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Im Land der roten Steine

Im Land der roten Steine

Viele Gebäude der Norddeutschen Backsteingotik sind für Besucher geöffnet

Roter Backstein ist ein Markenzeichen der Architektur in Mecklenburg-Vorpommern. Viele Kirchen, Klöster, Rat-, Gemeinde- und Wohnhäuser sind nach dem im 12. Jahrhundert modern gewordenen Baustil errichtet. Beeindruckende Beispiele der Norddeutschen Backsteingotik finden sich in fast allen Orten im Land.

Die Grevesmühlener Nikolaikirche wurde im 13. Jahrhundert gebaut. Der Turm des Gotteshauses war ursprünglich stattliche 92 Meter hoch. Bei einem Brand im Jahre 1659 verlor er jedoch seine Spitze. Die Orgel in St. Nikolai stammt vom Schweriner Friedrich Friese – im Sommer werden regelmäßig Konzerte veranstaltet.

Die Georgenkirche in Wismar gehört zu den monumentalsten und bedeutendsten gotischen Bauten im Ostseeraum. Sie ist eine dreischiffige Backsteinbasilika, also ein mehrschiffiges Kirchengebäude aus dem 15. Jahrhundert, hat ein besonders hohes und schlankes Mittelschiff. Wann genau St. Georgen gegründet wurde, ist nicht überliefert. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 1255. Die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte und zu DDR-Zeiten weiter verfallene Kirche ist in wesentlichen Teilen bis 2010 wiederhergestellt worden. Sie ist als Teil der Wismarer Altstadt seit 2002 auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes verzeichnet.

Um eine Aufnahme in das Weltkulturerbe hatte sich auch das Münster in Bad Doberan beworben – zuletzt im Jahr 2014. Bislang blieb das Vorhaben jedoch ohne Erfolg. Das Münster ist eine Zisterzienserklosterkirche aus dem 13. Jahrhundert. In ihr befindet sich die reichste hochgotische Ausstattung aller Ordenskirchen in Europa. Das im Jahre 1171 gegründete Kloster hatte als erstes in Mecklenburg bereits im Mittelalter höchste politische und historische Bedeutung. Über die Jahrhunderte entwickelte sich das Doberaner Münster zu einer wichtigen Sehenswürdigkeit. Heute werden täglich mehrere thematische Führungen angeboten.

Das Hausbaumhaus in Rostock , ein spätgotisches Giebelhaus, wurde um 1490 in der Wokrenter Straße errichtet und ist als eines der ältesten Kaufmannshäuser aus der Hansezeit in Rostock erhalten. Bis ins 16. Jahrhundert diente die imposante Halle im Erdgeschoss als Arbeits- und Wohnstätte. Somit kann das Hausbaumhaus noch zum Typ der sogenannten Wohndielenhäuser gezählt werden. Das historische Gebäude verdankt seinen Namen dem aus einem Eichenstamm gefertigtem Hausbaum. Dieser hat die Funktion einer tragenden Säule. Das Hausbaumhaus kann für Veranstaltungen gemietet werden.

Der Dom zu Güstrow ist 1226 gestiftet worden. Im selben Jahr erhielt Güstrow das Stadtrecht. Geweiht wurde das Gotteshaus 1335. Der Dom ist eine Basilika und entstand in der Übergangszeit von der Romanik zur Gotik. Der Westturm ist 44 Meter hoch. Am Domplatz befindet sich außerdem die älteste Schule Mecklenburgs, die heute zum John-Brinckman-Gymnasium gehört. 1927 hat der Bildhauer Ernst Barlach die Bronzefigur „Der Schwebende“, ein Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, für den Dom geschaffen.

Die St. Marienkirche in Ribnitz-Damgarten wurde um 1230 erbaut und war ursprünglich eine spätromanische turmlose Hallenkirche. Nach dem Stadtbrand von 1455 wurde die Kirche nach Osten hin erweitert und der Chor angebaut. Auch der Spitzturm ist nach 1455 errichtet worden und war ursprünglich sogar 100 Meter hoch. Vom heutigen 45 Meter hohen Turm lohnt sich ein Blick über den Bodden bis zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Das Kalandhaus in Grimmen ist ein Bauwerk der Spätgotik. Das Gebäude wurde um 1450 als zweigeschossiger Backsteinbau mit einem typischen Stadttorgiebel gebaut. Benannt ist das Haus nach der Kalandbruderschaft, die im späten Mittelalter in vielen Städten vertreten war und sich in dem Haus traf. Später wurde das Gebäude in der Schulstraße auch als Schule, Wohnhaus und Kindergarten genutzt. Seit 1980 gehört es der Neuapostolischen Kirche.

Das Rathaus in Stralsund ist ein Wahrzeichen der Hansestadt. Es ist eines der bedeutendsten weltlichen Bauwerke der Norddeutschen Backsteingotik. Die Anfänge des Gebäudes reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Das Rathaus mit seinen sieben Türmen diente zunächst als Kauf- und Lagerhaus. Heute nutzt die Stralsunder Stadtverwaltung und unter anderem das Standesamt das Rathaus.

Michaela Krohn

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