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Ein Greifswalder liebt seine „Famita“

Greifswald Ein Greifswalder liebt seine „Famita“

Auf der Museumswerft werkelt ein Hansestädter oft an seinem Holzboot / Für ihn ist beim Fischerfest am Ryck der Höhepunkt die Ausfahrt der historischen Segler

Greifswald. Wenn die historischen Segler und Yachten auf dem Greifswalder Ryck vorbeiziehen, gerät Martin Staar ins Schwärmen. Der 32-Jährige hat eine Leidenschaft für alte Boote. „Der Höhepunkt bei unserem Fischerfest ist für mich immer die Gaffelrigg“, sagt er.

 

OZ-Bild

Martin Staar steht vor seinem Segler „Famita“.

Quelle: Manuela Wilk

An kommenden Wochenende präsentieren sich wieder rund 50 Traditionsschiffe in der Hansestadt. „Per Lautsprecher wird die Geschichte des jeweiligen Bootes und der Besatzung vorgestellt“, sagt der Greifswalder.

Staar wird ihnen am Sonnabend wehmütig hinterherschauen, denn sein eigenes Schiff liegt in der Museumswerft auf dem Trockenen. Zwei Freunden und ihm gehört die „Famita“, ein schwedisches Holzboot, Baujahr 1963. „Vom Typ der sogenannten Winga Kryssare wurden nur etwa 24 Exemplare gebaut“, sagt er.

Der Segler ähnelt von den Abmaßen den nordischen Folkebooten. „Aber der Rumpf endet nicht mit dem Ruder, sondern besitzt, wie die schwedischen Schärenboote, eine Art Po“, beschreibt Staar eine Besonderheit. Der Bootskörper aus Mahagoni ist glatt, die Planken liegen nebeneinander. Bei den Folkebooten sind sie geklinkert, die Bretter überlappen sich also.

Die Freunde ließen „Famita“ 2014 zu Wasser, doch nach einer Saison war es mit dem Segeln vorbei. „Das Holz zwischen dem Schiffsrumpf und dem Kiel war verrottet und musste ausgetauscht werden.“ Eine Aufgabe für Miteigner und Bootsbauer Karsten Burwitz. Eigentlich sollten die Arbeiten nur wenige Wochen dauern.

Doch Staars Kumpel Burwitz verdient mit der Arbeit an Booten sein Geld. Daher müsse das eigene Schiff manchmal hintenangestellt werden, meint der 32-Jährige. Für ihn ist die Arbeit am Schiff ein Ausgleich zum Bürojob. „Hier kann man sich Zeit nehmen. Und wenn das Holz gepflegt wird, ist es ein langlebiger Werkstoff.“

Derzeit werkeln die Männer am sogenannten Schandeck. „Die Abschlussleiste, also die äußerste Planke, fehlt noch“, erklärt der Bootsliebhaber. Sie erfüllt eine wichtige Schutzfunktion: Dort ist das Schiff am breitesten. „Wenn man irgendwo aneckt, nimmt der Rumpf keinen Schaden.“

Das Ziel ist es, „Famita“ in ihrer alten Schönheit zu erhalten. „Wir haben den nachträglich angebrachten Motor wieder ausgebaut. Unser Boot ist eben ein Segelschiff.“

Die Faszination für die schwimmenden Oldtimer teilt Staar mit den anderen Mitgliedern des Museumswerft-Vereins. „Wir erhalten das Gelände und die Werkstatt“, sagt Staar, der Schatzmeister des Vereins ist. Die Bootsbauer und Tüftler haben in der Selbsthilfewerkstatt viel Material und Werkzeug zusammengetragen. Das Angebot nutzen auch die Besatzungen der historischen Schiffe aus dem Museumshafen, die am gegenüberliegenden Ufer des Ryck festgemacht sind.

Zur Gaffelrigg zeigen sich die alten Schiffe von ihrer schönsten Seite. Das Segelschulschiff „Greif“ führt die Parade auf dem Ryck an. Vom Hafen führt die Ausfahrt ins Fischerdorf Wieck und hinaus auf den Greifswalder Bodden. Das Fischerfest gilt als eines der größten maritimen Volksfeste in Vorpommern. Es entstand 1908. Damals forderten die Fischer aus Wieck die Segler der Universität zum Wettkampf heraus.

Infos & Programm

Festgelände:

Museumshafen Greifswald,

Hafen & Klappbrücke in Wieck

Programm (Auszug):

Morgen

9.00 Uhr Segelschulschiff Greif startet zu einer Ausfahrt

20.00 Uhr offizielle Eröffnung

21.00 Uhr Konzert „City“

Samstag

13.00 bis 17.00 Uhr Parade der

historischen Schiffe auf dem Ryck

14.00 Uhr Unterhaltung mit dem Shantychor Luv & Lee

20.00 Uhr ZigZag Music und DJ Putzi

Sonntag

14.00 Uhr NDR1 Radio MV

18.30 Uhr Duo Memory

19.00 Uhr Die JunX und diRE sTraTS

22.30 Uhr Feuerwerk und Lichtshow „Ryck in Flammen“

Eintritt:

Erwachsene 3 Euro pro Tag

Kinder (bis 12 Jahre) frei

Tipp:

Der Eintritt berechtigt zur kostenfreien Nutzung des öffentlichen

Nahverkehrs in Greifswald.

• Internet: www.greifswald.de

Manuela Wilk

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