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Jubiläum mit Pappbechern

Tatort-Blitzkritik: „Mia san jetz da wo's weh tut“ Jubiläum mit Pappbechern

Schrill, modern, brutal und durchgeknallt ist der neue Fall der Münchener Kommissare Batic und Leitmayr, die seit 25 Jahren gemeinsam ermitteln.

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Die Schauspieler Udo Wachtveitl (l.) und Miroslav Nemec ermitteln als Kommissare Leitmayr und Batic seit 25 Jahren für den „Tatort“ in München.

Quelle: Andreas Gebert

München. Das muss ihnen erstmal einer nachmachen: Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) ermitteln seit stolzen 25 Jahren gemeinsam - und dennoch ist ihr Jubiläumsfall unter der Regie von Max Färberböck alles andere als trutschig und altbacken. Er ist schrill, modern, brutal und durchgeknallt und trotzdem schaffen es die beiden in Würde ergrauten Ermittler, darin nicht fehl am Platz zu wirken. Die Kommissare agieren wie ein altes Ehepaar, verstehen sich fast ohne Worte, rasseln auch mal aneinander und können sich dennoch blind aufeinander verlassen. Zwei Felsen in der Brandung in einer Welt, die traurig und sprachlos macht. Traurig und sprachlos wie Mia (Mercedes Müller), die für kurze Zeit ihren Prinzen (toll gespielt von Max von der Groeben) findet, der für sie zum Mörder und am Ende eiskalt über den Haufen gefahren wird. 

Der Fall beginnt nicht mit einem Mord, sondern mit einer Verurteilung und mit plötzlichen Zweifeln der Ermittler. Zweifel, die eine Tragödie lostreten, die immer mehr Menschen mit sich reißt. Am Ende gibt es viel Verzweiflung und sieben Leichen.  Die Story hat diverse inhaltliche Schwächen (wie schafft es zum Beispiel der komplett irre und zugedröhnte Mann fürs Grobe - genial dargestellt von Till Wonka -  auf Anhieb Mia und Benny zu finden?), das größte Manko jedoch ist die schlechte Akustik. Mitunter sind die Protagonisten kaum bis gar nicht zu verstehen. 

Dafür gibt es umso mehr stilisierte Bilder zu sehen, die wunderbar die Grundmelancholie des Films verstärken und einen krassen Kontrast bilden zu den an Bodenständigkeit kaum zu überbietenden Kommissaren, die mal eben zwischen Tür und Angel mit Pappbechern auf ihr 25-jähriges Dienstjubiläum anstoßen. Sich selbst bloß nicht zu wichtig zu nehmen, ist das wohltuende Motto der beiden Tatort-Urgesteine und dazu passt das bittere Fazit: Aus diesem Fall hätte sich die Polizei besser rausgehalten.

Von Grit Petersen

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