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Schadensbegrenzung - Was nach dem Einbruch zu tun ist

Berlin Schadensbegrenzung - Was nach dem Einbruch zu tun ist

Nach einem Einbruch sind viele erst einmal geschockt. Am wichtigsten ist aber, die Nerven zu behalten und unverzüglich weiteren Schaden zu vermeiden. Dazu gehört das Sperren von EC- und Kreditkarten.

Berlin. Bei mir ist eingebrochen worden - und jetzt? Man kommt nach Hause und findet nach einem Einbruch das totale Chaos vor. Die erste Reaktion ist Schock, Angst und Hilflosigkeit, dabei ist schnelles Vorgehen jetzt wichtig. Die wichtigsten Tipps:

Die allerersten Schritte:  Polizei und die Schadensabteilung der Hausrat- oder Gebäudeversicherung müssen umgehend informiert werden. Außerdem schreiben viele Versicherungsverträge vor, dass der Schaden so gering wie möglich zu halten ist. Darauf weist die  Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin. Das bedeutet: Wichtig ist jetzt, gestohlene EC- und Kreditkarten umgehend sperren zu lassen sowie den Verlust anderer wichtiger Dokumente zu melden.

Zahlungskarten lassen sich bei den jeweiligen Anbietern oder unter dem zentralen kostenlosen Notruf 116 116 sperren. Hier können Betroffene auch gestohlene Handy-SIM-Karten melden - oder sie wenden sich an ihr Mobilfunkunternehmen. Bei Sparbüchern oder Anlagedokumenten sollte man sich unverzüglich an seine Bank wenden. Auch ein Personalausweis mit eingeschalteter Online-Ausweisfunktionmuss so schnell wie möglich gesperrt werden, rät die Polizeiliche Kriminalitätsprävention der Länder und des Bundes. Das geht unter den Nummern 0180/1 33 33 33 oder 116 116 sowie im Bürgeramt.

Zur Vorbereitung auf den Ernstfall: Die notwendigen Informationen sicher hinterlegen. Zum Sperren der Zahlungskarten benötigt man die Kontonummer oder Kreditkartennummer, notfalls reichen auch Name, Geburtsdatum, Adresse und Name der Bank. Für das Handy benötigt man neben der Telefonnummer die Kartennummer sowie das Kenn- und Passwort. Zum Anzeigen des Diebstahls des Handys braucht die Polizei die 15-stellige Seriennummer (IMEI-Nummer). Diese erhält man durch Eingabe der Tastenkombination *#06#. Für das Sperren des onlinetauglichen Personalausweises braucht man das Sperrkennwort aus dem PIN-Brief.

Nach dem ersten Durchatmen: Bis zum Eintreffen der Polizei darf am Tatort nichts verändert werden. Man könnte sonst mögliche Spuren der Täter vernichten. Und auch mit der Versicherung muss nun besprochen werden, wie mit den Schäden umgegangen wird. Denn wer ohne Rücksprache mit der Versicherung Einbruchsschäden reparieren lässt, läuft Gefahr, diese Kosten nicht regulieren zu können.

Die weiteren Schritte: Innerhalb von drei Wochen sollte eine möglichst vollständige Liste der gestohlenen Gegenstände der Versicherung und Polizei geschickt werden. Das gehört oft zu den Versicherungsbedingungen. Geschieht dies nicht innerhalb dieser Frist, kann es sein, dass die Versicherung nichts ersetzen muss. Das geht zumindest aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf hervor, auf das die Einbruchs-Initiative „Nicht bei mir“ verweist (Az.: I-4 U 195/07). Allerdings sieht das nicht jedes Gericht so. Das Oberlandesgericht Celle (Az.: 8 U 190/14) entschied in so einem Fall, dass der Betroffene nicht zwangsläufig den Versicherungsschutz verliert. Der Versicherte war auf diese Konsequenzen einer Pflichtverletzung nicht hingewiesen worden.

Zur Vorbereitung auf den Ernstfall: Gut ist, eine Liste der eigenen Habseligkeiten zu erstellen, um später einfacher nachzuvollziehen, was gestohlen wurde. Kaufbelege, Quittungen, Expertisen und Urkunden am besten aufbewahren, andernfalls Beschreibungen erstellen mit Angaben zum Material, Maßen, Nummern-Codierungen, Hersteller und Typenangaben bei Geräten. Und: Eine solche Liste bei Verwandten, Freunden oder im Bankschließfach hinterlegen. Die Polizeiliche Kriminalitätsprävention der Länder und des Bundes empfiehlt, zusätzlich die Gegenstände zu fotografieren.

Einbruchs-Zahl auf höchstem Stand seit mehr als 20 Jahren

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist einem Bericht zufolge auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren gestiegen. Für das Jahr 2015 weise die Kriminalstatistik 167 136 erfasste Fälle aus und damit 9,9 Prozent mehr als im Jahr davor, berichtete „Die Welt“ unter Berufung auf die neue Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). So hoch lag die Zahl der Wohnungseinbrüche demnach zuletzt 1993.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) führt den Anstieg bei Wohnungseinbrüchen auf Personalabbau bei der Polizei zurück. „Die Polizei ist gezwungen, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Deshalb hat die Polizei schon Reviere schließen müssen“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek. Seit 2005 stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche laut GdP um rund 52 Prozent - durchschnittlich geschehe alle drei Minuten ein Einbruch.

KfW erweitert Förderung von Einbruchschutz ab April

Die KfW-Förderbank erweitert ab dem 1. April die Förderung von Maßnahmen zum Einbruchschutz. Eigentümer und Mieter können im Rahmen des Programms „Altersgerecht Umbauen“ neben Zuschüssen nun auch zinsgünstige Kredite für in Höhe von bis zu 50 000 Euro pro Wohneinheit in Anspruch nehmen. Bislang wurden lediglich Zuschüsse bis maximal 1500 Euro pro Wohneinheit gezahlt. Förderfähig sind unter anderem der Einbau und die Nachrüstung einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüre sowie der Einbau von Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen oder Bewegungsmeldern.

dpa/tmn

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