Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Sprühregen

Navigation:
Mit der Tür ins Haus

Tatort-Blitzkritik: „Nachbarn“ (Köln) Mit der Tür ins Haus

In der jüngsten „Tatort“-Folge aus Köln lauert das Böse im sozialen Nahbereich.

Voriger Artikel
Beklemmendes Familiendrama
Nächster Artikel
Wurst aus Tschetschenien

Die Schauspieler Klaus J. Behrendt (in der Rolle des Max Ballauf, l) und Dietmar Bär (als Freddy Schenk, r)

Quelle: Henning Kaiser / Dpa

Köln. Die „Tatort“-Kommissare sind mobile Wesen. Während alle anderen Fernsehpolizisten ihre Klienten telefonisch ins Kommissariat bestellen, fallen sie Zeugen und Verdächtigen wortwörtliche mit der Tür ins Haus. Besonders hartnäckige Haustür-Stürmer sind die Kölner „Tatort“-Ermittler Schenk und Ballauf. Ihr jüngster Fall „Nachbarn“ bietet ihnen dafür ein hübsches Biotop: eine Einfamilienhaussiedlung. Das heißt, die zu überprüfenden und zu verhörende Individuen leben Tür an Tür im sozialen Nahbereich. Der gewaltsam herbeigeführte Tod eines alleinstehenden Siedlungsbewohners und Querulanten kann deshalb nur Resultat einer Beziehungs- oder Nachbarschaftstat sein.

Das wird von Regisseur Torsten C. Fischer, der Schenk (Dietmar Bär) und Ballauf (Klaus J. Behrendt) seit 2005 immer wieder in Szene setzt, sehr schön und schlüssig aufgefächert. Mit jedem Haustürbesuch wird klarer: Das Private, das angeblich niemanden etwas angeht, ist der Quell des Bösen. Das mögen wir Krimi-Konsumenten: Die Untaten, die dem kleinbürgerlichen Milieu entspringen, sind eben viel gruseliger als alles, was in der Halb- und Unterwelt so passiert. Von sexueller Nötigung über Erpressung bis hin zum Totschlag findet in „Nachbarn“ etliche Kapitalverbrechen hinter gepflegten Thujahecken statt. Und das alles nur, um einen Gesichtsverlust zu verhindern oder erotische Eskapaden zu vertuschen.

Tückisch eine der Schlusseinstellungen, nachdem Ballauf und Schenk die Täterin – die im „Tatort“ auch immer zugleich Opfer ist – abtransportiert haben: Da sitzt das Anlieger-Ehepaar Möbius im Garten, er isst lust-, sie raucht teilnahmslos. Dazu plärrt Pharrell Williams' Hit „Happy“ („Here come bad news talking this and that ...“). „Schmeckt“, sagt er, sie schaut auf. Versöhnen sich da gerade zwei, die sich zuvor in herzlichem Hass verbunden waren? Oder bahnt sich der nächste Totschlag an? Wer weiß!

Michael Berger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald

Es ist der erste Küstenkrimi des Greifswalders Volker Pesch: „Denn wer da hat, dem wird gegeben“, so der Titel des Krimis.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Tatort
MV-jobs.de

Die Jobsuchmaschine MV-jobs.de bietet über 19.000 Stellenangebote und Jobs in und um die Hansestadt Rostock. Ob Ausbildung, Arbeitsplätze für Fachkräfte, Quereinsteiger oder Führungsposition - der MV-Jobmarkt bietet Stellenanzeigen für alle Qualifikationen. mehr