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Wie Nachtfahrt ohne Licht: Gefahr durchs Smartphone

Berlin Wie Nachtfahrt ohne Licht: Gefahr durchs Smartphone

Es ist verboten, doch viele Autofahrer machen es: ihr Smartphone während der Fahrt in die Hand nehmen. Aber selbst Freisprechanlagen haben Tücken. Immerhin: Man kann den Verzicht üben.

Berlin. Ohne Smartphone geht es für viele Menschen nicht. Selbst beim Autofahren greifen manche zum Mobiltelefon. Dabei bringen sie sich und andere in Gefahr, so Peter Kiegeland, Verkehrspsychologe aus Berlin.

„Jeder Mensch hat nur ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, das er aufwenden kann“, erläutert er. Wenn sich Autofahrer ihrem Smartphone widmen, geht ein Teil ihrer Aufmerksamkeit von der Straße weg - das kann zum Risiko werden.

Am schlimmsten sei es, den Blick ganz abzuwenden, sagt der Experte, der beim Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen die Sektion Verkehrspsychologie leitet. „Das ist wie das Fahren bei Nacht ohne Licht.“ Ein zweisekündiger Blick auf das Mobiltelefon sorgt bei 100 km/h für 60 Meter blindes Fahren, erklärt der Auto Club Europa.

Laut einer Studie aus den USA steigt das Unfallrisiko deutlich an, wenn man im Auto das Handy nutzt oder sucht. Besonders das Lesen und Schreiben von Textnachrichten ist gefährlich.

Doch auch Freisprecheinrichtungen sind nicht ohne Tücken. „Auch sie lenken ab“, betont Kiegeland. Denn die Konzentration auf das Gespräch wird von jener für die Straße abgeknapst - man ist nicht mehr völlig aufmerksam. Im Gegensatz zum Smartphone in der Hand ist das Telefonat über eine solche Einrichtung nicht verboten. Dennoch sollte man auf Gespräche verzichten oder sie so kurz wie möglich halten.

Aber wie schafft man es, Anrufe oder Kurznachrichten während der Autofahrt zu ignorieren? Mit Übung, lautet die Antwort des Experten. „Der Mensch handelt nach Gewohnheiten“, erklärt er. Und viele haben die Gewohnheit, beim Klingeln sofort an ihr Handy zu gehen. „In jenen Fällen muss man sich klarmachen, dass man im Auto sitzt und deshalb gerade nicht abnehmen kann“, erläutert Kiegeland. Klappt dies einige Male, dann wird dieser Verzicht irgendwann zur Gewohnheit und fällt einem damit deutlich leichter.

Auch die Infotainment-Systeme an Bord sieht Kiegeland als mögliche Unfallrisiken. Wer etwa während der Fahrt neue Ziele ins Navigationsgerät eintippt, fährt kurz blind. Dafür empfiehlt er, kurz anzuhalten. Denn bei aller Technik, die Autos heute bieten: „Einen Lenk-mich-nicht-ab Knopf haben sie nicht. Das muss man selbst hinkriegen.“

Zahl der Verkehrstoten in Europa steigt nach Jahren wieder an

Auf den Straßen Europas sind seit Jahren erstmals wieder mehr Menschen gestorben. Das geht aus einem Bericht der EU-Kommission hervor. Demnach stieg die Zahl der Verkehrstoten seit 2001 wieder an. 2015 starben 26 000 Menschen durch Verkehrsunfälle, 2014 waren es 100 weniger. „Die neusten Zahlen sind enttäuschend“, sagte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc.

Die Zahl der Verkehrstoten lag der Statistik zufolge EU-weit 2015 bei 51,5 Opfern pro eine Million Einwohner und ist damit auf ähnlich hohem Niveau wie in den beiden Vorjahren. Zwischen 2012 und 2013 sank die Zahl der Verkehrstoten noch um 8 Prozent.

Die Länder mit den wenigsten Verkehrstoten pro eine Million Einwohner sind laut Bericht Schweden (27) und die Niederlande (28). Am schlechtesten schneiden Rumänien und Bulgarien (beide 95) ab. Deutschland liegt laut Bericht im unteren Mittelfeld: Dort starben 43 Menschen pro eine Million Einwohner im Straßenverkehr - 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg ist bereits seit Februar amtlich - laut Statistischem Bundesamt kamen 2015 insgesamt 3475 Menschen ums Leben.

dpa/tmn

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