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Bunt und köstlich – Eiszeit an der Küste

Rostock/Greifswald Bunt und köstlich – Eiszeit an der Küste

Bei diesen Temperaturen erfrischen sich viele in Eisdielen. Drei werden hier stellvertretend für alle im Nordosten vorgestellt.

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„Himmel, Arsch und Zwirn!“

Sven Kruse, einer der Inhaber der Rostocker „Eiswerkstatt“ garniert ein „DDR-Softeis“ mit Kuchen, Streuseln, Früchten und weiteren Süßigkeiten.

Quelle: Fotos: Katharina Ahlers

Rostock/Greifswald. Sven Kruse verteilt Stückchen von Brownies, einem US-amerikanischen Kuchen, auf dem Johannisbeere-Vanille-Softeis. „Die sind begehrt“, sagt der Inhaber der Rostocker Eisdiele „Eiswerkstatt“. Zahlreiche weitere Süßigkeiten, Streusel und Früchte gehören zu den Zutaten, auch Toppings genannt, mit denen sich Gäste ihr Eis garnieren lassen können.

Die Toppings sind nicht das Einzige, weshalb Besucher in die Eiswerkstatt kommen. „Wir verwenden eine Rezeptur aus Zeiten der DDR“, erklärt der 30-Jährige. Ebenso stammt die Technik aus jenen Tagen.

„Diese Maschinen wurden vor 32 Jahren gebaut und sind damit älter als ich.“

Vor drei Jahren hat er mit einem Kollegen das Café eröffnet. „Bis dahin kannten wir hauptsächlich italienisches Kugeleis oder dänisches Softeis“, sagt der gebürtige Berliner. Schließlich entstand die Idee, ein Produkt anzubieten, wie es in der DDR verkauft wurde. „Wir wollen den Gästen zeigen, wie Eis damals geschmeckt hat“, erklärt Kruse. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn sich einige an den Geschmack aus ihrer Kindheit erinnern.“

Annegret Vierenklee aus Sachsen-Anhalt probiert die Johannesbeersorte. „Ich habe früher oft Softeis gegessen. Das hier schmeckt wie damals“, meint die 67-Jährige. „Das Topping macht es noch fruchtiger. Außerdem ist es schön kalt.“

Im Gegensatz zum heutigen Speiseeis, das eine Temperatur zwischen minus neun und minus zwölf Grad Celsius hat, ist „DDR-Softeis“ minus 15 Grad kalt. „An heißen Tage ist das eine tolle Erfrischung“, sagt Kruse. „Wenn man es zu schnell isst, merkt man einen kalten Zug an Stirn und Schläfen. Dieses Gefühl kennen viele heute gar nicht mehr.“

Die Eismaschinen seien in der Lage, ganze Früchte zu verarbeiten. „Wir verwenden kein Pulver, sondern echtes Püree“, sagt Kruse. Ein weiterer Unterschied in der Produktion sei, dass, anders als in modernen Eismaschinen, keine Luft hinzugefügt werde und das Produkt daher fester und nicht so fluffig sei. Neben den Früchten werde ein Bindemittel, wie etwa Johannisbrotkernmehl, verwendet.

Der Rostocker experimentiert gern und probiert regelmäßig neue Sorten aus – etwa 50 Geschmacksrichtungen gehören zum Angebot. Davon bereitet er täglich drei vor. „Neben klassischem SchokoVanille-Softeis, gibt es eine Joghurt- und eine Fruchtsorte“, sagt der Fachmann. „Ich mag Heidelbeere-Cheesecake, Ananas-Kokos, Maracuja oder Guave.“

In der Kontor Eismanufaktur in Greifswald gibt es ebenfalls ausgefallene Geschmacksrichtungen. Dort werden unter anderem Sauerrahm-Rucola, Earl-Grey-Erdbeer- Latte oder Salmiak-Lakritz hergestellt .

„Wir hatten Lust auf Eis, das man so noch nicht kennt und wollten bestehende Sorten weiterentwickeln“, sagt Restaurantleiter Alexander Stürmer. „Beispielweise verwenden wir auch mal Ziegen- anstatt Kuhmilch. Und wenn man eine Banane vorher kocht, kristallisiert der Zucker bereits in der Frucht und das Eis schmeckt anders als bekanntes Bananeneis.“

Bei der Auswahl seien Frauen abenteuerlustiger. „Männer sind bei ungewöhnlichen Sorten skeptisch“, sagt der 52-Jährige. So sei für viele das Rote-Bete-Eis unvorstellbar. „Wir überlegen uns, welche Zutaten zueinander passen“, sagt Stürmer. „Rote Bete in Kombination mit Sauerkirschen schmeckt anderes als das Gemüse allein.“

Kontor-Eismacher Thomas Schröder stellt derweil Safran-Eis her. Dafür mahlt und vermischt er das Gewürz mit Zucker sowie Kardamon, einem süßlich-scharfen Ingwergewächs aus dem Iran, das vor allem aus der Weihnachtszeit bekannt ist. Zusammen mit Milch wird das Gemisch in einer Maschine pasteurisiert. „Es muss nun auf 85 Grad Celsius erhitzt und anschließend abgekühlt werden“, sagt der 43-Jährige.

„Dann wird es in eine Eismaschine umgefüllt. Dort wird Luft untergeschlagen, damit die Masse an Volumen gewinnt. Zudem wird sie auf eine Temperatur von minus neun Grad gekühlt.“

Nach einiger Zeit im Schockfroster ist das Safran-Kardamon-Eis servierfertig. Es hat eine helle, gelbe Farbe. „Wir verwenden keine Farbstoffe“, sagt Stürmer. „Die Zutaten sind auch so sehr farbenfroh.“

Zusammen mit 23 weiteren Sorten wird es in der Eisdiele angeboten. Die Auswahl an Geschmacksrichtungen wechselt fast täglich. „Wir haben ein großes Repertoire und entwickeln immer neue Ideen“, sagt Schröder, der seit fünf Jahren für die Eismanufaktur arbeitet. „Ich liebe diese Vielseitigkeit und Kreativität.“

Neben veganen hat er zudem auch alkoholische Sorten, wie Prosecco-Eis oder Pflaume-Rum, kreiert. „Die Pflaumen werden dafür zwei Tage vorher in Rum eingelegt“, erklärt Schröder. „Das verkaufen wir nur an Erwachsene, es hat einen Alkoholgehalt von 6,5 Volumenprozent.“ Alkohol als Zutat sei eine Herausforderung. „Dieses Eis friert nur sehr schlecht“, erklärt er.

Neben Soft- und Kugeleis gibt es im Land zudem die Möglichkeit, sich mit gefrorenem Joghurt, sogenanntem Frozen Yogurt, abzukühlen. „Es sieht aus wie Softeis und hat eine ähnliche Temperatur sowie Konsistenz“, sagt Katrin Kändler von der „Frozen Joghurt Bar“ in Wismar. Angerührt werde das Dessert hier allerdings mit fettarmen Magerjoghurt oder Magermilch. Daher sei es gesünder als Eis, so die Expertin. „Beliebt sind unsere Toppings“, meint sie. Die Gäste können unter anderem Müsli, frisches Obst, Mangopüree und diverse Soßen in ihren Joghurt mischen. So wird es bunt und süß.

Kontakt & Infos

Eiswerkstatt

Adresse:

Kröpeliner Straße 18

18055 Rostock

Kontakt:

☎ 03 81 / 87 72 25 33

Öffnungszeiten:

Täglich 10.00 bis 19.30 Uhr

• Internet:

eiswerkstatt-rostock.de

Kontor Eismanufaktur

Adresse:

Markt 12

17489 Greifswald

Kontakt:

☎ 0 38 34 / 57 83 84

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag

11.00 bis 20.00 Uhr

Sonnabend und Sonntag

10.00 bis 21.00 Uhr

Frozen Joghurt Bar

Adresse:

Lübsche Straße 8

23966 Wismar

Kontakt:

☎ 0 38 41 / 26 15 20

Öffnungszeiten:

Montag bis Sonnabend

11.00 bis 18.00 Uhr

Internet:

www.frozenjoghurtbar.de

Katharina Ahlers

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