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Boxenstopp fürs Rad - Start-up bietet Diebstahl-Schutz

Berlin Boxenstopp fürs Rad - Start-up bietet Diebstahl-Schutz

Das Fahrrad am Bahnhof abstellen? Kommt für viele Berliner aus Angst vor Langfingern und Vandalen nicht in Frage. Ein Start-up hat aus der Bredouille ein Geschäftsmodell gemacht.

Berlin. Auf den ersten Blick erinnert das Rondell ein wenig an öffentliche Toilettenhäuschen - nur ist es knallgrün statt grau. Und auf den Türen ist zu lesen: „Fahrradhostel“. Hinter den zehn Türen rundherum verbirgt sich je ein überdimensionales Schließfach für ein Fahrrad oder E-Bike.

Das Gefährt findet darin vertikal Platz. Auch Stauraum für Helm und Rucksack ist vorhanden, wie die Initiatoren des Pilotprojekts vor dem Bahnhof Lichtenberg demonstrierten. Pendelnden Fahrradfahrern wollen sie damit die Sorge vor Diebstählen nehmen.

Diese Angst ist begründet: In Berlin wurden im vergangenen Jahr 32 244 Fahrraddiebstähle angezeigt. Das waren 14 000 mehr als vor zehn Jahren und der höchste Wert in diesem Zeitraum. Die tatsächliche Zahl dürfte noch deutlich darüber liegen, weil viele Diebstähle nicht angezeigt werden. Die Aufklärungsquote liegt bei etwa vier Prozent.

Das Start-up Velo Easy will sein Konzept in Berlin und auch in anderen deutschen Städten nach und nach umsetzen. Bei der Suche nach geeigneten Standorten für die Boxen kooperiere man mit den Bezirken, sagte Gründerin Claudine Oldengott.

Auf Lichtenberg ging das Start-up wegen der hohen Diebstahlzahlen am Bahnhof Karlshorst zu. Der Bezirk stellt den Platz für das Rondell nun kostenlos für zwei Jahre zur Verfügung. Insgesamt 30 Stellplätze sollen direkt am Bahnhof Karlshorst sowie an zwei Standorten am Bahnhof Lichtenberg entstehen. Wird das Angebot gut angenommen, will der Bezirk die Zahl der Standorte ausweiten.

Auch für den Bahnhof Südkreuz, einen Pendler-Knotenpunkt, gebe es Gespräche, sagte Oldengott. Denkbar seien auch Standorte vor Einkaufszentren, vor Freizeit- und Kultureinrichtungen oder Universitäten.

In anderen Städten gibt es besonders an Bahnhöfen von S-Bahnen und Regionalzügen oft schon vergleichbare Boxen. Die Mieter erhalten Schlüssel oder Zahlencodes. In Berlin kann man seine Box im „Fahrrad-Hostel“ per Smartphone-App buchen und öffnen. Bezahlt wird vergleichbar mit einem Auto-Parkhaus nach angefangener Stunde - der Höchstpreis für einen Tag liegt laut Oldengott in der Einführungsphase bei drei Euro.

dpa

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