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Mit 225 PS über die See

Warnemünde Mit 225 PS über die See

Im Speedboot gehen Gäste in Warnemünde auf rasante Fahrt

Warnemünde. Wenn der Skipper den Gashebel umlegt, drückt es seine Passagiere in die Sitze. Der Bug des Schlauchbootes hebt sich aus dem Wasser, der Motor heult auf. Ein Grinsen macht sich in den Gesichtern seiner Gäste breit. Speedboot fahren mit Matthias Alter auf der Ostsee vor Warnemünde ist aber nicht nur etwas für Adrenalin-Junkies auf der Suche nach einem Geschwindigkeitsrausch.

„Wir fahren hier zum Spaß und nicht, um Rekorde zu brechen“, sagt Alter. Anstatt nur Vollgas zu fahren, halten sich der Unternehmer und seine Mitarbeiter zurück. „Wir cruisen ohne Verletzungsrisiko.

Unsere Fahrt ist für die ganze Familie“, erklärt der Chef. Denn die kurzen Wellen auf der Ostsee seien tückisch. Fängt das Boot bei hoher Geschwindigkeit an zu springen, könne das Rückenschmerzen nach sich ziehen.

An diesem sonnigen Nachmittag ist die See ruhig. Gute Bedingungen für eine Ausfahrt. Das dachten sich auch Dagmar und Thomas Kittel aus dem brandenburgischen Senftenberg. Die 54-Jährigen sind schon lange vor dem Ablegen an Bord, während Skipper Alter noch Touristen animiert, zuzusteigen. Neun Fahrgäste finden auf der „Yuna“ Platz. Sie ist eines seiner zwei Boote – 225 PS leistet der Außenborder am Heck des Bootes.

Dann legt er ab. Gemächlich geht es den Alten Strom entlang Richtung Leuchtfeuer. Passanten gucken dem grauen Flitzer und den Passagieren, die orangefarbene Schwimmwesten tragen, hinterher. „Wir bieten einen Mix aus Motorbootfahren und Sightseeing-Tour“, sagt der Rostocker. Er erzählt von Fischern und Seenotrettern. „Die meisten Touristen sind sonst ja sehr selten auf dem Wasser.“

Kurz vor dem Ende der Mole beschleunigt das Boot ein wenig. Aber erst, wenn das Leuchtfeuer passiert ist, erhöht der Skipper die Geschwindigkeit nochmals. Der Fahrtwind lässt Haare wehen, kleine Wellen die Gäste auf ihren Sitzen hüpfen. „Ist das geil“, ruft eine Mitfahrerin von der hintersten Bank, dem „Sofa“, wie Alter sie nennt.

„Wir fahren parallel zum Strand“, erklärt der Bootsführer. Es geht zum Gespensterwald Nienhagen und entlang der Steilküste. Am Strand tummeln sich Badegäste, Segelboote liegen im Wind. In der Ferne sind Fähren aus Warnemünde zu sehen. Wenn Alter am Ruder dreht, neigt sich das Gefährt. Wenn er zusätzlich beschleunigt, legt es sich noch weiter in die Kurve. Aber kein Grund zur Sorge.

„Immer, wenn er Gas gegeben hat, war das ein geiles Gefühl“, erzählt Noah (13), der mit seiner Familie aus Sachsen-Anhalt angereist ist. Angst habe er nicht gehabt. „Ich bin in Thailand schon mal Speedboot gefahren.“ Da seien die Wellen viel höher gewesen.

Dagmar und Thomas Kittel hatten am Vormittag schon eine Ausfahrt mit einem Sechs-PS-Boot gemacht. Dabei sahen sie eines der grauen Boote und wollten auch mitfahren. Dagmar sitzt neben dem Skipper, ihr Mann sitzt auf einem Platz vor dem Führerstand.

Etwa 30 Knoten schnell fährt Matthias Alter und damit längst nicht am Limit. Dennoch: Die knapp 56 km/h fühlen sich auf dem Wasser viel schneller an als im Auto. Ab und zu spritzt etwas Wasser ins Boot, ernsthaft nass wird aber niemand.

Auch auf dem Rückweg, zurück auf dem Alten Strom, wird Alter vom Skipper zum Stadtführer, als der rote Heckrad-Dampfer, der auf seiner Rundtour vom Schnatermann aus backbords dicht vorbeifährt. Nach rund 25 Minuten ist der Spaß vorbei. „War das wirklich so lange?“, fragt Noah nach dem Festmachen etwas ungläubig.

Am Anleger, direkt an der Brücke über den Alten Strom, sind schon die nächsten Fahrgäste zu erkennen. Die ersten besteigen das zweite Speedboot, die „Emma“.

„Die Tour machen wir noch mal“, sagt Dagmar Kittel. „Die Fahrt soll ein Erlebnis sein. Das wollen die Leute“, meint Skipper Matthias Alter, stattet die nächsten Fahrgäste mit Westen aus und geht an Bord.

Philip Schülermann

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