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Polaris Slingshot: Der freie Radikale

Berlin Polaris Slingshot: Der freie Radikale

Gegen ihn ist selbst ein offener Lamborghini ein Langweiler - kaum ein anderes Auto gibt sich so reduziert und radikal wie der neue Polaris Slingshot. Kein Wunder: In mancher Hinsicht ist der Zweisitzer näher am Motorrad als am Pkw. Das gilt im Guten wie im Schlechten.

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Ein echter Hingucker ist der Polaris Slingshot.

Quelle: Polaris

Berlin. Wo er auftaucht, zücken die Passanten die Kameras. Und wenn man stehen bleibt, kann man sich vor neugierigen Nachfragen kaum retten: Wer mit dem Polaris Slingshot unterwegs ist, darf weder scheu noch schüchtern sein.

Böse wie Batmans Dienstwagen

Der US-Hersteller liefert den neuen Polaris Slingshot zum Jahreswechsel für Preise ab 29 990 Euro erstmals auch nach Deutschland, an etwa 15 ausgewählte Händler. Der radikale Roadster ist so unkonventionell und ungewöhnlich, dass jeder konventionelle Supersportwagen erschreckend schnöde wirkt und selbst das schnellste Cabrio zu einem lustlosen Langweiler wird.

Das liegt vor allem am futuristischen Design des offenen Zweisitzers, dem nicht nur das Verdeck, sondern gleich auch noch die Türen und die Seitenscheiben abhandengekommen sind und dem ein kleiner Windabweiser als Frontscheibe reichen muss. Dank flacher Front und fiesem Blick wirkt er damit im Rückspiegel so bedrohlich, als sei einem Batman persönlich auf den Fersen.

Vorne Auto, hinten Motorrad

Der zweite Grund ist die einzigartige Konstruktion des Flachmanns - als Dreirad mit zwei Rädern vorn und einem hinten. Damit kommen die Amerikaner nicht nur in die Zulassungsklasse L5e und umgehen so die strengen Abgas- und Crashvorschriften für konventionelle Pkw. Sie können sich auf diese Weise vor allem aus den Baukästen ihrer Schneemobile, ihrer leichten Geländefahrzeuge und ihrer Motorräder bedienen. Der Gitterrohrrahmen ist deshalb ähnlich konstruiert wie bei einem sogenannten ATV, das riemengetriebene Hinterrad läuft an einer Schwinge, wie man sie vom Zweirad kennt und die Karosserie ist aus dem gleichen Kunststoff wie beim Schneemobil. Nur der im Bug montierte 2,4-Liter-Vierzylinder mit seinen 129 kW/175 PS und 227 Newtonmeter kommt samt des fünfstufigen Schaltgetriebes aus dem Auto und wird von General Motors zugeliefert.

Das Ergebnis ist ein Fahrgefühl, wie man es sonst in kaum einem anderen Fahrzeug erleben kann: Nicht nur, dass einem der Wind um die Ohren rauscht und die Fliegen an den Kopf klatschen, wenn man sich nicht mit einem Helm schützt. Auch Kurven erlebt man plötzlich viel intensiver. Während sich die beiden frei stehenden Vorderräder mit ihrer breiten Spur fest in den Asphalt krallen, entwickelt das über einen Riemen angetriebene Rad am Heck bisweilen ein Eigenleben. Auch wenn die Elektronik die Schleuder, so die wörtliche Übersetzung von „Slingshot“, rechtzeitig wieder einfängt, ist Nervenkitzel damit garantiert. Dazu noch eine bocksteife Federung und eine messerscharfe Lenkung - schon fühlt sich eine Fahrt in der kaum 800 Kilogramm schweren Flunder viel sportlicher an als in jedem Sportwagen, wenn der von 0 auf 100 knapp sechs Sekunden braucht und die Raserei bei 220 km/h schon wieder vorbei ist.

Fahrspaß ohne Filter

Zwar erlebt man den Slingshot so intensiv, so frei und ungefiltert, wie man sich sonst allenfalls auf einem Motorrad fühlt. Doch übernimmt das umgekehrte Dreirad leider auch die schlechten Seiten eines Zweirades. So fehlen der Wetterschutz und die Sicherheitsausstattung. Man ist deshalb gut beraten, einen Helm zu tragen - selbst wenn dem Gesetzgeber die Dreipunktgurte genügen. Außerdem mangelt es dem Gerät ein wenig an der Liebe zum Detail und der Finesse bei der Materialauswahl. Zum Soundsystem, der Rückfahrkamera und dem Tempomaten hätte es zumindest gegen Aufpreis auch ein Navi, eine Sitzheizung oder wenigstens ein bisschen heiße Luft im Fußraum geben dürfen.

Und wo ältere Semester den Slingshot mit dem „Dreier“ fahren dürfen, gilt bei einem Ausstellungsdatum nach dem 19. Januar 2013 nur noch der Motorradführerschein. Aber immerhin ist das Dreirad bei schönem Wetter halbwegs alltagstauglich. Schon das Handschuhfach ist größer als der Kofferraum manchen Supersportwagens. Und hinter den schlichten Sitzen gibt es jeweils noch mal eine Luke für Helm oder Rucksack.

Fazit: Nur so zum Spaß

Natürlich kann man den Slingshot weder mit einem Motorrad, noch mit einem Supersportwagen vergleichen. Aber genau wie eine Ducati Diavel oder ein Lamborghini Huracan ist er nicht viel mehr als ein Spielzeug für gewisse Stunden. Und wenn Spaß das einzige ist, was man von einem Spielzeug verlangt, dann ist dieses Dreirad genau das richtige. Vor allem, wenn ihnen ein Superbike zu gefährlich und ein echter Sportwagen zu teuer ist.

Datenblatt: Polaris Slingshot

Motor und Antrieb: Vierzylinder-Benziner
Hubraum: 2384 ccm
Max. Leistung: 129 kW/175 PS bei 6400 U/min
Max. Drehmoment: 227 Nm bei 4700 U/min
Antrieb: Heckantrieb
Getriebe: Fünfgang-Schaltgetriebe

Maße und Gewichte
Länge: 3,80 m
Breite: 1,97 m
Höhe: 1,38 m
Radstand: 2,66 m
Leergewicht: 764 kg
Zuladung: k.A.
Kofferraumvolumen: k.A.

Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,7 s
Durchschnittsverbrauch: k.A.
Reichweite: k.A.
CO2-Emission: k.A.
Kraftstoff: Benzin
Schadstoffklasse: k.A.
Energieeffizienzklasse: k.A.

Kosten
Basispreis des Polaris Slingshot: 29 990 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer: k.A.

Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: Dreipunkt-Gurte, Überrollbügel, elektronisches Stabilitätssystem
Komfort: Soundsystem, Rückfahrkamera

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke



dpa

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