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Was ein Engagement beim Asta bringt

Das Studium mitgestalten Was ein Engagement beim Asta bringt

Seit der Bologna-Reform rasen viele Studenten durchs Studium. Das Ziel: Bachelor in der Regelstudienzeit - nebenbei noch Praktika. Mancher ist mit den Studienbedingungen unzufrieden, doch die wenigsten engagieren sich. Genau das könnte sich aber lohnen.

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Von Anfang an dabei: Ronja Hesse beschloss noch in der Einführungswoche ihres Studiums, sich im Asta der Leuphana Universität Lüneburg zu engagieren. Inzwischen sie Sprecherin des Gremiums.

Quelle: Lüneburg/aljoscha Al-Badri

Berlin. Für Ronja Hesse war schon in der Einführungswoche klar: Sie wollte sich in der Hochschulpolitik engagieren. „Ich habe mich sehr darüber geärgert, wie meine Einführungswoche organisiert war“, erzählt die Studentin an der Leuphana Universität Lüneburg.

Die 22-Jährige wurde direkt nach der ersten Uni-Woche aktiv: Sie ließ sich ins Studierendenparlament wählen und lernte so die Arbeit des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) kennen. Inzwischen ist sie Sprecherin des Astas an ihrer Universität und im vierten Semester des Bachelorstudiengangs Studium Individuale, der eine individuelle Profilbildung ermöglichen soll.

Der Asta ist die Studierendenvertretung der Hochschule. Er wird in der Regel vom Studierendenparlament gewählt und ist das ausführende Organ des Parlaments. Die Wahl des Astas ist je nach Hochschule unterschiedlich organisiert. Sowohl über das Studierendenparlament als auch über den Asta kann man Einfluss auf die Hochschulpolitik nehmen. 

Themen sind oft in sogenannten Referaten organisiert - beispielsweise im Finanzreferat oder im Referat für Sozialpolitik. Darüber hinaus organisiert der Asta häufig Hilfsangebote für Studenten, etwa die Bafög-Beratung, die Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt oder Beratung für Studierende mit Kind. Das Angebot hängt von der Hochschule ab. An manchen Universitäten gibt es anstelle des Astas einen Studentenrat (StuRa). In Bayern existieren seit einer Änderung des Hochschulgesetzes 1973 sogenannte unabhängige Studierendenschaften.

Wer das Ehrenamt nur anstrebt, um sich zu beschweren, ist beim Asta fehl am Platz: „Man sollte eine Vorstellung davon haben, wie man eine Situation verbessern kann“, sagt Marie Dücker. Die Medizinstudentin gehört zum Vorstand des Freien Zusammenschlusses von Studentinnenschaften (FSZ) in Berlin. Finanziert wird die Arbeit des Asta durch den Studierendenbeitrag, den jeder Student pro Semester entrichten muss. Ein Teil dieses Beitrags kommt dann dem Asta zugute.

„Als Student ist man mitgestaltendes und mitbestimmendes Mitglied und nicht etwa Kunde oder Antragsteller“, sagt Stefan Grob, Sprecher des Deutschen Studentenwerks in Berlin. Daher sollte man sich einsetzen. Alarmierend findet er, dass die Beteiligung an studentischen Parlamentswahlen regelmäßig mit rund zehn Prozent extrem niedrig ausfällt. Noch deutlich weniger Studenten engagieren sich selbst in dem Gremium.  

Dass aktuell viele Studenten Desinteresse bei Studierendenparlamentswahlen zeigen, führt Eckhard Priller auf den Bologna-Prozess zurück. Er ist Co-Direktor am Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft. „Die Verringerung der Studienzeiten und Erhöhung der Anzahl der wöchentlichen Lehrbelastung hat zu Einschränkungen von Freiräumen für das Engagement geführt“, sagt der Soziologe. 

Soziales Engagement kann sich jedoch auch später bei der Bewerbung positiv auswirken: „Wenn jemand sein Studium in einer gewissen Zeit abgeschlossen hat und sich dazu noch sozial engagiert hat, ist das positiv zu bewerten“, sagt Karriereberaterin Susanne Rausch.

Bei einem Ehrenamt im Asta bestehe jedoch die Möglichkeit, dass dies politisch interpretiert wird. Über lange Jahre galten die Asten als politisch sehr linksorientiert. „Man weiß nie, wer das liest und wie das gedeutet wird“, erklärt Rausch. Wichtig sei es, im Bewerbungsgespräch seine Motivation für das ehrenamtliche Engagement dazulegen, dazu zu stehen und offen damit umzugehen.

dpa/tmn

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