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„Hier Kete!“

Ahrenshoop „Hier Kete!“

Das Kunstmuseum Ahrenshoop zeigt eine Sonderausstellung mit Werken der Malerin Kate Diehn-Bitt / Viele der mehr als 100 Bilder werden zum ersten Mal öffentlich gezeigt

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Kate Diehn-Bitt malte ihre Lebenserinnerungen in einem Tagebuch. Im Kunstmuseum Ahrenshoop sind sie nun zum größten Teil zu sehen.

Quelle: Michaela Krohn (2), Kunstmuseum Ahrenshoop (2), Max Jagusch

Ahrenshoop. Wenn das Telefon klingelte, hat sich Kate Diehn-Bitt mit „Hier Kete!“ gemeldet. Festgehalten ist diese Eigenart auf einer Zeichnung der 1900 in Schöneberg bei Berlin geborenen Künstlerin.

Das Kunstmuseum Ahrenshoop hat ihr nun eine Ausstellung gewidmet und zeigt 124 Werke. Viele von ihnen waren noch nie in einer öffentlichen Schau zu sehen.

„Wenn ich mit Besuchern spreche, sagen mir viele, was für eine schöne Entdeckung das Werk von Kate Diehn-Bitt ist“, sagt Museumsführerin Birgitt Sandke. Begeistert seien sie, weil die Künstlerin eine starke Frau war, obwohl sie viele Schicksalsschläge erleben musste. Unter anderem wurden Angehörige der Familie ihres Stiefvaters in Konzentrationslagern im Zweiten Weltkrieg ermordet. Zudem wurde in der Zeit des Nationalsozialismus ihre Kunst als „entartet“ eingestuft. Sie litt unter ihrem Arbeitsverbot, war dennoch aktiv, malte zum Beispiel ihr „Selbstbildnis mit Hyazinthe“ auf einer Sperrholzplatte. In dieser Zeit war sie viel in Ahrenshoop.

Auch in der DDR blieb ihr zunächst eine größere Akzeptanz sowie Werkschauen verwehrt. „Viele ihrer Bilder strahlen eine Melancholie aus. In der DDR wollte man nach dem Krieg aber lieber positive Kunst sehen, die den Aufbruch nach dem Krieg zeigt“, sagt Birgitt Sandke.

Die Schau ist für Marion Schael, kaufmännische Leiterin im Kunstmuseum, eine Herzensangelegenheit. Viele der Werke stammen aus den 1970er Jahren, in denen sich Kate Diehn-Bitt vor allem von den Geschichten der Bibel und Thomas Manns Romanreihe „Joseph und seine Brüder“ inspirieren ließ. „Den Bildern aus dieser Zeit wurde bisher eher wenig Beachtung geschenkt“, sagt sie. Zwei Bilder der Schau hat ihre eigene Familie gestiftet. „Wir wollten die Werke von KDB unbedingt ausstellen.“ KDB – so nennt Marion Schael Kate Diehn-Bitt. „Diese Abkürzung hat sich bei uns einfach eingebürgert.“

Die Werke stammen zum größten Teil aus den Beständen des Kunstmuseums, einige aus der Kunsthalle und dem Kulturhistorisches Museum Rostock sowie der Nationalgalerie Berlin. „Aus der Hauptstadt haben wir ein Bild bekommen, bei dem sich auf der Rückseite ein weiteres Gemälde befindet“, sagt Birgitt Sandke. Die „Madonna mit Vögeln“ entstand um 1947 und teilt sich die Sperrholzplatte mit dem „Selbstbildnis mit Apfelsine“ (1933). „Das ist eine tolle Entdeckung. Wir haben es so gehängt, dass beide Seiten betrachtet werden können“, sagt sie.

Die Szene am Telefon, die der Ausstellung ihren Namen gibt, gehört zum gemalten Tagebuch, das im zweiten Raum der Schau ausgestellt ist. Dort hängen viele dieser Seiten, die vor allem mit Aquarellstiften gemalt wurden. „Als Kate Diehn-Bitt daran arbeitete, schaute sie auf ihr Leben zurück, wollte sich vor allem an die positiven Begegnungen und Ereignisse erinnern“, erklärt Birgitt Sandke. Diese Werke seien im Vergleich zu anderen kleiner, da die Künstlerin mit zunehmendem Alter an Gicht litt und sich nicht mehr an große Projekte wagte. 1978 starb „KDB“ in Rostock.

Tipp: Neben der Sonderschau ist auch eine Präsentation der Sammlung des Kunstmuseums zu sehen. Gezeigt werden Werke aus der Zeit der Künstlerkolonie, die sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in Ahrenshoop bildete. Zu ihr gehörten Maler wie Louis Douzette, Hugo Richter-Lefensdorf und Franz Triebsch, später auch Cesar Klein, Dora Koch-Stetter oder Alfred Partikel. Viermal im Jahr werden die Bilder neu gehängt. „Wir wollen unseren Besuchern immer mal wieder einen neuen Blick auf die Ausstellung gewähren. Denn viele von ihnen kommen öfter zu uns nach Ahrenshoop“, sagt Marion Schael.

Michaela Krohn

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