Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Engagement in politischen Hochschulgruppen

Einmischen und vernetzen Engagement in politischen Hochschulgruppen

Wer etwas verändern will, muss sich engagieren. Dazu haben gerade Studierende viele Möglichkeiten. Politische Hochschulgruppen sind eine davon. Hier können sie bei wichtigen Entscheidungen mitmischen und ihre Werte vertreten - ohne gleich Parteimitglied zu werden.

Voriger Artikel
Arbeitgeber kann Kündigung von Direktversicherung ablehnen
Nächster Artikel
Fremd in der Uni-Stadt: Wenn Studenten sich nicht einleben

Beim Kongress des Bundesverbandes Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) tauschen sich die Mitglieder untereinander aus.

Quelle: Robert Schlesinger

Berlin. Wenn man Friedrich-Maximilian Weberling auf die Jusos anspricht, verdunkelt sich sein Gesicht. „Ich kenne nicht so viele Jusos“, sagt er dann. Der 22-jährige Student engagiert sich an der Technischen Universität Berlin im konservativen Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS).

Die Jungsozialisten - kurz Jusos - sind da inhaltlich ein ganzes Stückchen entfernt. Der junge Mann mit den feuerroten Haaren beschreibt sich selbst als wertkonservativ. „Ich bin wirtschaftsliberal, das Leistungsprinzip ist mir wichtig“, fügt er hinzu. Diese Überzeugungen sieht er am ehesten bei den Christdemokraten vertreten.

Der RCDS ist ein Studierendenverbund, welcher der CDU nahesteht. Neben dem RCDS gibt es noch andere politische Hochschulgruppen, die Parteien nahestehen. Die Juso-Hochschulgruppen zum Beispiel gehören zur SPD, die Linke.SDS lässt sich bei den Linken verorten, Campusgrün erwartbar bei den Grünen. Die Studierendenverbände vertreten die Interessen ihrer Kommilitonen im Studierendenparlament oder im Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta). Neben den Gruppen der großen Parteien gibt es an den meisten Universitäten zusätzlich noch unabhängige Gruppen oder Fachschaften.

Aber warum neben dem intensiven Studium Zeit in Hochschulpolitik stecken? Weberling erzählt, dass seine Familie sehr politisch sei. Auch die Eltern waren während der Studienjahre im RCDS. Weberling betrieb Rudern als Leistungssport - eine Verletzung setzte dem vor zwei Jahren ein jähes Ende. Es war Zeit für etwas Neues.

Erfolge seien für Studierende wichtig, erklärt Eckhard Priller. Er ist Co-Direktor am Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft in Berlin. „Natürlich spielen auch übergeordnete politische Fragen eine Rolle.“ Für Studierende, die sich engagieren, sei es aber entscheidend, dass ihr Einsatz nicht im Sande verläuft.

Konkret heißt das für Studierende, an der Hochschule Projekte umzusetzen und Ergebnisse zu sehen: „Die Effizienz, die ihnen im Bildungssystem beigebracht wird, trifft auch auf das Engagement zu.“ Die Bindung zu den übergeordneten Partei sei zweitrangig. Auch Politik als Beruf steht nicht im Vordergrund. Selbst später Politiker werden? „Das spielt für viele kaum eine Rolle“, sagt Priller.

Das bestätigt auch Emily Feigel. Die 20-jährige Jurastudentin engagiert sich an der Universität Jena bei den Jusos. „Ich kenne bei den Juso-Hochschulgruppen niemanden, der dabei ist, um später in die Politik zu gehen“, sagt sie. Etwa einmal im Monat ist sie in Berlin, denn sie ist auch im Bundesverband der Juso-Hochschulgruppen aktiv. Fragt man sie, warum sie sich engagiert, sprudelt es nur so aus ihr heraus: „Uns ist es wichtig, dass wir inklusiv und feministisch sind, dass wir uns für studentische Beschäftigte an der Uni einsetzen und gegen diskriminierendes und rassistisches Gedankengut kämpfen.“

Dass ihr Einsatz viel Zeit frisst, gibt sie zu: „Wir treffen uns regelmäßig, organisieren Vorträge, diskutieren, bringen uns ein.“ Das sei nicht immer ganz leicht mit dem Studium zu vereinbaren, aber machbar.

So ein Einsatz kann auch bei der Jobsuche von Vorteil sein. „Das ist ein Sprungbrett“, sagt Ulrich Lanzer, Personal- und Organisationsentwickler aus Wien, der sich auch mit dem Thema Karriere in der Politik befasst. Der Experte sieht berufliche Chancen auch abseits des Politikbetriebs - etwa in der Wirtschaft: „Man lernt durch so ein Engagement, Leute zu mobilisieren und mit anderen Gruppen zu verhandeln.“ Auch Öffentlichkeitsarbeit, die Verantwortung für Budgets, der Umgang mit Macht und Vernetzung seien Bestandteile des Einsatzes - und später im Job wichtige Fähigkeiten.

dpa/tmn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bildungschancen
Um sich an einer Hochschule zu immatrikulieren, braucht man nicht immer das Abitur. 51 000 Studenten schafften es 2015 ohne diesen Abschluss.

Von wegen „zum Studieren braucht man Abi“: Über 50 000 an deutschen Unis haben keines. Als beruflich Hochqualifizierte oder über spezielle Prüfungen können sie sich den Traum doch erfüllen.

mehr
Mehr Ausbildung Studium und Beruf
Beilagen zum Thema
Infos zum Thema Wirtschaft und Umwelt

Alles Wissenswertes rund um die aktuelle Geschäftswelt, Industrie, Handel und die daraus resultierende Lebenssituation für Mensch, Tier und Pflanze. mehr

Inhalte für die Abo-Karte

Mit der neuen AboPlus-Karte sichern Sie sich starke Vorteile in Ihrer Region. Zum Start der neuen Abo-Karte 2017 stehen Ihnen schon zahlreiche Unternehmen in MV mit Ihren Angeboten und Dienstleistungen zur Verfügung. Unsere regionalen Partner finden Sie auf der folgende Seite mit allen relevanten Daten zu den beteiligten Unternehmen. mehr