Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 3 ° heiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Sitzstreik im Büro des Vorgesetzten rechtfertigt Kündigung

Kiel Sitzstreik im Büro des Vorgesetzten rechtfertigt Kündigung

Wenn Arbeitgeber die Forderung nach einer Gehaltserhöhung ignorieren, sollten Mitarbeiter nicht unüberlegt handeln. Bei einem Sitzstreik im Chef-Büro etwa droht die Kündigung.

Kiel. Sicherlich kann es gute Gründe geben, um auf den Chef wütend zu sein. Doch provokante Aktionen sind riskant. Mit einer Kündigung müssen Mitarbeiter etwa rechnen, wenn sie das Büro des Vorgesetzten mit einem Sitzstreik blockieren.

Der Arbeitgeber ist dann berechtigt, auch einen langjährigen Beschäftigten ohne vorherige Abmahnung zu kündigen. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. Er bezieht sich auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein (Az.: 3 Sa 354/14).

In dem verhandelten Fall arbeitete eine Frau seit 1992 in einem Betrieb, zuletzt als Leiterin einer Abteilung mit 300 Mitarbeitern. In zahlreichen Gesprächen verlangte sie eine Vergütung als außertariflich Angestellte. Um ihrer Forderung nach einer Gehaltserhöhung Nachdruck zu verleihen, begann sie einen Sitzstreik im Büro des Niederlassungsleiters. Nachdem die Vorgesetzten den Raum verlassen hatten, blieb die Frau weitere drei Stunden sitzen. Sie musste von der Polizei hinausbegleitet werden, da auch die Drohung mit einer Kündigung erfolglos blieb. Der Arbeitgeber kündigte der Frau fristlos, hilfsweise fristgerecht.

Die Klage der Frau war nur teilweise erfolgreich. Das Gericht gab der ordentlichen Kündigung statt, nicht jedoch der fristlosen. Der Arbeitgeber sei auch nicht gezwungen, aufgrund der langjährigen Tätigkeit der Frau vorher eine Abmahnung auszusprechen. Der Arbeitgeber habe in der konkreten Situation deeskalierend gewirkt und erfolglos Folgen angedroht. Eine verhaltensbedingte ordentliche Kündigung sei daher gerechtfertigt. Auch müsse in diesem Zusammenhang die Vorbildfunktion der Frau als Vorgesetzte berücksichtigt werden.

dpa/tmn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Freiburg

Facebook oder private E-Mails am Arbeitsplatz? Das ist in vielen Unternehmen schlicht untersagt. Doch was, wenn der Arbeitgeber Ausnahmen macht - hat dann auch der Betriebsrat Mitspracherecht?

mehr
Mehr Ausbildung Studium und Beruf
Azubi 2017
Infos zum Thema Wirtschaft und Umwelt

Alles Wissenswertes rund um die aktuelle Geschäftswelt, Industrie, Handel und die daraus resultierende Lebenssituation für Mensch, Tier und Pflanze. mehr

Inhalte für die Abo-Karte

Die OZ-Abo Karte bietet Ihnen attraktive Angebote bei  vielen Partnern im Verbreitungsgebiet. Als Inhaber der OZ-Abo-Karte können Sie günstiger einkaufen und tolle Angebote nutzen. Vier Mal im Jahr erscheint unser Produkt mit allen Angeboten und zahlreichen Tipps zum Sparen. Hier behalten Sie die Aktionen digital im Überblick. mehr