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Der Ranger und der Schatz am Königsstuhl

Der Ranger und der Schatz am Königsstuhl

Bei einer Wanderung im kleinsten Nationalpark Deutschlands lernen Besucher die Besonderheiten der Landschaft Rügens kennen

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Karsten Klaene zeigt eine der Holzstelen. Diese markieren die Grenze zum alten Buchenwald im Nationalpark Jasmund. Der Ranger erklärt Gästen auf einer Wanderung durch den Wald nahe Sassnitz, warum diese Rotbuchen seit 2011 zum Unesco-Weltnaturerbe gehören.

Quelle: Fotos: Manuela Wilk

Der Wald ist in ein sanftes, grünes Licht getaucht. Riesige Buchen ragen in den Himmel. Ihre Kronen bilden ein dichtes Dach. Die bis zu 350 Jahre alten Bäume stehen auf Rügen unter besonderem Schutz.

Kontakt & Infos

Adresse:

Nationalpark Zentrum Königsstuhl

Stubbenkammer 2

18546 Sassnitz

Kontakt: ☎ 038392 / 661766

Eintritt:

Erwachsene 8,50 Euro

Kinder (6 bis 14 Jahre) 4 Euro

Ranger-Führungen:

Täglich 13.30 Uhr, Teilnahme im

Eintrittspreis enthalten

• Internet: www.koenigsstuhl.com

www.nationalpark-jasmund.de

Einer, der die Geheimnisse dieses Naturschatzes kennt, ist Karsten Klaene. Der 57-Jährige arbeitet im Nationalpark Jasmund und nimmt Besucher zu Wanderungen mit. Startpunkt ist auf dem Gelände des Nationalpark Zentrums Königsstuhl bei Sassnitz.

„493 des insgesamt 3100 Hektar großen Fläche gehören seit 2011 zum Unesco-Weltnaturerbe“, erklärt der Ranger und marschiert los. An einer kleinen Holzstele macht er halt. „Sie markiert die Grenze zum alten Buchenwald“, sagt Klaene. Übrigens stellt nicht die Linde oder Eiche, sondern die Buche die ursprünglichste Baumart in Mitteleuropa dar.

Es gibt wenige Areale, die nicht unter dem Einfluss der Menschen stehen. Das ist einer der Gründe, weshalb die hiesigen Wälder geschützt werden.

Früher wurde das Gebiet forstwirtschaftlich genutzt. Die Spuren sind im sogenannten Buchenhallenwald bis heute erkennbar. „Hier ragen die Bäume hoch auf, stehen eng beieinander und bilden erst weit oben Äste aus“, betont der Experte. Denn für die Holzindustrie sollten die Stämme gerade sein und wenig Astlöcher haben.

Ein Stück weiter verändert sich das Bild deutlich. „Hier hat der Mensch schon länger nicht mehr eingegriffen“, erklärt der Ranger. Alte Buchen und junge Sprösslinge sind zu sehen. Totholz liegt dazwischen. Der natürliche Kreislauf wird gefördert. Neben Buchen haben auch Wildkirsche und Ahorn mitunter Wurzeln geschlagen.

„Sehen Sie das hier?“. Der Nationalparkmitarbeiter deutet auf eine kleine, gelbweiße Pflanze. Sie erinnert an Spargel. „Das ist eine Nestwurz. Sie klammert sich an Totholz im Boden und zieht die Nährstoffe heraus.“ Die Pflanze gehört zu den Orchideen und ist unscheinbar.

Klaene will den Blick für die Besonderheiten am Wegesrand schärfen. Er zeigt auf ungewöhnliches Astwerk: „Ähnelt dieses einem Kobold? Lassen Sie Ihre Fantasie spielen!“, fordert er die Gäste auf.

Um das Areal des Nationalparks zu schützen, sind Klaene und seine sieben Kollegen regelmäßig auf Streife. Sie kontrollieren die Wege und sammeln, wo nötig, Müll ein.

„Natürlich dürfen bei einer Tour am Königsstuhl Kreide und Küste nicht fehlen“, sagt der Ranger. Die Besucher kommen auf die Insel, um Wald, Wasser und Kreide zu entdecken. Der nächste Stopp erfolgt an zwei markanten Felsen – der kleinen Stubbenkammer.

„Vieles spricht dafür, dass der Greifswalder Maler Caspar David Friedrich (1774-1840) diesen Ausblick als Inspiration für sein Bild ,Kreidefelsen auf Rügen’ nutzte.“ Als Beweis zeigt Klaene eine Gemälde-Kopie. Einige Gäste und Rügener glauben, dass das Werk die Wissower Klinken zeigt. „Ich bin sicher, dass das nicht der Fall ist.“

Nach etwa 50 Metern erreichen die Wanderer die Victoria-Sicht. Von diesem Kreidefelsen aus ist der 118 Meter hohe Königsstuhl mit seiner Aussichtsplattform gut zu erkennen. „Der Findling im Wasser unterhalb des Felsens ist der Waschstein“, sagt der Naturführer. Wer vom Königsstuhl hinabsteigen will, muss einen Umweg in Kauf nehmen. „Die Treppe ist von einer umgestürzten Buche beschädigt worden. Aber am ,Kieler Bach’ in Sassnitz und in Lohme führen Stufen hinunter zum Wasser“, sagt der Ortskundige. Der Weg ist jeweils knapp vier Kilometer lang.

Geschafft: Nach eineinhalb Stunden ist das Nationalpark Zentrum wieder erreicht. Klaene startet mit Gästen übrigens auch in Lohme und Sassnitz zu Exkursionen.

Manuela Wilk

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