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EU einig über neue Energie-Labels für Elektrogeräte

Von A bis G EU einig über neue Energie-Labels für Elektrogeräte

Verbraucher suchen beim Kauf neuer Geräte nach energiesparenden Modellen - das zeigen Umfragen. Und sie richten sich nach offiziellen Kennzeichnungen. Die allerdings sind derzeit bisweilen irreführend.

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Verbraucher sollen besonders energiesparende Geräte im Laden künftig sofort erkennen können. Die EU will Labels wie A+++ abschaffen und durch eine Skala von A bis G ersetzen.

Quelle: Jens Büttner/dpa

Brüssel. Verbraucher sollen besonders energiesparende Geräte im Laden künftig sofort erkennen können. Die EU will deshalb die verwirrende Kennzeichnung von Waschmaschinen, Kühlschränken oder Fernsehern mit Labels wie A+++ abschaffen und durch eine einfache Skala von A bis G ersetzen.

Bis die ersten neuen Labels im Laden zu finden sind, dauert es wohl noch gut zwei Jahre. A steht dann für die besten Geräte am Markt, G hingegen für stromschluckende Modelle. Darauf haben sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten geeinigt, wie die EU-Kommission und EU-Rat am späten Dienstagabend mitteilten.

Schon früher galten diese Kategorien. Als jedoch moderne Geräte hinzu kamen, wurde die bessere Energieeffizienz mit zusätzlichen Pluszeichen ausgezeichnet. Die Folge: Geräte der Kategorie A wirkten zwar sparsam, doch gab es weit bessere. Künftig sollen die Kriterien nachjustiert werden, so dass A dauerhaft die beste Klasse bleibt.

Es sei höchste Zeit gewesen, das anzupassen, erklärte Energiekommissar Maroš Šefčovič. Zusätzlich sollen Geräte künftig in einer Produktdatenbank registriert werden. Verbraucher sollen den Energieverbrauch per Datenbank-Recherche vergleichen können und so das sparsamste Gerät finden.

Die EU-Kommission verspricht sich von der besseren Kennzeichnung Energieersparnis im großen Maßstab. Umfragen zeigten, dass 85 Prozent der Europäer beim Kauf von Produkten auf die Energie-Labels achteten, hieß es.

„Die Vereinbarung ist eine gute Nachricht für die Verbraucher und die Unternehmen Europas, für unsere Energierechnung und für das Klima“, erklärte EU-Umwelt-Kommissar Miguel Arias Cañete. Mit dem besseren Energielabel und einer energiesparenden Konstruktion der Geräte könnten Haushalte fast 500 Euro im Jahr sparen.

Hersteller und Händler könnten zusätzlichen Umsatz von 65 Milliarden Euro jährlich erwarten. Und insgesamt könnte sich die Energieersparnis auf den jährlichen Verbrauch Italiens und des Baltikums summieren, rechnete der Kommissar vor.

Die Entscheidung muss noch formal sowohl von den Mitgliedsländern als auch vom EU-Parlament gebilligt werden. 15 Monate später soll sie nach Auskunft einer Sprecherin in Kraft treten. Ein Jahr darauf sollen die Labels dann auf Produkten in Läden zu finden sein.

Die EU-Kommission hatte die Rückkehr zur Skala von A bis G bereits im Juli 2015 vorgeschlagen. Das Label selbst gibt es seit 20 Jahren.

Was aktuelle Effizienzklassen bedeuten

Verbraucher können sich beim Kauf neuer Elektrogeräte an den Effizienz-Labeln orientieren. In rund zwei Jahren sollen sich diese ändern. Die HEA - Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung hat eine Liste mit dem derzeit gültigen Stand für die einzelnen Gerätegruppen zusammengestellt:

- Waschmaschinen: Die Hersteller dürfen nur noch Modelle in den höchsten Energieeffizienzklassen A+++ bis A+ auf den Markt bringen. A+++ verbraucht rund ein Viertel weniger Energie als A+. Alle weiteren auf dem Etikett angegebenen Effizienzklassen von A bis D sind zu vernachlässigen. Diese Geräte dürfen derzeit nicht mehr neu in den Handel gebracht werden. Wer noch ein Modell dieser Effizienzklassen findet, muss wissen, dass es sich um Lagerware mit hohem Energieverbrauch handelt.

- Wäschetrockner: Hier gelten die Klassen A+++ bis D. In die besten vier Klassen schaffen es nur Geräte mit Wärmepumpen. Sie verbrauchen bis zu 70 Prozent weniger Energie als herkömmliche Trockner.

- Geschirrspüler: Hier dürfen nur noch Modelle mit A+++ bis A+ in den Handel kommen. Zusätzlich zur Energieeffizienzklasse und dem Wasserverbrauch ist auf dem Energielabel von Geschirrspülern die Trocknungswirkung in den Klassen A bis G angegeben.

- Staubsauger: Bislang gibt es hier eine Einteilung in die Klassen A bis G. Da die Geräte aber immer effizienter und sparsamer werden sollen, lässt die EU ab September 2017 nur noch Geräte mit den Klassen A+++ bis D in den Handel. Die Reinigungsklasse ist bei Staubsaugern fast genauso wichtig wie der Energieverbrauch. Denn diese gibt an, wie gut das Gerät Staub und Schmutzpartikel von Teppichböden und Hartböden, etwa Fliesen, Laminat oder Holzdielen, aufnimmt. Für Allergiker ist außerdem die Staubemissionsklasse wichtig.

- Kühl- und Gefrierschränke: Nur die Klassen A+++ bis A+ dürfen neu in den Handel. Geräte mit den tieferen Klassen bis D dürfen noch abverkauft werden. Wer ein altes Gerät kauft, muss mit hohen Energiekosten rechnen. Doch schon ein A+++-Gerät verbraucht etwa halb so viel Energie wie ein A+-Modell.

- Backofen: Seit Januar 2015 reichen die Klassen auf dem Energielabel von A+++ bis D. Als schlechteste Klasse darf B neu auf den Markt.

dpa

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