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Lüttenort – das Paradies eines Malers

Lüttenort – das Paradies eines Malers

Auf Usedom erkunden Besucher den Wohnort von Otto Niemeyer-Holstein

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Kunstliebhaber: Bettina John (r.) steht mit Sabine und Hartmut Ott vor dem ehemaligen Wohnhaus von Otto Niemeyer-Holstein.

Quelle: K. Ahlers

Lüttenort/Koserow. Zierpflanzen, Sträucher und Gehölze schmücken den Künstlergarten zwischen Koserow und Zempin auf Usedom. „Wunderschön“, meint Sabine Ott aus Thüringen. „Das sieht romantisch und verwunschen aus.“

Kontakt & Infos

Adresse:

Lüttenort, 17459 Koserow

Kontakt:

☎ 03 83 75 / 2 02 13

Öffnungszeiten:

Täglich 10.00 bis 18.00 Uhr

Eintritt:

Garten 1,50 Euro, Galerie und Garten 4 Euro, ermäßigt 2 Euro

Führung 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro

• Internet: www.atelier-

otto-niemeyer-holstein.de

Mehr als 50 Jahre hat Maler Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984) hier gelebt, gearbeitet und sich um den Garten gekümmert. „Er wollte als kleiner Junge immer Gärtner werden und hat das hier erschaffen“

, sagt Bettina John, Mitarbeiterin im Atelier Otto-Niemeyer-Holstein. „Der Garten ist noch so, wie er ihn angelegt hat.“ Seit dem Tod des Malers wird das Anwesen, der Garten und das Wohnhaus, als Museum genutzt. „Er wollte, dass jeder sein Paradies betreten kann.“ Neben den Pflanzen stehen zahlreiche Skulpturen auf dem Grundstück. „Die Figuren hat er im Tausch gegen seine Bilder erhalten“, sagt die 53-Jährige.

1933 kam der gebürtige Kieler mit seinem Segelboot „Der Lütte“ von seinem Wohnort Berlin nach Usedom. Vom Achterwasser aus entdeckte er das kleine Stück Brachland. Es befindet sich an der schmalsten Stelle Usedoms: Ostsee und Achterwasser trennen hier nur 300 Meter. „Zunächst schuf Niemeyer-Holstein ein Feriendomizil für seine Familie. Er nannte es ,Lüttenort’, in Anlehnung an sein Segelboot“, erzählt Bettina John. „Ab 1939 blieb er mit seiner Frau, den zwei Kindern und der Schwiegermutter in Lüttenort. Sie waren in der Großstadt Berlin nicht mehr sicher. Seine Frau war Jüdin.“

Und so überstand die Familie die Zeit des Nationalsozialismus unentdeckt von den Behörden auf dem Eiland. Die fünf Personen lebten in einem Eisenbahnwaggon, den Niemeyer-Holstein zu einem Wohnhaus umfunktionierte und im Laufe der Jahre mit Anbauten erweiterte. Seine Gemälde setzte er mitunter in Tauschgeschäften ein, um seine Familie versorgen zu können.

In Führungen durch den Garten und das Wohnhaus können sich Besucher heute ansehen, wie der Maler lebte. „Mein Mann und ich waren schon im Garten vom Künstler Claude Monet in Frankreich“, sagt Sabine Ott. „Dadurch konnten wir nachvollziehen, woher er seine Inspiration genommen hat. Nun wollte ich wissen, wie Niemeyer-Holstein gelebt hat.“ Sie steht im Atelier. „So stelle ich mir einen Künstlerort vor“, sagt die 55-Jährige und betrachtet die Bilder. „Mir gefällt der Impressionismus.“

1965 gelang Niemeyer-Holstein bei einer Ausstellung in Berlin der künstlerische Durchbruch. Viele seiner Gemälde befinden sich heute in Privatbesitz.

Katharina Ahlers

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