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Arbeiten in der Bio-Branche

Mit gutem Gewissen Arbeiten in der Bio-Branche

Bioprodukte werden immer beliebter. Von der Landwirtschaft bis zum Handel: Fachkräfte werden entlang der ganzen Wertschöpfungskette gesucht. Gute Voraussetzungen für alle, die dort arbeiten möchten. Doch welche Berufswege gibt es? Und wie kommt man dort hinein?

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Wer sich auf Ökolandbau spezialisieren will, kann nach dem Studium am Traineeprogramm Ökolandbau teilnehmen. Das ist ein Programm initiiert im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Quelle: Benjamin Brückner

Berlin. In der Bio-Branche arbeiten hauptsächlich Landwirte mit eigenem Bio-Hof? Ein Klischee, das nicht mehr zeitgemäß ist. Deutschlandweit gibt es mehr als 35 000 Unternehmen, die in der biologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft arbeiten.

„Tendenz steigend“, sagt Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender beim Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Das ist der Spitzenverband von Erzeugern, Verarbeitern und Händlern ökologischer Lebensmittel in Deutschland. Die Berufsfelder in der Bio-Branche sind vielfältig, ebenso die Anforderungen.

Leitgedanke der ökologischen Landwirtschaft ist das Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Zum Beispiel verwenden die Bauern beim Pflanzenschutz keine chemisch-synthetischen Mittel. 2015 wirtschafteten 8,7 Prozent aller Agrarbetriebe in Deutschland nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau, acht Jahre zuvor waren es 1,3 Prozent.

Der Bio-Boom am Markt hat aber nur langsam Auswirkungen auf das Ausbildungs- und Studienangebot. In den Berufsschulen ist der ökologische Landbau zwar seit 1996 als Teil der Ausbildung vorgesehen, jedoch nicht verpflichtend. Spezifische Fachschulen, zur Weiterbildung nach einer Berufsausbildung, entwickeln sich erst langsam, sagt Prof. Anna Maria Häring von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Auf den ökologischen Landbau zugeschnittene Studiengänge gibt es zum Beispiel von der Universität Kassel und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Häring ist Studiengangsleiterin in Eberswalde. Die Absolventen hätten viele Optionen, meint sie. Neben einem Job in der Landwirtschaft komme der Handel, aber auch die Arbeit für Verbände und die politische Interessenvertretung in Betracht.

Johannes Augustin entschied sich für ein allgemeines Studium der Agrarbiologie an der Universität Hohenheim, in dem Ökolandbau ein Aspekt unter vielen war. „Mir erschien es wichtig, auch die konventionelle Wirtschaftsweise kennenzulernen, um breiter aufgestellt zu sein“, erzählt er. Nach dem Studium ergattert er eine Stelle im Traineeprogramm Ökolandbau, ein Programm initiiert im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Es ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung.

Das Traineeprogramm ist ein einjähriges, berufsbegleitendes Ausbildungsprogramm für jährlich 25 Berufseinsteiger in die Bio-Branche. Unternehmen aus der gesamten Branche bieten Stellen im Rahmen des Programms an - von Lebensmittelerzeugern und Händlern bis hin zu Beratungs- und Forschungseinrichtungen. Ebenso vielfältig sind die Berufsfelder: „Aktuell gibt es unter anderem Stellen in Marketing und Vertrieb, in der Ökoberatung für den Ackerbau, aber auch in der Öffentlichkeitsarbeit“, sagt Simone Windhagen vom Traineeprogramm.

Auch der Handel profitiert vom Bio-Boom: 2015 kauften deutsche Haushalte für 8,62 Milliarden Euro Bio-Lebensmittel und -Getränke ein und gaben damit rund elf Prozent mehr für Bio-Produkte aus als noch im Vorjahr. Die Ansprüche der meist gut informierten Kunden sind hoch. „Mitarbeiter im Naturkostfachgeschäft brauchen daher eine hohe Beratungskompetenz“, sagt Harald Wurm vom Bildungswerk des Bundesverbands Naturkost und Naturwaren (BNN). Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen in dem Bereich sind gefragt.

Für welchen Weg man sich am Ende auch entscheidet: Voraussetzung für den Einstieg in die Branche sei vor allem Interesse an der ökologischen Landwirtschaft und dem Natur-und Umweltschutz, so Wurm.

dpa

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