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Alfa Giulia: Bella Macchina aus Italien

Berlin Alfa Giulia: Bella Macchina aus Italien

Nach einer gefühlten Ewigkeit bringt Alfa Romeo ein neues Auto an den Start. Die neue Giulia zielt auf das Herz der Mittelklasse und nimmt keine geringeren Konkurrenten ins Visier als die Mercedes C-Klasse, den Audi A4 und den 3er BMW.

Berlin. Schneewittchen ist aufgewacht: Nach Jahren des Komas meldet sich die legendäre italienische Marke Alfa Romeo jetzt endlich mit einem neuen Großserienmodell zurück: Giula heißt der Hoffnungsträger.

Von Mitte Juni an soll der Hoffnungsträger von Alfa Romeo zu Preisen ab 33 100 Euro als sportliches Stufenheck mit Herz die Mittelklasse der biederen Business-Limousinen aufmischen. Komplett neu auf einer neuen Plattform für Heck- und Allradantrieb entwickelt und von neuen Motoren befeuert, bildet die Giulia das Basis für eine ganze Reihe neuer Modelle bis hin zum ersten SUV von Alfa Romeo.

Weckruf mit 510 PS

Die Italiener setzen auf ein Design mit sichtlich mehr Leidenschaft als bei den nüchternen Konkurrenten nördlich der Alpen. Zudem schicken sie ihre „Bella Macchina“ gleich auch als Sportmodell Quadrifoglio ins Rennen und sagen damit Konkurrenten wie dem BMW M3 oder dem Mercedes C63 AMG den Kampf an. Hinter der deutlich nachgeschärften Front steckt anstelle eines vernünftigen 2,2-Liter-Diesels mit mittelfristig 100 kW/136 PS bis 154 kW/210 PS und einem vorzeigbaren Normverbrauch von 4,2 Litern (CO2-Ausstoß 109 g/km) ein brüllend lauter V6-Benziner.

Unter Druck gesetzt von zwei mächtigen Turbos, kommt der 2,9 Liter große Treibsatz auf eine Leistung von 375 kW/510 PS und reißt mit bis zu 600 Nm an den Hinterrädern. Das reicht für einen Spurt von 0 auf 100 in 3,9 Sekunden und für mehr Tempo als bei der Konkurrenz. Denn wo für BMW-, Audi- oder Mercedes-Fahrer ohne teure Freischaltung bei 250 km/h Schluss ist, lässt Alfa die Giulia Quadrifoglio bis 307 km/h rennen.

Fit für den Ritt

Die Limousine profitiert von einer guten Balance und einer Architektur aus Aluminium, hochfestem Stahl und Karbon, für die Alfa Romeo gegenüber dem leichtesten Konkurrenten einen Gewichtsvorteil von 50 Kilo reklamiert. Dazu gibt es eine einnehmende Sitzposition in konturierten Sesseln und eine elektronische Charakterregelung mit großer Spreizung.

Die Kraft wird mit Torque Vectoring verteilt. Der Frontsplitter, der in Kurven den Anpressdruck erhöht, ist beweglich. So wird die Giulia tatsächlich zu einem wilden Feger. Dass damit der Preis auf 71 800 Euro steigt und der Verbrauch schon auf dem Prüfstand bei 8,5 Litern (198 g/km) liegt, tut der Freude am (italienischen) Fahren keinen Abbruch.

Vernunft für Vielfahrer im Firmeneinsatz

Aber die Giulia kann nicht nur mit Lust und Leidenschaft punkten. Sondern die Italiener wissen um die vielen Firmenfahrer in der Klasse und tragen deshalb auch rationalen Anforderungen Rechnung. So wird es für Sparer eine Öko-Version des volumenstarken 180 PS-Diesels mit einem CO2-Ausstoß von 99 g/km geben. Bedenkenträger können bald auch einen Allradantrieb bestellen und natürlich kommt noch ein 2,0 Liter großer Vierzylinder-Benziner mit 147 kW/200 PS oder 206 kW/280 PS.

Ambiente und Ausstattung auf der Höhe der Zeit

Bei Ambiente und Ausstattung liegt der Alfa in der Zeit: Das Cockpit ist betont clean gehalten, es gibt einen großen, nahtlos integrierten Bildschirm in der Mittelkonsole neben den klassischen Instrumenten hinter dem griffigen Lenkrad. Man hat genügend Platz auf allen Plätzen, einen Kofferraum für 480 Liter Gepäck und zumindest gegen Aufpreis die allermeisten gängigen Assistenzsysteme.

Liebe macht blind für Mängel im Detail

Wie so oft bei italienischen Autos darf man allerdings nicht ganz so genau hinschauen. Sonst wird einem schmerzlich bewusst, dass die Materialauswahl vielleicht nicht ganz so vornehm ist wie bei den Konkurrenten, dass der Bildschirm ohne Touch-Technik auskommen muss und dass es zum Beispiel weder LED-Scheinwerfer noch eine Art Autopiloten gibt.

Fazit: Ein Herausforderer mit Herz

Die neue Alfa Giulia muss man mögen. Selbst wenn man die verklärte Verehrung für die schlafende Schönheit ausblendet, macht die Limousine buchstäblich eine gute Figur. Sie sieht gut aus, sie fährt gut und bringt endlich etwas frischen Wind in das Einerlei der Mittelklasse. Und was ihr zu den deutschen Konkurrenten an Präzision und Hightech fehlt, das macht sie mit Profil und Herz locker wett.

Datenblatt: Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio

Motor und Antrieb

V6-Turbo-Benzindirekteinspritzer Hubraum: 2891 ccm Max.
Leistung: 375 kW/510 PS bei 6500 U/min Max.
Drehmoment: 600 Nm bei 2500 U/min
Antrieb: Heckradantrieb
Getriebe: 8-Gang-Automatik

Maße und Gewichte

Länge: 4,63 m
Breite: 1,87 m
Höhe: 1,42 m
Radstand: 2,82 m
Leergewicht: 1655 kg
Zuladung: k.A.
Kofferraumvolumen: 480 Liter

Fahrdaten

Höchstgeschwindigkeit: 310 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 3,9 s
Durchschnittsverbrauch: 8,5 Liter/100 km
Reichweite: 680 km
CO2-Emission: 198 g/km
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: EU6
Energieeffizienzklasse: k.A.

Kosten

Basispreis der Alfa Romeo Giulia: 33 100 Euro
Grundpreis des Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio: 71 800 Euro
Typklassen: KH 18 / VK 31 / TK 29
Kfz-Steuer: 264 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung

Sicherheit: Sechs Airbags, Auffahrwarner, Spurhalte-Assistent
Komfort: Klimaautomatik, Adaptives Fahrwerk, Tempomat

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

dpa-infocom

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