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Coole Nummer: Plattdeutsch trifft Mozart

Coole Nummer: Plattdeutsch trifft Mozart

Morgen beginnt in Griebenow die Opernale mit „De Zauberfläut“ / Interview mit der künstlerischen Leiterin Henriette Sehmsdorf

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Regisseurin Henriette Sehmsdorf

Quelle: Vincent Leifer

Griebenow Mozart auf Platt: Die Opernale auf dem Barockschloss Griebenow bei Greifswald startet morgen mit der Oper „De Zauberfläut“ (Die Zauberflöte) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Das Werk wurde dafür mit plattdeutschen Dialogen umgeschrieben. Die Idee zu so einer Inszenierung hatte Regisseurin Henriette Sehmsdorf. Die künstlerische Leiterin der Veranstaltungs-

reihe spricht im OZ-Gespräch unter anderem über ihren Bezug zum Plattdeutschen und darüber, ob Oper etwas für jeden ist.

Sprechen Sie Platt?

Henriette Sehmsdorf: Nein. Ich spreche leider nicht Plattdeutsch, würde es aber gern können. Es steht auf meiner persönlichen Wunschliste.

Sie hatten die Idee zur Kombination von Niederdeutsch und Hochkultur. Wie kam es dazu?

Sehmsdorf: Mozart hat sich ,Die Zauberflöte’ als Volksoper ausgedacht. Sie wurde in einem Volkstheater 1791 in Wienerisch uraufgeführt und richtete sich an den Teil der Bevölkerung, der nicht lesen und schreiben konnte.

Ich wollte einen Teil unserer heimischen Tradition in das Werk integrieren. Und kennzeichnend für unsere Region ist Platt. Platt hat einen besonderen Charakter, der allein durch den Klang der Sprache sehr authentisch wirkt. Es wird leider nicht mehr von vielen gesprochen, aber glücklicherweise von vielen verstanden. Das ist ein großer Schatz, den es zu wahren gilt.

Die Rolle als Volksvertreterin im Stück übernimmt Fieken Dunnerwedder, verkörpert von der Niederdeutschexpertin Petra SchwaanNandke. Was ist das Besondere an ihr?

Sehmsdorf: Es gibt keine weitere ,Zauberflöte’ in der Fieken Dunnerwedder vorkommt. Das macht unsere Inszenierung einzigartig. Sie ist eine Identifikationsfigur für die Menschen vor Ort, die nicht zu den passionierten Operngängern gehören. Sie setzt die Hemmschwelle herab, sich mit Opern zu beschäftigen.

Verändert die Sprache den Charakter des Stückes?

Sehmsdorf: Es bereichert das Ganze – es ist eine Zugabe. Denn auf die anspruchsvollen Gesangspassagen verzichten wir nicht.

Die Opernale will die Hochkultur aufs Land bringen. Warum?

Sehmsdorf: Es ist meine Überzeugung, dass der menschliche Gesang eines der wunderbarsten Geschenke Gottes ist. Singen macht glücklich und verbindet. Oper ist die kunstvollste Ausprägung davon. Manchmal muss man so etwas erst vorgeführt bekommen, bevor man sich selbst damit beschäftigt.

Mussten sich die Schauspieler an das Platt herantasten?

Sehmsdorf: Unsere ,Königin der Nacht’ stammt aus Südkorea und war fasziniert von der Sprache und ihrer Energie, obwohl sie beim ersten Kennenlernen nichts verstand. Diese Anziehung habe auch ich von Anfang an gespürt. Ich wollte immer mehr hören und mehr verstehen.

Was empfehlen Sie Zuschauern, die kein Platt sprechen oder verstehen?

Sehmsdorf: Petra Schwaan-Nandke sagte den tollen Satz: ,Wenn man de Uhren mitbringen deiht, kann man wat hüren, un wenn man den'n Kopp mitbringt, denn kann man dat ok allens verstahn.’ Also:

,Wenn man die Ohren mitbringt, kann man was hören, und wenn man den Kopf mitbringt, dann kann man das auch alles verstehen’. So schwierig ist Platt nicht. Es ist immer so, dass man in der Oper einen gewissen Prozentsatz aufgrund des Gesanges nicht versteht.

Und letztlich hilft die Bühne, die Musik und das Spiel, den emotionalen Kontext der Szene zu erfassen.

Oper in der Scheune

Adresse

Turmscheune Griebenow

Parkstaße 14/15, 18516 Süderholz

Ticket-Hotline

☎ 0 38 34 / 77 30 47

☎ 03 83 33 / 88 77 68

(9.00 bis 12.00 Uhr)

Eintritt

Erwachsene zwischen 15 und 35 Euro

Kinder (5 bis 17 Jahre)

10 bis 17,50 Euro

Termine

morgen, Freitag und am 9. September jeweils 19.00 Uhr

Samstag und 10. September

jeweils 18.00 Uhr

Sonntag und 11. September

jeweils 16.00 Uhr

• Internet: www.opernale.de

Interview von Ann-Christin Schneider

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