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Wie werde ich Sounddesigner/in?

Von Klingelton bis Kino Wie werde ich Sounddesigner/in?

Was wäre „Jurassic Park“ ohne Dinosaurier-Gebrüll? Oder „Star Wars“ ohne explodierende Raumschiffe? Ein Film wirkt einfach nicht richtig, wenn die passende Tonkulisse fehlt. Um sie kümmern sich Sounddesigner. Sie sind Klangkünstler und Tontechniker in einem.

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Von Gruselstimmung bis Wohlfühl-Atmosphäre: Sounddesigner wie Paul Rischer erzeugen Emotionen mit Hilfe von Klängen.

Quelle: Karolin Krämer/dpa

Berlin. Wie klingt Trockeneis auf Metall? Paul Rischerweiß die Antwort - denn das gehört zu seinem Beruf: Er ist Sounddesigner.

Der 37-Jährige hat bereits bei Kinofilmen wie der Hitler-Satire „Er ist wieder da“ und der Komödie „Feuchtgebiete“ mitgewirkt. Bis zu zwei Monate lang arbeitet er in seinem Tonstudio am perfekten Klangteppich.

Denn wenn bei einem Film das Bild im Kasten ist, fängt beim Ton die Arbeit erst an. „Bei einer Szene in der Disco ist es am Set ganz still“, nennt Rischer ein Beispiel. „Die Musik und die Hintergrundgeräusche kommen erst später dazu.“

Ähnlich wie bei der Filmmusik gehe es bei seiner Arbeit darum, mit Klängen Emotionen zu erzeugen, sagt Rischer. Von Action bis Romantik - die Klangtüftler müssen für jede Stimmung etwas parat haben. Ein Instrument spielen zu können, ist dabei kein Muss. „Ihr Instrument ist in der Regel ihr Rechner“, erklärt Prof. Jörg Remy, der das Fach Audiodesign an der SRH Hochschule der populären Künste in Berlin (HDPK) lehrt.

Die Bandbreite in dem Beruf ist groß: Sie reicht vom Handy-Klingelton über Hörspiele, Musik, TV und Radio bis zum Kinofilm. Sounddesigner vertonen aber auch Computerspiele und kreieren Telefonwarteschleifen, erläutert die Bundesarbeitsagentur. Und in der Werbung werden Sounddesigner ebenfalls benötigt.

Damit kennt Remy sich aus - sein Repertoire reicht von Bach bis Mercedes Benz. Denn der studierte Konzertgitarrist hat nicht nur Klassik-CDs eingespielt, sondern auch Trailer für TV-Spots produziert.

In den Beruf führen viele Wege. Manche studieren an Filmhochschulen: Rischer etwa hat einen Abschluss als Diplom-Tonmeister von der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Andere sind ausgebildete Musiker und kommen wie Jörg Remy von dort zur Soundtechnik. „Einige meiner Studenten kommen dagegen eher aus der elektronischen Musik“, erzählt er.

Studiengänge wie Sounddesign oder Audio Design gibt es inzwischen neben den Angeboten in Berlin und Babelsberg etwa in Hamburg, Ludwigsburg, Dortmund und Darmstadt. Außerdem bieten Privateinrichtungen wie das SAE Institute entsprechende Lehrgänge an.

Angehende Sounddesigner brauchen Kreativität und technisches Know-how. Denn zum einen sind von ihnen künstlerische Ideen gefordert. Und zum anderen müssen sie sich gut mit Tontechnik und Programmen für das Aufnehmen und Bearbeiten von Klängen sowie das Abmischen eines Stücks auskennen.

Absolventen arbeiten typischerweise als Freiberufler und sind oft allein im eigenen Tonstudio tätig. Teamwork ist aber auch gefragt: Beim Film etwa müssen sie sich eng mit dem Komponisten der Musik abstimmen, erläutert die Bundesvereinigung Filmton.

Beim Film wie in der Werbung ist es außerdem ihre Aufgabe, die Wünsche des Regisseurs oder Marketings zu erfüllen. Soll eine Stelle unheimlich wirken, muss der Sounddesigner mit Hilfe von Toneffekten und Geräuschkulissen Grusel-Atmosphäre schaffen, gibt Rischer ein Beispiel.

Und wenn die Werbeagentur etwas hören will, das jung und hip klingt, muss der Sounddesigner wissen, wie er das umsetzen soll, ergänzt Remy.

Die Frage ist dann: lieber natürlicher Folksound - oder elektronische Beats? Ein guter Sounddesigner beherrscht eine breite Palette von Stilen. Und er weiß die unterschiedlichen Klangfarben von Instrumenten gezielt einzusetzen.

Nichts geht dabei ohne eine ordentliche Werkzeugkiste, also ein umfangreiches Archiv mit Klängen. Rischer hat dafür auf seinem Computer jede Menge Klänge gesammelt: Schritte auf Holz etwa. Wind. Stadtgeräusche. Oder eben Trockeneis auf Metall.

dpa/tmn

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