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Wismar Her mit dem Schatz!

Bei den Piratenfahrten der Reederei Adler-Schiffe in Wismar erleben Kinder zwischen drei und 14 Jahren Seeräuber-Abenteuer / Jeden Mittwoch geht es hinaus auf die Wismarbucht

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Die Rasselbande greift an: Angeführt von Cecila (Mitte) stürmen Karolin (li.), Moritz (re.) und ihre Freunde das Fahrgastschiff der Reederei Adler.

Quelle: Fotos: Ann-Christin Schneider

Wismar. Die Piratencrew richtet die Pistolen auf ihre Kapitänin. Dann umzingeln die 30 Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren ihre Anführerin, die eine große Schatzkiste in den Händen hält.

„Ist das etwa eine Meuterei?“, fragt Seeräuberin Jackie Kate. „Wir wollen unseren Teil vom Schatz“, fordert der achtjährige Clemens. Die 47-Jährige ist erleichtert: „Mensch, Sprotte, natürlich bekommt ihr was von dem Gold ab.“ Die Lütten jubeln und teilen die Totenkopf-Taler – goldene Anstecker – untereinander auf.

Mit Spielzeugsäbel und -pistole bewaffnet gehen Kinder vom Alten Hafen Wismar aus auf „Piratenfahrt“. Sie tragen rot-weiße Oberteile und Kopftücher. Jeden Mittwoch hissen die Nachwuchsseeräuber die Piratenflagge auf einem Fahrgastschiff der Reederei Adler-Schiffe. Das Sagen an Bord hat Katrin Rienow, alias Captain Jackie Kate, vom Kindertheater Blumental in Gägelow nahe der Hansestadt.

„Es ist meine erste Saison als Piratenchefin“, sagt Katrin Rienow, kostümiert mit schwarzem Krempen-Hut, langem Mantel und hohen Lederstiefeln. „Keiner soll sich langweilen, deshalb gibt es zwei Stunden lang Spiele, Lieder und auch ein bisschen Action.“ Damit beschreibt die „raue Stimme des Nordens“, wie die Theaterfrau sich selber nennt, das Programm.

  In der Wismarbucht flattert die Totenkopf-Flagge, auch „Jolly Roger“ genannt, im Wind. „Ich brauche eine starke Crew“, sagt die Kapitänin an Deck zu den Kindern. „Wer will mir beweisen, dass er keine Landratte ist?“ Die Arme von zwölf angehenden Seeräubern schnellen in die Luft.

  In zwei Teams aufgeteilt, sollen sie ihre Kraft beim Tauziehen beweisen. Die Kinder sind gleich stark. Kaum einen Zentimeter bewegt sich das Seil. Die Eltern feuern ihre Sprösslinge lautstark an.

„Ihr seid wahre Piraten“, lobt Jackie Kate und entscheidet sich für ein Unentschieden.

  „Ich habe um mein Leben gezogen“, sagt Cecilia aus Magdeburg (Sachsen-Anhalt) völlig außer Puste. „Aber das hat sehr viel Spaß gemacht. Ich bin gespannt, was als nächstes kommt“, erklärt die Achtjährige.

  „Dimbimgoooo“, schallt der Schlachtruf über das Deck des Schiffes, als Katrin Rienow ihre Bande zum Piratenpatent ruft.

  Fünf Fragen müssen die Seeräuber gemeinschaftlich beantworten. Wo ist Steuerbord? Und wie schlafen Piraten . . . Dank der Hilfe der Erwachsenen sind die Fragen kein Problem. „Es ist schließlich auch kein Wettstreit. Das Miteinander und der Spaß stehen im Mittelpunkt“, sagt die Chefin an Bord der „Hansestadt Wismar“.

  Nach dem Rätselraten haben sich die Kinder eine Pause verdient. Unter Deck wird bei Piratentrunk und Gummibärchen-Schlangen mit den Eltern ein Piratenlied gesungen. „Das ist eine tolle Fahrt“, sagt Peter Wegner, der für seine Enkel Elliott und Hans-Peter die Tour gebucht hat. „Die Kapitänin ist klasse, sie reißt alle Kinder trotz der unterschiedlichen Altersklassen mit“, ergänzt der Hohen Neuendorfer (Brandenburg).

  „Unsere Söhne Clemens und Moritz sind total begeistert “, sagt Sandra Gießler. „Wir sind jetzt uninteressant für sie“, ergänzt die Mutter aus Auleben (Thüringen).

  Doch die entspannte Stimmung täuscht. Die „Hanseat“, ein weiteres Fahrgastschiff der Adler-Schiffe-Reederei, holt auf. „Die haben einen weiteren Schatz“, verrät Jackie Kate ihrer Crew. „Wenn wir sie ablenken, können wir sie dazu zwingen, ihn auszuhändigen.“

  Alle gehen auf Position. Elliott und Clemens positionieren sich an den Stufen, die zum Heck des Schiffes führen – ihre Pistolen haben beide im Anschlag. Der Rest der Gruppe stimmt zur Tarnung des Überfalls das Lied „Jetzt fahr’n wir über’n See“ an.

  „Ohren zuhalten“, warnt die Kapitänin, kurz bevor sie die Kanone zündet. „Aye Captain“, antworten die Kinder im Chor, bevor es gewaltig knallt. „Her mit dem Schatz“, ruft unter anderem der vierjährige Arthur aus Luckau im Spreewald (Brandenburg). Widerstandslos wirft die feindliche Besatzung daraufhin einen Sack voller Süßigkeiten auf das Piratenschiff. Jubelnd stürzen sich die Kinder auf die Beute, während ihr Boot zurück in den Hafen fährt.

Kontakt & Infos

Adresse

Adler-Schiffe

Alter Hafen 7

23966 Wismar

Kontakt

☎ 0 38 41 / 22 46 46

Öffnungszeiten Servicecenter

Montag bis Freitag 9.00 bis 16.00 Uhr

Samstag 10.00 bis 14.00 Uhr

Termine Piratenfahrt

mittwochs, 14.45 Uhr bis 16.15 Uhr

Preis

Erwachsener 19,90 Euro

Kinder 16,90 Euro

Kinder dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen teilnehmen.

Parken

kostenpflichtig auf dem Parkplatz Altstadt/ Hafen in der Stockholmer Straße

• Internet:

www.adler-schiffe.de

Ann-Christin Schneider

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