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Felsbrocken in stürmischem Fahrwasser: Die SUVs auf der IAA

Automesse in Frankfurt/Main Felsbrocken in stürmischem Fahrwasser: Die SUVs auf der IAA

Der SUV-Boom kennt offenbar kein Ende: Kaum ein Hersteller auf der IAA, der keins der robusten Autos zeigt. Die Messeneuheiten im Überblick.

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Der X5 soll einen großen Bruder bekommen. Der BMW Concept X7 iPerformance zeigt, wohin die Reise gehen könnte - technisch wie stilistisch.

Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa

Frankfurt/Main. Die Autowelt ist im Umbruch. Doch es gibt einen Fels in der Brandung von Dieselskandal und drohenden Fahrverboten: Autos der Gattung SUV.

Besonders augenfällig ist dies auf der diesjährigen Internationale Automobilausstellung in Frankfurt (Publikumstage: 16. bis 24. September), wo sich praktisch kein Hersteller dem anhaltenden Trend der robusten Fahrzeuge verschließt und Neuheiten in allen Klassen nachgereicht werden.

Allein in Deutschland hatten SUV in den ersten sieben Monaten des Jahres 23 Prozent Marktanteil, sagt Prof. Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen. Wer ohne SUV Autos baut, ist nicht im Autogeschäft.“

Kaum verwunderlich also, dass neue Vehikel mit Geländeoptik in vielen Formen und Größen, für dicke, aber auch dünnere Geldbeutel auf der Messe stehen. Bei VW etwa sonnt sich der recht kleine T-Roc im Scheinwerferlicht als Teil einer SUV-Offensive, die 2018 mit dem noch kleineren T-Cross fortgesetzt wird. Wie die SUV-Zukunft aussieht - auch darauf will VW eine Antwort geben und zeigt die elektrische Studie I.D. Crozz, die 2020 mit 225 kW/306 PS auf den Markt kommen und bis zu 500 Kilometer Reichweite ermöglichen soll.

Bei Mercedes schaut man mit dem Vorserienmodell des Wasserstoff-Plug-in-Hybriden GLC F-Cell nach vorn, der für 2018 angekündigt wird.

Im Frühjahr bereits rollte der 4,38 Meter lange Skoda Karoq in die Showrooms, der auch mit Allrad kommen wird. Die Preise starten bei 24 290 Euro für den kleinsten Motor in der mittleren Ausstattung.

Am Messestand von Opel präsentiert der neue Chef Michael Lohscheller persönlich den neu entwickelten Grandland X. Der 4,48 Meter lange Grandland X bietet Platz für Fünf, auch eine Heerschar an elektronischen Helfern beherbergt er - etwa automatische Gefahrenbremsung, Müdigkeitswarner sowie der Concierge-Dienst Onstar. Lohscheller kündigte - erstmals bei Opel - eine Plug-in-Hybridversion an, aber auch ein neues Dieselflaggschiff.

Traditionell günstig geht es bei der rumänischen Renault-Tochter Dacia zu. Ab Anfang 2018 soll die Zweitauflage des Duster in den Handel kommen. Zwar sind die Preise noch nicht bekannt, aber der Kompakte dürfte wieder zu den günstigsten SUV im Land zählen.

Ein äußerlich kleineres Format bedient Ford mit dem neuen Ecosport, der Ende des Jahres auf den Markt kommt. Überarbeitet wurde die Motorpalette, aufgewertet das Interieur. Erstmals in der Baureihe können Kunden einen Vierradantrieb wählen.

Eher als Kleinwagen-SUV geht am Seat-Stand auch der neue und vom Ibiza abgeleitete Arona durch, obwohl er die Viermetermarke um 14 Zentimeter übertrifft.

Einen Kleinen zeigt mit dem 4,17 Meter langen Kona auch Hyundai. Der Fünftürer bietet bei einem Radstand von 2,60 Meter Platz für fünf Personen und 361 Liter Kofferraum. Als erster Hyundai verfüge er über ein Head-up-Display, so die Koreaner.

Mit Preisen ab 15 790 Euro ist das Schwestermodell des Kona, der drei Zentimeter kürzere Kia Stonic, etwas billiger, dafür verzichtet er aber grundsätzlich auf Allradantrieb. Unter die kleinen SUVs fällt auch der C3 Aircross von Citroën. In Frankfurt zeigt er sich erstmals einem Messepublikum und kommt zu vergleichbaren Preisen ab 15 290 Euro im Herbst zu den Händlern.

Bei BMW ist Politikjournalist Hajo Schumacher, bekennender „SUV-Kritiker“ wie er sagt, auf der Bühne als Gegenüber von BMW-Chef Harald Krüger engagiert. Er redet von den „ganzen Oligarchenbräuten in Berlin“, die doch „diese Riesenkarren“ fahren. Krüger kontert mit Hinweisen auf elektrifizierte und kleine SUVs im Markenportfolio - etwa den in China erhältlichen X1 Plug-in-Hybrid. Und betont die Pläne: Bis 2025 wolle man zwölf reine E-Autos auf den Markt bringen, darunter 2020 einen rein elektrischen X3.

Dessen neue konventionelle Version zeigen die Bayern auf der IAA in dritter Generation. Auf Wunsch gibt es animierte Instrumente, einen Display-Schlüssel und ein neues Touchscreen-Infotainment. In Sachen Assistenz soll etwa ein automatisierter Spurwechsel möglich sein. Auch die Oberklasse will BMW im Segment endlich bedienen: Mit dem 2018 startenden X7, auf den am Stand ein 5,22 Meter langer Luxus-Brocken namens Concept X7 iPerformance mit Plug-in-Antrieb schon mal hinweist.

Bei Porsche geht es gewohnt dynamisch zu. Der Cayenne orientiere sich stark am 911, heißt es, nachdem die Tücher von der dritte Auflage gefallen sind. Sie speckt dank Leichtbau bis zu 65 Kilo ab und wiegt bestenfalls 1985 Kilo.

Die IAA illustriert zwar eine opulente SUV-Vielfalt, und auch die ehemals reinen Sportwagenhersteller sind längst auf den Zug aufgesprungen. Doch Dudenhöffer hat noch einen Kommentar auf der Zunge: „Ferrari fehlt halt noch. Aber auch das wird vermutlich nicht ewig gelten.“

dpa/tmn

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