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Der Kia Optima Sportswagon

Berlin Der Kia Optima Sportswagon

Billig war gestern. Mit markanten Design und viel Liebe zum Detail hat Kia sein Image in den letzten Jahren gründlich gewandelt. Mit dem neuen Optima Sportswagon schließen die Koreaner nun langsam zu den deutschen Nobelmarken auf.

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Der Kia Optima kommt nun auch als Sportswagon auf den Markt.

Quelle: Kia

Berlin. Bislang blieb dem Kia Optima nicht viel mehr als die Nische. Denn erstens tun sich Importmodelle in der von deutschen Herstellern dominierten Mittellklasse ohnehin schwer. Und zweitens gab es das europäische Flaggschiff der Koreaner drei Generationen lang nur als Limousine.

Dabei werden neun von zehn Autos in diesem Segment als Kombi verkauft. Das haben jetzt auch die Entscheider in Seoul begriffen und stellen dem Stufenheck nun für 900 Euro Aufpreis erstmals den Sportswagon zur Seite. Er kostet mindestens 25 990 Euro und kommt jetzt in den Handel.

Mehr Platz für Kind und Kegel

Als Praktiker in der Modell-Familie lockt er bei einer identischen Länge von 4,86 Metern vor allem mit mehr Platz für Kind und Kegel. Schon bei voller Bestuhlung wächst der Kofferraum um 42 auf 552 Liter. Und wer die geteilte Rückbank in drei Etappen umlegt, kann das leider nicht ganz ebene Gepäckabteil auf bis zu 1686 Liter erweitern.

Dazu gibt es zum ersten Mal bei einem Import Kombi in dieser Klasse eine Gestensteuerung, dank derer die Heckklappe sich auch mit einem angedeuteten Fußtritt öffnen lässt. Und für die Kleinteile-Logistik haben die Koreaner im Souterrain ein praktisches Systems eingerichtet. Haltestangen, Zurrgurte und Gepäckbänder sind in den Schienen des Kofferraumbodens verankert.

Mehr Lifestyle als Laster

Der Optima will mit Avant & Co nicht nur bei Platz und Praktikabilität gleichziehen. Die Koreaner haben den elegant gezeichneten Lifestyle-Laster auch edel ausgeschlagen und ausgestattet. Die Materialauswahl mit vernähtem Leder und blank poliertem Aluminium ist hochwertig. Die Liste der Komfortextras ist lang. Sie reicht von klimatisierten Sitzen über die LED-Scheinwerfer bis hin zu einem Heer von Assistenten.

Erst wenn man bei den Deutschen in der Tabelle weiter nach oben klettert, wird die Luft für die Koreaner dünn. Denn Finessen wie ein digitales Cockpit, ein Head-Up-Display oder Systeme zum (teil-)autonomen Fahren hat Kia noch nicht im Programm.

Dürftige Motorenauswahl

Nicht so leicht tun sich die Koreaner beim Antrieb: Die Auswahl ist mäßig und die Schwerpunkte sind für den deutschen Markt falsch gesetzt. So gibt es zwar zwei unterschiedliche Zweiliter-Benziner mit 120 kW/163 PS oder 180 kW/245 PS für die sportliche GT-Line. Und ab nächstem Jahr ist auch ein in der Limousine schon jetzt verfügbarer Plug-In-Hybrid im Programm mit bis zu 54 Kilometern elektrischer Reichweite und einem Normverbrauch von 1,6 Litern.

Doch in einem Segment, in dem der Diesel-Anteil ähnlich hoch ist wie die Kombi-Rate, haben sie nur einen Selbstzünder im Angebot. Und der ist auch noch der kleinste und schwächste Motor in der Palette: 1,7 Liter Hubraum, 104 kW/141 PS und 340 Nm - während man damit in der Kompaktklasse halbwegs vorne dabei ist, fährt man mit so einem Motor in der Mittelklasse weit hinterher.

Kultiviert aber kraftlos

Da ist es auch kein Trost, dass das Triebwerk leise läuft, dass es auf dem Prüfstand 4,6 Liter (CO2-Ausstoß 120 g/km) braucht und dass es gut mit der siebenstufigen Doppelkupplung harmoniert. Es dauert beim Überholen einfach zu lang, bis der Kia aus dem Quark kommt. Dazu dauert der Sprint von 0 auf 100 km/h 11,1 Sekunden und bereits bei 200 km/h geht dem Kia die Luft aus.

Bei den Preisen fast schon Premium

Grundsätzlich ist der Optima langsam in der Premium-Liga angekommen. Das gilt neben dem eleganten Design, dem vornehmen Ambiente und der üppigen Ausstattung nicht zuletzt auch für die Preise. Der Grundtarif ist wie eh und je verlockend niedrig. Doch wer mehr Leistung und Luxus bestellt, der kommt schnell über 40 000 Euro und bewegt sich damit in Regionen, in denen man auch bei Audi, BMW oder Mercedes schon so langsam fündig wird.

Fazit: Ein Asiate auf Augenhöhe

Mit dem Optima Sportswagon klettert Kia wieder ein Stückchen die Leiter des automobilen Ansehens hinauf: Ausschließlich für Europa gemacht und fast vollständig in Frankfurt gezeichnet, fahren die Asiaten mit diesem Kombi auf Augenhöhe mit der bürgerlichen Konkurrenz von Ford, Opel und VW und schielen schon so ganz langsam nach der nächsten Liga.

Datenblatt: Kia Optima Sportswagon 1.7 CRDi

Motor und Antrieb

Vierzylinder-Commonrail-Diesel
Hubraum: 1685 ccm
Max. Leistung: 104 kW/151 PS bei 4000 U/min
Max. Drehmoment: 340 Nm bei 1750 - 2500 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplung

Maße und Gewichte

Länge: 4,85 m
Breite: 1,86 m
Höhe: 1,47 m
Radstand: 2,80 m
Leergewicht: 1635 kg
Zuladung: 515 kg
Kofferraumvolumen: 552-1686 Liter

Fahrdaten

Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 11,1 s
Durchschnittsverbrauch: 4,6 Liter/100 km
Reichweite: 1540 km
CO2-Emission: 120 g/km
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse: EU6
Energieeffizienzklasse: A+

Kosten

Basispreis Kia Optima Sportswagon: 25 990 Euro
Grundpreis des Kia Optima Sportswagon 1.7 CRDi: 28 290 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer: 211 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung

Sicherheit: Sieben Airbags, Berganfahrhilfe
Komfort: Klimaanlage, Navigation, Tempomat
Spritspartechnik: Start-Stopp-Automatik

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

dpa-infocom

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