studentenwerks zu Preisen zwischen 280 und 860 Euro Miete pro Monat angeboten werden. Im Durchschnitt zahlte ein Student im Jahr 2016 rund 407 Euro (2010: 333 Euro)für seine Unterkunft, wie die Berechnung des IW ergab.

„Die Preissteigerungen sind höher im studentischen Wohnen als im Gesamtmarkt“, erklärt Immobilien-Experte Voigtländer. Denn die Hochschüler konkurrierten mit anderen Gruppen um die günstigen Apartments. Neben Senioren seien das zum Beispiel auch Berufsanfänger. Die jungen Erwerbstätigen haben allerdings ein besseres Budget zur Verfügung als die Studenten. „Wir haben es mit einer Gruppe zu tun, die von der allgemeinen Gehaltsentwicklung abgekapselt ist.“ Das verschärfe die Situation für Studenten.

Unter den Städten, wo das Wohnen für Studis immer teurer wird, ist aber auch eine kleinere Stadt: „Osnabrück hat uns recht überrascht“, sagt Voigtländer. In der Universitätsstadt in Niedersachsen nahmen die Preise für Studentenwohnungen im untersuchten Zeitraum um gut ein Viertel zu. Gründe dafür seien eine generell geringe Leerstandsquote und der gestiegene Bedarf an Wohnraum für Flüchtlinge, erklären die IW-Experten. In Osnabrück zahlten Studenten demnach in diesem Jahr durchschnittlich rund 397 Euro (2010: 343 Euro) Miete. In anderen kleinen Standorten sei die Mietpreisdynamik geringer, erklärt Voigtländer.

Wer mehr Wohnung für weniger Geld möchte, sucht sich besser eine Universitätsstadt im Osten Deutschlands aus. In Leipzig stiegen die Mieten seit 2010 um 17,7 Prozent. „Infolge der steigenden Einwohnerzahl und der zunehmenden Sanierungsaktivitäten in Leipzig verknappt sich das Angebot an preiswertem und hochschulnahem studentischen Wohnraum“, erklärt ein Sprecher des Leipziger Studentenwerks. Nach Berechnungen des IW kostete eine Studentenbude in Leipzig 2016 rund 316 Euro (2010: 289 Euro).

Für künftige Studenten hält die Studie keine guten Nachrichten bereit: Die Mietpreisdynamik wird laut der Immobilien-Experten auch in den kommenden Jahren nicht an Geschwindigkeit verlieren. „Der Preisdruck wird nicht nachlassen und von daher muss man sich mit weiteren Preissteigerungen arrangieren“, sagt Voigtländer.

dpa

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