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Attacke mit Farbbällen

Purkshof Attacke mit Farbbällen

Mit bunten Farbklecksen gilt es beim Paintball in Purkshof nahe Rostock, die gegnerische Mannschaft zu markieren

Purkshof. Sie lauern hinter Gräben, Wänden und Bäumen. Abwartend, wer den ersten Farbballschuss setzt. Die Gesichter der 20 Männer sind mit Masken geschützt. Rote und gelbe Halstücher symbolisieren das jeweilige Team. In ihren Händen halten sie Druckluftwaffen, sogenannte Markierer, gefüllt mit Gelantinekapseln (Balls). In ihnen befindet sich Lebensmittelfarbe (Paint) und Kartoffelstärke. Wenn ein solcher Ball einen Spieler trifft, platzt er auf und hinterlässt bunte Kleckse.

Es ist mucksmäuschenstill auf dem Spielfeld des Paintballstützpunktes Purkshof bei Rostock, wo sich die Kollegen des Marinestützpunktes Rostock austoben. Dann ein mutiger Vorstoß: Marco Makalowski stürmt mit seinem 2,5 Kilogramm schweren Markierer in der Hand aus der Deckung hervor. Der 31-Jährige schlägt Haken, um zum nächsten Versteck zu kommen. Seine Freunde aus dem gegnerischen Team nutzen die Chance. Kommandos werden gerufen. Ein Gelantineball nach dem anderen fliegt mit etwa 230 km/h auf den Hamburger. Treffer. Ein grüner Farbfleck mitten auf der Brust.

„So ein Mist!“, ruft Makalowski und hebt die Hand, um den anderen den Treffer anzuzeigen. Die Farbe lässt sich leicht aus der Kleidung auswaschen, trotzdem hat sich der Soldat extra einen Overall in Hasen-Optik bei Betreiber Enrico Menda gekauft, um seine Sachen zu schützen.

Seine Mitspieler sind ebenfalls getroffen. Team Rot hat gewonnen. „In der nächsten Runde gibt’s aber Revanche“, verspricht der Marinesoldat aus der gelben Mannschaft.

„Paintball ist eine moderne Art von Völkerball“, erklärt Betreiber Enrico Menda. Auf vier verschiedenen Spielfeldern geht es mit Fitness und Taktik darum, alle gegnerischen Spieler zu treffen.

Zuweilen wird Kritik laut, dass es beim Paintball um das Nachstellen von Kriegsgefechten gehe. „Das ist aber überhaupt nicht so“, betont Menda. „Paintball ist eindeutig eine sportliche Freizeitbeschäftigung, bei der es um den Spaß geht.“

12400 Quadratmeter – das entspricht fast zwei Fußballfeldern – stehen als Spielfläche zur Verfügung. Die Felder unterscheiden sich durch die Deckungsmöglichkeiten. Im „Woodland“ sind das hauptsächlich Bäume, im „Labyrinth“ Wände oder Reifenstapel. Im „Speedball“-Bereich wird großteils auf Deckungsmöglichkeiten verzichtet. Nur ein ausgedienter Linienbus bietet auf dem Feld Schutz.

„Das Gelände ist ideal für das Spiel geeignet“, sagt der 38-Jährige. Umgeben von den Erdbeerfeldern von Karls Erlebnis-Dorf bietet der ehemalige Stützpunkt der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA) gute Bedingungen. „Er diente der Luftraumüberwachung“, erklärt der Betreiber eines Recyclinghofes, der seit vier Jahren auch die Plätze zum Paintballspielen vermietet.

Noch heute sind einige Gebäude der damaligen Zeit zu finden. Sie dienen unter anderem als Safety Zone, also als Sicherheitsbereich, in denen die Markierer nicht benutzt werden dürfen. Hier Können die Spieler sich nach den Runden ausruhen und neue Bälle in den Markierer einfüllen.

Mit 500 Paintballs ist jeder der Spieler ausgestattet. Die reichen etwa für zwei bis drei Spielrunden. Weitere können jederzeit nachgekauft werden. Etwa 300000 solcher Kapseln hat Menda in seinem Lager.

Außerdem erhalten die Spieler Druckluftmarkierer, Handschuhe und Thermalglas-Masken, deren Vorteil es ist, dass sie nicht durch die Atemluft beschlagen. Auch Oberkörperpanzer stehen zur Verfügung.

Bis zu 50 Spieler kann Menda so ausstatten.

Die Masken müssen während der gesamten Spielzeit getragen werden. „Die Sicherheit ist wichtig“, begründet der Betreiber, der nur „Mendes“ genannt wird. Blaue Flecken können aber nicht ausgeschlossen werden. Er empfiehlt deswegen locker sitzende Kleidung anzuziehen.

Die Jungs der Marine haben Spaß. „Wir haben viele junge Leute bei uns in der Gruppe, sodass wir uns für unseren Betriebsausflug für Paintball entschieden haben“, sagt der Chef der Gruppe Arne Pfingst. „Wir nehmen, dass nicht allzu ernst. Es geht darum, einen schönen Tag zu haben und den Teamzusammenhalt zu stärken“, ergänzt der Kieler.

Alex Nigutski ist nach der ersten Runde schon leicht aus der Puste. „Es ist anstrengend, weil man nicht nur den Gegner im Auge behalten, sondern sich auch mit den anderen Teammitgliedern absprechen muss“, erklärt der 20-Jährige. Er hat schon einige Male Paintball gespielt. „Und es macht immer wieder Spaß“, betont der Rostocker. „Es gibt jedes Mal einen richtigen Adrenalinkick.“

Ann-Christin Schneider

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