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Eine Stadtführung mit dem Kajak

Eine Stadtführung mit dem Kajak

Ronald Kley bietet geführte Paddel- Touren durch Rostocks Stadthafen an / Anfänger erlernen zudem die Grundlagen des Wassersports

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Reiner Tessmer (l.) und seine Verlobte Alexandra Sieg aus Wuppertal paddeln zusammen mit Stadtführer Ronald Kley im Stadthafen. Ihr Weg führt unter anderem an den ehemaligen Speichern und der Petrikirche entlang.

Quelle: Fotos: Katharina Ahlers

Ronald Kley löst die Tragegurte, mit denen er die Kajaks auf dem Anhänger seines Autos befestigt hat. Dann zieht er die Boote zum Warnow-Ufer am Haargraben im Rostocker Petriviertel.

Kontakt & Infos

Treffpunkt:

Am Haargraben, 18055 Rostock

Kontakt:

☎ 01 76 / 62 00 11 32

Tour-Zeiten:

täglich 10.00 und 14.00 Uhr

Dauer:

zwei Stunden

Preise:

Erwachsene 19 Euro,

Kinder (bis 14 Jahre) 15 Euro

• Internet: stadtpaddeln-rostock.de

Im vergangenen Sommer hat sich der Landwirt selbstständig gemacht und bietet zusammen mit seiner Frau Sandra von Mai bis Oktober geführte Paddelausflüge durch den Stadthafen an. „Am Wasser hat alles begonnen, hier entstanden die ersten Siedlungen“, erklärt der 37-Jährige. „Vom Fluss aus ist viel Stadtgeschichte erkennbar.“

Edda Tessmer aus Zierow bei Wismar hat eine solche Tour gebucht. „Wir wissen nicht viel über Rostock, da bietet sich eine Führung an. Und paddeln wollten wir auch einmal ausprobieren“, sagt die 57-Jährige. Begleitet wird sie von ihrem Mann Rolf sowie Sohn Reiner und dessen Verlobter Alexandra Sieg aus Wuppertal. „Ich saß noch nie in einem Kajak“, sagt die Nordrhein-Westfälin. Skeptisch betrachtet sie das schmale Kunststoff-Boot. „Das sieht wackelig aus und macht mich nervös.“

Bevor es aufs Wasser geht, erhält die Familie eine Einweisung, bei der Guide Kley den Gästen die Sicherheitsvorkehrungen, dazu gehört das Tragen einer Rettungsweste, erklärt und zeigt, wie das Sportgerät funktioniert. „Die Zweier-Kajaks sind stabil und kippen nicht um“, versichert er. „Derjenige, der vorn sitzt, bestimmt den Rhythmus, der Hintermann ist für die Steuerung zuständig. Ihr müsst die Paddel synchron eintauchen.“

In gemächlichem Tempo legen die Teams schließlich die ersten Meter der etwa sechs Kilometer langen Tour zurück. Sie führt vom Petriviertel entlang des Stadtteils Gehlsdorf zum Fischereihafen und zurück. An markanten historischen Punkten trifft sich die Gruppe.

Erster Stopp nach wenigen Metern: Der Stadtführer zeigt zur Petrikirche. „Das ist die älteste Kirche Rostocks. Ausgehend von den ersten Siedlungen im Petriviertel hat sich die Stadt entwickelt“, erklärt Kley. Er taucht das Paddel ins Wasser einund steuert auf die nächste Station zu.

Reiner Tessmer versucht zu folgen. Doch anstatt wieder zur Mitte des Flusses zu gelangen, treibt sein Boot auf das Schilf am Ufer zu. „Pass auf“, ruft seine Partnerin, die vor ihm sitzt. „Das mit der Steuerung hast du wohl noch nicht raus.“

Während das Paar mit der Lenkung des Kajaks kämpft, ziehen Rolf und Edda Tessmer an ihnen vorbei. „Das sieht gut aus bei euch“, ruft Reiner Tessmer seinen Eltern hinterher, während er sein Gefährt in die gewünschte Richtung dreht.

Im Hafen angekommen erfahren die Wassersportler, dass Rostock 1218 das Lübische Stadtrecht erhalten hat und dass der Name auf das slawische „Roz Tok“ zurückgeht. Das bedeutet so viel wie „auseinanderfließender Fluss.“ Auch über die Zeit der Hanse spricht der Tourleiter. Die heute mit mehr als 200 000 Einwohnern größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns war Mitglied in der mächtigsten Handelsvereinigung nordischer Kaufleute. „Besonders unser Bier und Fisch waren beliebte Handelsgüter“, erklärt der Rostocker. Die Tour führt an der „Stephan Jantzen“ vorbei. Darüber, wer Eigentümer des ehemaligen Eisbrechers der DDR ist, darüber wird derzeit noch gerichtlich gestritten.

Nach knapp zwei Stunden geht es zurück zum Ausgangspunkt. Die Sonne scheint und ein scharfer Wind fegt über den Stadthafen. Die Teilnehmer müssen gegen einen zunehmenden Wellengang ankämpfen. ,Das hat Spaß gemacht“, sagt Alexandra Sieg am Ende des Ausflugs. Sie atmet tief durch. „Aber für die Arme war das Krafttraining.“ Die 28-Jährige ist zufrieden mit ihrer ersten Paddel-Tour. „Am Anfang hat es noch sehr gewackelt und ich hatte Angst, umzukippen“, gesteht sie. Doch die Unsicherheit habe sich schnell gelegt.

„Dass der Hafen zu DDR-Zeiten für Privatpersonen nicht zugänglich war, weil er als Grenzgebiet galt, hat mich überrascht“, gibt Edda Tessmer zu. Sie lacht. „Ronald hat uns Dinge erzählt, die nicht in jedem Stadtführer stehen. Und die Erläuterungen kamen immer dann, wenn ich ohnehin eine Pause brauchte.“

Katharina Ahlers

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