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Klar zum Tauchgang!

Greifswald Klar zum Tauchgang!

In und um Greifswald wird unter anderem Schnuppertauchen angeboten / Die Teilnehmer machen im Kiessee in Jarmen erste Freiwasser-Erfahrungen

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Eric Moegelin aus Greifswald (v. l.), Tauchlehrer Hans-Joachim Moritz und der Rügener Steffen Bewersdorf testen an Land ihre Tauchausrüstungen.

Quelle: Fotos: Katharina Ahlers, Tauchbasis Greifswald/ulf und Burkhard Braune

Greifswald. Steffen Bewersdorf aus Glowe (Rügen) blickt auf den Kiessee in Jarmen bei Greifswald. „Ich bin gespannt, wie es unter der Wasseroberfläche aussieht“, sagt er.

Und ich war nur 20 Zentimeter von einem Barsch entfernt.“Steffen Bewersdorf, Tauchschüler

Von seiner Lebensgefährtin Ricarda Klapproth hat der 50-Jährige einen Schnupper-Tauchkurs, der von der Tauchbasis Greifswald durchgeführt wird, geschenkt bekommen. „Ich habe in Ägypten an einem Kurs teilgenommen und war beeindruckt“, erklärt die 37-Jährige. „Das Meer, die Farben – wunderschön.“ Bewersdorf lacht. „Da war ich immer neidisch. Ich bin gespannt, wie das Tauchen mit der Ausrüstung funktioniert.“

Auch Eric Moegelin aus Greifswald ist aufgeregt. Der 29-Jährige arbeitet an seinem Tauchschein. Nach Übungen in der Schwimmhalle steht die erste Freiwasser-Stunde an. „Ich freue mich auf die Unterwasserwelt. Dort ist man fast schwerelos und kann die Ruhe genießen“, sagt er.

Bevor es soweit ist, erklärt Tauchlehrer Hans-Joachim Moritz die Grundlagen des Sports. „Beim Schnorcheln müssten wir die Luft anhalten, aber beim Tauchen haben wir die Chance, bis zu einer Stunde unten zu bleiben“, erklärt der 38-Jährige. Möglich macht das eine Luftflasche. Diese wird mithilfe einer Weste, dem Jacket, am Rücken der Sportler befestigt. „In den Flaschen befinden sich 2000 Liter Luft, die auf zehn Liter zusammengepresst wurden“, sagt der gelernte Heizungsbauer.

Seit 2003 leitet er mit Kollegen die Tauchbasis Greifswald. „Durch das Komprimieren fehlt der Luft Feuchtigkeit, daher ist sie trocken.“ Für Bewersdorf ist das kein Problem. „Ich kenne das vom meinen beruflichen Einsätzen“, sagt der Feuerwehrmann.

Als weiteres Problem gilt der ungewohnte Umgebungsdruck. „Wasser hat Gewicht. Je tiefer wir tauchen, desto stärker lastet es auf uns“, sagt Moritz. „Wir haben viele lufthohle Räume, etwa die Lunge oder das Mittelohr, im Körper. Diese werden vom Wasser zusammengedrückt.“ Um dem entgegenzuwirken, helfe ein Druckausgleich. Der Lehrer hält sich die Nase zu und versucht, Luft hindurch zu pressen.

„So öffnet sich die Ohrtube und das Trommelfell wird nach außen gedrückt“, erklärt er. Bei den Lungen werde der Ausgleich über einen Atemregler reguliert.

Nach der Theorie-Einheit ziehen sich die Männer die Jackets sowie Schwimmflossen an und begeben sich in den Flachwasserbereich des Sees. Langsam tauchen sie unter, Luftblasen steigen auf. Bewersdorf atmet ruhig.

Der Anfänger blickt sich um und beobachtet die Unterwasserwelt: Hier wachsen Algen und andere Unterwasserpflanzen. Fische, wie Hechte und Barsche, schwimmen an ihm vorbei.

Die Bleigewichte im Jacket lassen ihn absinken. Tauchlehrer Moritz, der seinen Schülern nicht von der Seite weicht, pumpt Luft in die Westen. Diese sorgt für den nötigen Auftrieb und ermöglicht, dass die gewünschte Tiefe gehalten wird.

Moritz erkundigt sich regelmäßig nach dem Befinden seiner Schützlinge. Dazu formt er mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis, die anderen drei Finger hält er gestreckt. „Bist du ok?“, bedeutet das.

Bewersdorf und Moegelin machen es ihm nach und bestätigen somit, dass es ihnen gut geht.

Das Trio setzt seinen Weg fort. Nach einigen Metern zeigt der Profi mit den Daumen nach unten – ein Zeichen, weiter abzutauchen. Dafür wird Luft aus den Jackets gelassen. In fünf Metern Tiefe erreichen die Wassersportler einen mit Muscheln bewachsenen Gartenstuhl. Moegelin schwimmt um ihn herum. Der Stuhl ist nicht der einzige ungewöhnliche Fund am Gewässergrund: Wenige Meter entfernt steckt ein Straßenschild im Kies.

Knapp eine Stunde dauert der erste Freiwasser-Tauchgang. Erschöpft watet Bewersdorf an Land. „Ich bin ziemlich ausgelaugt“, gesteht er, lächelt aber zufrieden. „Es war grandios. Die Flora und Fauna sind faszinierend. Und ich war nur 20 Zentimeter von einem Barsch entfernt.“

Katharina Ahlers

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