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OZ-Leserforum Rechtzeitig vorsorgen!

Ein Pflegefall kann jederzeit eintreten. Hilfe bieten die Pflegestützpunkte im Land an. Wichtig ist, dass die Angehörigen über eine Vorsorgevollmacht verfügen.

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Markus Juhls (v.r.) von der AOK Nordost, Notar Thomas Lemcke und weitere Experten beantworteten die Fragen der Besucher - hier in Greifswald.

Quelle: Peter Binder

Rostock. Ein Unfall, eine Krankheit, schon ist der Angehörige vielleicht vorübergehend nicht mehr ansprechbar und anschließend ein Pflegefall. Auf etwaige Fälle sollte man vorbereitet sein. Experten raten dazu, wichtige Fragen zu Erbschaft und Pflege früh zu klären. Auf den jüngsten Foren „Achtung, vorsorgen!“ berieten sie die Leserschaft. Hier einige Fragen und Antworten:

Frage: Welche Unterstützungs- und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige und Betroffene gibt es hierzulande?

Antwort: Es existiert eine Vielzahl von Angeboten. Dazu gehören die Unterstützung durch ambulante Pflegedienste, Kurzzeitpflege sowie die Urlaubs- und Verhinderungspflege. Zudem gibt es Betreuungs- und Entlastungsleistungen, die Tagespflege, Hilfsmittel und eine sogenannte Wohnraumanpassung. Dienstleister, beispielsweise „Essen auf Rädern“ und Hauswirtschaftsdienste, können ebenfalls in Anspruch genommen werden. Wichtige Anregungen vermitteln außerdem Selbsthilfegruppen. Wir empfehlen, sich frühzeitig beraten zu lassen, um Überlastungssituationen zu vermeiden.

Frage: Ich habe etwas vom Projekt PfiFf gehört. Was verbirgt sich konkret dahinter?

Antwort: Das von der AOK Nordost entwickelte Programm PfiFf – Pflege in Familien fördern – gibt es seit einem Jahr in MV. Die Universitätsmedizin Greifswald, die Universitätsmedizin Rostock, das Kreiskrankenhaus Wolgast, die Helios Kliniken Schwerin, das KMG Klinikum Güstrow und Boizenburg sowie das Sana Krankenhaus auf Rügen bieten das Projekt bereits an. Die erste Beratung findet bereits am Krankenbett statt. Darüber hinaus werden in den Kliniken Pflegekurse angeboten, auch Hausbesuche sind möglich.

Frage: Sind diese Kurse kostenlos?

Antwort: Ja. Konkret werden den Angehörigen unter anderem praktische Ratschläge und Techniken zur Lagerung, zum Heben und zur Ernährung der Pflegebedürftigen vermittelt. Es gibt hier aber auch Informationen zum Leistungsangebot rund um das Thema Pflege, zu Krankheitsbildern und Netzwerken für die Hilfe.

Frage: Warum sollte ich einen solchen Pflegekurs noch besuchen?

Antwort: Ein Pflegefall trifft die Angehörigen oftmals überraschend. Viele denken dann: „Das schaffe ich schon!“ Doch in der Praxis sieht das ganz anders aus. Zumal die Pflegeleistungen meist über viele Jahre erforderlich sind. Sich frühzeitig Hilfe und Unterstützung zu suchen, hilft|, einer Überforderung der Pflegenden vorzubeugen. Letztere ist häufig die Ursache für die Suche nach einem Heimplatz.

Frage: Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Pflegestützpunkte?

Antwort: Im Nordosten gibt es aktuell 14 Pflegestützpunkte. Insgesamt 52 Mitarbeiter stehen den Hilfesuchenden und ihren Angehörigen unabhängig und kostenfrei zu Diensten. Sie führen die Betroffenen beispielsweise durch den Antragsdschungel. Wichtig ist auch die Beratung über finanzielle Möglichkeiten, die das Land und die Kassen bieten, um unter anderem Umbaumaßnahmen in der Wohnung realisieren zu können. Mehr dazu im Internet unter:

Frage: Wer kann sich von den Beratern in einem Pflegestützpunkt beraten und unterstützen lassen?

Antwort: Jeder Bürger, der Fragen zum Thema Pflege hat, kann sich hier kostenfrei und neutral beraten lassen. Aber auch hier gilt ein wichtiger Grundsatz: Kommen Sie, um für Ihren Angehörigen etwas zu regeln, braucht Sie eine Legitimation – eine sogenannte Vorsorgevollmacht.

Frage: Was wird in einer Vorsorgevollmacht denn geregelt?

Antwort: Betroffene regeln hier jenen Fall, indem sie selber nicht mehr in der Lage sind, eigene Entscheidungen zu treffen. Dies kann infolge von Alter, Gebrechlichkeit und plötzlichen Notsituationen eintreten. Durch eine Vorsorgevollmacht kann eine gesetzliche Betreuung vermieden werden. Diese vom Betreuungsgericht eingesetzte Person ist dann nicht erforderlich, soweit ein Bevollmächtigter die Angelegenheiten regeln kann. Der Betroffene benennt also in gesundenTagen die Vertrauensperson, die bei später eintretender Geschäfts- und/oder Einwilligungsunfähigkeit im Namen des Betroffenen entscheidet.

Frage: Müssen derartige Vollmachten notariell beglaubigt werden?

Antwort: Diese Vollmachten müssen grundsätzlich nicht notariell beglaubigt werden. In einigen Situationen ist es allerdings sinnvoll, Vollmachten notariell beglaubigen oder beurkunden zu lassen. Dies trifft insbesondere bei Grundstücksgeschäften zu.

Frage: Wen sollte man als Bevollmächtigten einsetzen?

Antwort: Man sollte eine Person des Vertrauens, zum Beispiel Familienangehörige, Nachbarn oder Freunde, als Bevollmächtigten einsetzen. Eine Untervollmacht für Vermögensgeschäfte ist mitunter empfehlenswert.

Frage: Wer berät zu Vollmachten?

Antwort: Eine detaillierte Rechtsberatung zu diesem Thema erhalten Sie unter anderem beim Notar oder einem Rechtsanwalt. Auch die Pflegestützpunkte, die Betreuungsbehörde oder Betreuungsvereine geben Auskunft.

Frage: Was ist eine Patientenverfügung?

Antwort: Für den Fall, in dem ein Zustand der Entscheidungsunfähigkeit, etwa bei Bewusstlosigkeit, im Koma oder bei schwerer Demenz, vorliegt, sind in der Patientenverfügung alle Wünsche zur medizinischen Behandlung oder zum Abbruch medizinischer Maßnahmen formuliert. Da die Erklärungen nur schwer derart detailliert darzulegen sind, dass sie dem Arzt die Entscheidung genau vorgeben, ist es wichtig, dass die Patientenverfügung durch eine Vorsorgevollmacht ergänzt wird. Aufgabe des Vorsorgebevollmächtigten ist es, den in der Patientenverfügung niedergelegten Willen gegenüber den Ärzten durchzusetzen.

Frage: Kann ich in einer Vorsorgevollmacht auch mehrere Personen bevollmächtigen?

Antwort: Es steht Ihnen frei, eine oder mehrere Personen zu bevollmächtigen. Wichtig ist jedoch, dass Sie bestimmen, ob jede bevollmächtigte Person allein handeln kann (Einzelvertretungsbefugnis) oder Sie nur durch sämtliche bevollmächtigte Personen gemeinsam vertreten werden können (Gesamtvertretungsbefugnis). Letzteres kann jedoch in der praktischen Umsetzung schwierig sein, da die Bevollmächtigten dann bei jeder zu treffenden Entscheidung gemeinsam handeln müssen und bei Abwesenheit eines Bevollmächtigten (z.B. durch Urlaub) nicht handlungsfähig sind.

Hier finden Sie Hilfe:

Rostock
Pflegeberatung: 0381/ 3811507
Sozialberatung: 0381/3811508
Außenstelle Süd0381/381-1506; 381-1509

Schwerin
0385/5452120; 5452121

Anklam
03834/ 87602510; 87602511

Greifswald
03834/87602514; 87602515

Pasewalk
03834/87602512; 87602513

Vorpommern-Rügen
03831/3571802; 3571801

Demmin
0395/570874751; 570874750

Neustrelitz
0395/570873751; 570873750

Güstrow
03843/75550241; 75550240

Grevesmühlen
03841/30405080; 30405081

Wismar
03841/30405082; 30405083

Ludwigslust
03871/7225094; 7225093

Parchim
03871/7225092; 7225091

 Juliane Lange

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