Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Ahrenshoop wieder voll im Jazz-Rhythmus

Ahrenshoop Ahrenshoop wieder voll im Jazz-Rhythmus

Vier Tage lang erklingen in dem Ostseebad Jazz, Swing und Blues / Auch internationale Musiker kommen zum Jazzfest: So wie der niederländische Schlagzeuger Marcel van Cleef

Ahrenshoop. Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ist an diesem Wochenende wieder in Jazz-Laune: Von Freitag bis Sonntag spielen 22 Bands auf 22 Bühnen in Ahrenshoop 28 Konzerte. Neu in diesem Jahr ist, dass am Donnerstag bereits ein zusätzliches Pre-Opening-Konzert stattfindet. Zum 18. Mal veranstaltet die Kurverwaltung des Ostseebades das Musikfestival.

Fast 100 regionale, nationale und internationale Musiker kommen auf die Halbinsel, um mit Swing, Funk, Jazz, Blues und Einflüssen aus Klassik, Soul, Rock’n’Roll, Folk und Pop die Besucher zum Tanzen zu bringen.

Sein Können am Schlagzeug wird auch Marcel van Cleef zeigen. Der niederländische Musiker kombiniert Jazz mit Pop und Weltmusik. Dafür greift er nicht nur zu seinen Drumsticks, sondern vereint auch Gesang mit Percussioninstrumenten wie Hang, Udu, Cajón und Tambora. Beim Jazzfest tritt er am Samstag um 16.00 Uhr im Restaurant „Zur Robbe“ und am Sonntag um 11.30 Uhr im Künstlerquartier „Seezeichen“ auf. Im OZ-Gespräch erzählt der 47-jährige Wahl-Berliner von seiner Naturverbundenheit und warum Schlaginstrumenten ihn so faszinieren.

Wie viel Gepäck nehmen Sie mit nach Ahrenshoop?

Marcel van Cleef: Das wird schon ein ganzer Haufen sein. Ich habe einen großen Bus und der wird von vorne bis hinten gefüllt. Ich nutze verschiedene, teils auch unbekanntere, Percussion-Instrumente aber natürlich auch das klassische Schlagzeug.

Warum sind es gerade die Schlaginstrumente, die Sie so faszinieren?

Das hat bei mir schon früh angefangen. Es gibt Bilder, auf denen ist zu sehen, dass ich gerade so laufen kann und trotzdem schon eine Trommel umgehängt habe. Aus dem Schrank meiner Mutter habe ich Kochtöpfe geholt, um darauf zu spielen. Außerdem war mein Onkel Schlagzeuger, der meinem Bruder schon Tricks zeigte.

Eine Alternative kam nie in Frage ?

Nein. Ich kann mich an nichts anderes erinnern. Wenn ich mich mit Trommeln und ähnlichem beschäftige, dann geht es mir gut. Der Spaß ist bis heute da.

Das Schlagzeug ist traditionell eher ein Band-Instrument. Ist es schwer, damit allein auf der Bühne zu stehen?

Es ist ungewohnt. Aber in afrikanischen Ländern ist die Kombination aus Gesang und Trommel normal. Europäische Ohren sind eher melodische Klänge gewöhnt. Aber ich kombiniere die verschiedenen Elemente und mache aus dem Schlagzeug wieder ein Begleitinstrument. Es ist eine andere Herangehensweise, aber ich finde, es funktioniert ganz gut.

Was hören Sie privat für Musik?

Wenn ich nicht musiziere, dann höre ich oftmals gar nichts. Ich bin lieber in der Natur und lausche den Umgebungsgeräuschen wie dem Vogelgezwitscher.

Für Ihr letztes Album „Stilte“ diente die Natur in Schweden als Inspirationsquelle.

Ich mag es, in der Natur zu sein. Wenn man als Musiker unterwegs ist, hat man mit vielen Menschen zu tun und gibt auf der Bühne viel. Fern des Großstadtlärms komme ich zum Nachdenken und habe oft neue Ideen.

Finden Sie dieses Gefühl auch hier an der Ostsee wieder?

Ich bin Holländer und liebe die Mischung zwischen Meer und Seen, Deichen und Dünen – da fühle ich mich wohl. Wenn ich Zeit habe, fahre ich gern auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Allerdings eher in den ruhigeren Monaten im Herbst. Dann kann ich Gedanken fassen und die Natur auf mich wirken lassen.

Ihre Musik ist abwechslungsreich. Von leise und nachdenklich bis hin zu energiegeladen und kraftvoll ist alles dabei.

In Ahrenshoop werde ich all diese Facetten zeigen. Es wird sehr melodisch werden, wenn ich die Hangs spiele. Aber wenn ich an die Drums gehe, spiele ich kräftige Rhythmen. Alles in Kombination mit meinem Gesang, der die Strukturen meiner Musik für die Zuhörer noch klarer macht. Ich arbeite aber in meinen Kompositionen auch mit exotischen Instrumenten – wie die Rahmentrommeln oder die Kalimba, die auch als „Daumenklavier“ bekannt ist. Es werden viele Klänge zu hören sein, die Wiedererkennungswert haben.

Was macht das Jazzfest in Ahrenshoop für Sie so besonders?

Die Atmosphäre ist sehr, sehr schön. Die Besucher bewegen sich von einer Bühne zur anderen und man ist an ihnen als Musiker nah dran. Ich sitze zwischen den Leuten, ich kann sie fast berühren.

Das macht die Konzerte ehrlich und authentisch. Man spürt, was bei den Leuten ankommt und welche Energien zurückkommen. Das mag ich gern, denn so nah kommt man den Besuchern auf den meisten Festivals nicht.

Interview: Ann-Christin Schneider

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Grevesmühlen
Startschuss für den 1000-Meter-Lauf: Zweieinhalb Runden mussten die Jungs der Altersklasse 13 dafür um den Tannenbergsportplatz laufen.

Seit Dienstag laufen die Wettkämpfe am Tannenberg in Grevesmühlen

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Sommermagazin
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.