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Faber kriegt aufs Maul

Tatort-Blitzkritik Faber kriegt aufs Maul

Peter Faber ist das Arschloch unter den Tatort-Ermittlern schlechthin. In der Folge „Zahltag“ rächt sich das – er bekommt auf die Fresse von allen Seiten. Überraschend daran: Es scheint ihm gut zu tun.

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Der Schauspieler Jörg Hartmann als Kommissar Faber.

Quelle: Bernd Thissen/dpa

Rostock. Nein, Mitleid kann man mit Faber (Jörg Hartmann) schwer haben. Er gibt zwar das Kollegenschwein, mimt den Kotzbrocken – aber auf einer anderen Ebene ist er schwer in Ordnung. Seinem Beruf ordnet er alles unter, auch seiner Berufung: Verbrecher finden, Verbrechen aufklären. Diese Figur fasziniert und hält auch im Krimi „Zahltag“ bei der Stange. Aus den Handlungssträngen hätten gut zwei Filme entstehen können: Es geht um den Mord in der Rockerszene und um die persönlichen Verwicklungen innerhalb der Mord-Kommision einschließlich peinlicher Befragungen durch einen internen Ermittler in Sachen Faber.

Die psychologischen Verstrickungen sind dabei wesentlich spannender als der eigentliche Kriminalfall. Wie Fabers Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt) dem auf zwischen Genie und Wahnsinn wankenden Faber die Treue hält und sich dann doch konsequent und verachtend abwendet, ist bewegend. Da wird die Einsamkeit des so verletzlichen Faber fast greifbar. Der muss diesmal einen Nackenschlag nach dem anderen hinnehmen – und bleibt doch sich und seiner Linie stets treu.

Allerdings bleiben Wirkungstreffer nicht aus und das bewegt sogar einen Faber, mal „Danke“ zu Kollegen zu sagen. Oder sich leise stotternd zu entschuldigen. Sich menschlicher zu geben. Mit mal mehr, mal weniger Erfolg.

Irgendwie beeindruckt diese Haltung sogar den internen Ermittler Pröll (Milan Peschel). Unterschiedlicher könnten zwei Menschen kaum sein – trotzdem stellen beide großartig da, welche Ähnlichkeit sie doch in ihrer fokussierten Arbeitsweise haben.

Als schließlich die Rockerfaust krachend in Fabers Gesicht landet, ergibt der sich stoisch in sein Schicksal, zeigt keinerlei Gegenwehr. Doch wer Faber kennt, weiß: Er wird irgendwann eine Antwort haben. Auch wenn man zwischendurch gedacht hat, die Geschichte um den verrückten Ermittler ist auserzählt: Am Ende ist es wieder spannend: Was hat diese Episode aus dem Menschen Faber wohl gemacht?

Nick Vogler

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