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Bürgermeisterkandidat Dr. Peter Menzel. „Zu Hause wie im Rathaus: Immer gemeinsam“

Anzeige Bürgermeisterkandidat Dr. Peter Menzel. „Zu Hause wie im Rathaus: Immer gemeinsam“

Ein Gespräch vor der Stichwahl über Visionen und Briefkästen. Keine 24 Stunden mehr, dann öffnen die Wahllokale und die Kühlungsborner dürfen entscheiden, wer ihnen den kommenden sieben Jahren, als Bürgermeister zur Seite steht. Peter Menzel steht zwei Tage zuvor aber erstmal an einer Haustür in der Borgwardt-Straße und wirft einen Flyer ein.

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Kühlungsborn. Gut gelaunt wischt er sich den Regen aus dem Gesicht. Vom Segeln kennt er schlimmeres. Menzel startet bei Meisterschaften in der Formula 18-Klasse für Sportkatamarane. Es ist spektakulär, wenn er bei bis zu 60 km/h über dem Wasser hängt, nur durch ein Seil mit dem Boot verbunden.

Bis vor kurzem hat Peter Menzel den Nachwuchs des Segelclubs unterrichtet. Seine Augen leuchten: „Unsere Vereine sind dafür da, den Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben, ihre Freizeit zu gestalten. Aber sie lernen auch viel über Gemeinschaft und Verantwortung.“ Von seinen 120 Mitgliedern sind 45 Kinder. „Sie zahlen im Monat drei Euro. Keiner darf wegen seines Einkommens ausgeschlossen werden. Die Vereine in Kühlungsborn leisten viel für das soziale Leben und die Verbundenheit in dieser Stadt.“ Gemeinsam mit Bürgermeister Rainer Karl und dank Beschluss der Stadtvertreter sei es gelungen, Fördergelder für das architektonisch beeindruckende Jüngstensegelzentrum am Bootshafen einzuwerben.

Während er munter erzählend Faltblätter in Briefkästen wirft, grüßen immer wieder Leute. Manche wünschen ihm Glück, einige rufen, sie hätten schon gewählt. Andere wollen noch einmal etwas ganz genau wissen. In diesen Momenten legt Menzel oft die Stirn in Falten, fragt nach und antwortet erst, wenn er genau weiß, worum es geht. Dann wirkt er wie ein Wissenschaftler, der ein Problem analysiert, bevor er zur Lösung schreitet. „Ja, da bin ich nicht so abgebrüht und behaupte, ich hätte auf der Stelle eine Lösung für alles. In meinem Arbeitsumfeld wäre das unseriös. Ich denke in der Regel erst nach, entwickle eine Idee oder hole Expertenrat ein. Auf der Basis von Wissen bin ich entschlussfreudig und muss es auch sein.“

Doch auf sein Programm angesprochen, sprudelt der 37-jährige wie ein Wasserfall. Er erklärt sein intelligentes Verkehrsleitsystem. Beschreibt, wie man gleichzeitig den Einzelhandel stärken kann, Radfahrer und Fußgänger glücklich macht und mit kurz getakteten Stadtbussen Straßen entlastet.

In der Neuen Reihe angekommen, fährt ein kleiner Junge auf einem Fahrrad vorbei und ruft: „Hallo Peter! Hallo Bürgermeister!“, Menzel winkt zurück und lacht: „Das passiert jetzt häufiger. Die Leute erkennen mich.“ Das war vor fünf Monaten noch anders. Menzel arbeitet seit 2008 in städtischen Ausschüssen, war vielen Kühlungsbornern jedoch unbekannt.

„Ich stehe nicht gern im Vordergrund. Aber ich mag es, Ziele zu erreichen. Wenn es notwendig ist, mich bekannt zu machen,umals Kandidat wahrgenommen zu werden, dann tue ich das. Wenn es notwendig sein wird, mich ins Auto zu setzen und quer durch Deutschland zu fahren, um ein Problem zu lösen, werde ich das genauso tun. Ich sehe das pragmatisch: In Zeiten des Wahlkampfes, ist es meine Aufgabe Wahlkampf zu betreiben. Die Leute können daran ablesen, wie ich in der Verwaltung arbeiten werde. Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, dürfen keine halben Sachen machen oder vor dem Ziel nachlassen. Wenn ich die Möglichkeit habe Medien und soziale Netzwerke zu bedienen oder einen Film zu machen – was heute technisch einfach möglich ist – dann mache ich das auch, um eine maximale Wirkung zu erzielen. Und genauso sehe ich das in der Stadt, wenn ich ein Projekt angehe, dann bündle ich die Kräfte, um es zum Erfolg zu führen.“ Ein älterer Spaziergänger mit Hund bleibt auf Höhe Schulzentrum stehen und bremst den Redefluss. „Aha, der Herr Menzel. Ich finde gut, dass sie ihre Plakate gerade rücken, wenn einer die verdreht hat. Sie sind ordentlich, so muss man sein. Ich habe gehört, dass sie mehr Papierkörbe im Stadtwald aufstellen wollen. Vergessen sie das aber nicht nach der Wahl...“ Der Bürgermeisterkandidat freut sich: „Man spricht im Wahlkampf ja immer von großen Visionen. Aber am Ende des Tages geht es häufiger um einen Briefkasten, um Sauberkeit und darum ansprechbar zu sein. Das ist kein Job sondern eine Berufung, die nicht aufhört, wenn ich abends das Rathaus abschließe. Ich werde viel lernen und ich werde in das Amt hineinwachsen.“

Menzel packt die Flyer ein, will die Kinder ins Bett bringen.  „Das werde ich später noch oft genug nicht machen können. Mein Team übernimmt jetzt die Werbung, so wie meine Familie mir oft den Rücken freihält. Nur so geht’s, zu Hause wie im Rathaus: Immer gemeinsam.“

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