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Packendes Terror-Drama aus dem Hause Falke

Tatort-Blitzkritik: "Zorn Gottes" (Hannover/Braunschweig) Packendes Terror-Drama aus dem Hause Falke

Ein packendes Szenario, eine topaktuelle und spannende Handlung und ein unaufdringlich interessantes Ermittlergespann – viel besser kann ein Krimi am Sonntagabend nicht sein.

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Die Schauspieler Franziska Weisz und Wotan Wilke Möhring bei der Premiere des Tatorts „Zorn Gottes“ in Hannover

Quelle: Philipp von Ditfurth / Dpa

Hannover/Braunschweig. Nach den Ermittlungen der Terroranschläge in Paris geht es aktuell um einen gefassten möglichen Mittäter, der - aus welchen Gründen auch immer - sich im letzten Augenblick offenbar dagegen entschieden hat, sich in die Luft zu sprengen. Und im Tatort „Zorn Gottes“ trifft der Islamist Enis (Cem-Ali Gültekin) beim Anschlag auf ein Krankenhaus in Braunschweig eine ähnliche Entscheidung.  Bis dahin ist es ein weiter Weg, der den Zuschauer nicht in einer Sekunde langweilt, sondern packt und fesselt.

Das Tatort-Team, von Drehbuchautor über Regisseur bis hin zu den überzeugenden Schauspielern, schafft es, ein ganz großes Thema unserer Zeit zu bearbeiten, ohne dabei ein Format wie den Tatort zu überlasten. Ermittlungen gegen Schleuser und das Aufdecken  von Sicherheitslücken am Flughafen in Hannover sind an sich schon spannend genug. Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) ist nach einem anstrengenden Auftritt in seinem letzten Fall wieder ganz der alte. Er drückt dem Streifen seinen Stempel auf, ohne sich in den Vordergrund zu spielen: Ein bisschen naiv, ein bisschen Macho, immer bereit für einen etwas sarkastischen Spruch. Dass er mit Julia Grosz (Franziska Weisz) jetzt eine zunächst spröde, abweisende Partnerin an der Seite hat, macht Lust auf die nächste Folge.

Die eigentliche Stärke entfaltet der Tatort „Zorn Gottes“ aber an der gut dargestellten Beziehung zwischen dem Schleuser Rocky und dem IS-Heimkehrer Enis. Da geht es um Hass und Verführung und Anerkennung - um Strukturen in extremistischen Gruppen, die ihre Mitglieder mit Versprechungen und Verheißungen locken und binden.

Und die Filmemacher blenden nicht aus, dass der Islamist eine Familie in Deutschland hat, die zwar seine Motive nicht versteht, sein Handeln verabscheut - aber die ihn liebt und um sein Leben bangt. Das letzte Telefonat des Attentäters mit dem weinenden Vater ist dramatischer Höhepunkt.

Und auch Falke, der einsame Wolf, hat Familie. Er nimmt vorsichtig Kontakt zu seinem Sohn Torben auf. Ganz weich wird der harte Bursche dabei, gibt sich alle Mühe und wird doch enttäuscht. Auch hier bleibt sich dieser Tatort treu: Es bleibt spannend.

Von Nick Vogler

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