Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Sprühregen

Navigation:
Zwischen Luxus und Raserei: Sportwagenlegende Lamborghini

Zwischen Luxus und Raserei: Sportwagenlegende Lamborghini

Mit Ferrari war Ferruccio Lamborghini nie richtig warm geworden. Also begann der Italiener, der eigentlich Traktoren baute, dem Rivalen etwas entgegenzusetzen. Aus der Schmiede brausten einige der schnittigsten Luxusautos aller Zeiten - benannt nach wilden Stieren.

Rom (dpa) - Als Ferruccio Lamborghini in den 1960er Jahre daran ging, seinen Traum vom ultimativen Sportwagen in die Tat umzusetzen, hatte er klare Vorstellungen. An Flugzeuge oder Raketen sollten die Luxusflitzer erinnern - und in Design und Technik alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen.

Vor allem aber wollte er seinen Rivalen Enzo Ferrari übertrumpfen. Denn der soll auf Kritik an der Kupplung der Ferraris recht hochnäsig reagiert haben, worauf Lamborghini selbst ins Geschäft mit schnellen Autos einstieg. Jetzt jährt sich sein Geburtstag zum 100. Mal.

„Lamborghini, Du magst ja Traktoren fahren können, aber Du wirst nie in der Lage sein, einen Ferrari richtig zu handhaben.“ So zitierte Lamborghini später den „Commendatore“ aus Maranello. „Das war der Punkt, an dem ich mich entschieden habe, selbst das perfekte Auto zu bauen.“ Die Technik habe er sowieso „im Blut“ gehabt - nun hatte er auch einen handfesten Ansporn.

Mit Traktoren kannte sich Lamborghini aber tatsächlich aus. Seine Karriere begann er 1946 mit dem Ankauf von Militärfahrzeugen, die er in landwirtschaftliche Maschinen umbaute. Nur zwei Jahre später gründete er die Traktoren-Fabrik „Lamborghini Trattori“ in Sant'Agata-Bolognese und baute hier neue Traktoren eigener Entwicklung, mit denen er ein Vermögen verdiente.

Seiner Leidenschaft für Sportflitzer gab er ebenfalls 1948 erstmals nach, als er mit einem eigenhändig aufgebesserten Fiat-Topolino, dem „Mäuschen“ unter den Agnelli-Modellen, das Straßenrennen der Mille Miglia von Brescia nach Rom bestritt - und von der Straße flog.

An seiner Passion änderte das nichts: Aus der Traktorenwerkstatt wurde Anfang der 1960er Jahre eine der edelsten Sportwagenschmieden der Welt: die „Automobili Ferruccio Lamborghini S.p.A.“. 1963 debütierte diese auf der Automobilmesse in Turin mit dem Luxus-Renner „350 GTV“ mit zukunftsweisenden Linien und Zwölfzylindermotor. „Ein Kilometer in 27 Sekunden!“, schwärmte Lamborghini damals.

Das spätere Modell Miura, benannt nach einem spanischen Kampfstierzüchter, erlangte ebenfalls hohe Berühmheit, ebenso wie der „Countach“ (1974) und der „Diablo“ (1990). Sie alle zählen bis heute zu den mondänsten Modellen des internationalen Automobilbaus.

Kunden des 1916 in einem Dorf bei Bologna geborenen Autobauers waren Promis wie Frank Sinatra, Henry Ford und Grace Kelly, die 1967 mit Fürst Rainier in einem gläsernen Lamborghini Marzal durch Monaco brauste. Sinatra betonte: „Du kaufst einen Ferrari, wenn Du jemand sein willst. Du kaufst einen Lamborghini, wenn Du jemand bist.“

Mit Beginn der Ölkrise zog sich der Konstrukteur der „Millionärs-Spielzeuge“ 1973 aus dem Automobil-Geschäft auf sein Landgut am Trasimenischen See zurück und startete eine zweite Karriere als erfolgreicher Weinbauer. Drei fahrbereite Lamborghinis soll er sich „im Stall“ gehalten haben. „Wenn ich das Geräusch und die Raserei vermisse, dann suche ich in meiner Garage Zuflucht und stecke den Schlüssel in die Zündung meines Miura“, erklärte er als 68-Jähriger. Ferruccio Lamborghini starb 1993 im Alter von 76 Jahren. Das Unternehmen Lamborghini ist inzwischen eine Konzernmarke von Volkswagen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
München

Ölwechsel, Zündkerzen tauschen und neue Lampen einschrauben - alles Service-Arbeiten, die früher viele Autofahrer in Eigenregie erledigten. Ist das heute auch noch möglich?

mehr
Mehr aus Auto und Verkehr
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Ratgeber - Fahrschule In MV hatten 2015 fast 700 000 Menschen einen Führerschein. Jeder dritte Fahrschüler scheitert jedoch an der theoretischen Fahrprüfung. Damit Sie gut auf den Straßenverkehr vorbereitet sind, haben wir hier einige Tipps zusammengestellt.

Hier finden Sie alles rund um die Themen Bauen, Wohnen und Leben. mehr

Tipps & Tricks für Ihren Alltag - In unserem Freizeitportal halten wir Sie mit aktuellen News - rundum die Themen Events, Lifestyle, Reisen und vielfältigen Tipps für die Küche - auf dem Laufenden. mehr

Inhalte zu Events, Veranstaltungen & Messen

Was? Wann? Wo?
Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr