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Platz da für die Schweden!

Wismar Platz da für die Schweden!

Morgen beginnt in Wismar das Schwedenfest – militärhistorische Aufzüge inklusive

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Wie einst die Schweden nach dem Dreißigjährigen Krieg sind heute die Darsteller in Wismar auch auf Pferden unterwegs.

Wismar. Das Lampenfieber hat Edelgard Scheidt auch nach 17 Jahren noch nicht ablegen können. Morgen beginnt das Schwedenfest in Wismar, für das die Amtsleiterin für Jugend, Bildung und Sport den sogenannten Schwedenweg organisiert. „Kurz vor dem Start bin ich nach wie vor aufgeregt“, gesteht sie. „Es steckt so viel Arbeit dahinter, da will ich, dass alles glatt läuft und es Zuschauern und Teilnehmern gefällt.“

Der historische Umzug ist der Höhepunkt des viertägigen Spektakels in der Hansestadt. 26 Vereine, Musikzüge und Unternehmen bestreiten am Sonntag den etwa zwei Kilometer langen Weg. In Uniformen und Trachten, zu Fuß, zu Pferd oder in der Kutsche geht es für etwa 450 Akteure um 11.30 Uhr am Markt los. Den Startschuss setzen die Mitglieder des Wismarer Schützensvereins Hanse 1990.

155 Jahre lang regierten die Schweden in Wismar. Nach der Eroberung der Hansestadt durch die skandinavischen Truppen im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) gehörte Wismar zum schwedischen Königreich.

1803 wurde Wismar de facto per Pfandvertrag dem Herzogtum Mecklenburg-Schwerin überlassen. Offiziell ist die Stadt aber erst seit 1903 wieder Teil Deutschlands, nachdem auf die Einlösung des Pfandes verzichtet wurde.

„Der Schwedenweg wurde extra so geplant, dass er an einigen Wahrzeichen jener Zeit vorbeiführt“, erklärt Edelgard Scheidt, die seit Herbst vergangenen Jahres an der Planung des Programms arbeitet.

„Der Festumzug verläuft vorbei an den Schwedenköpfen im Alten Hafen, dem barocken Provianthaus und dem ,Alten Schweden’– einem der ältesten Bürgerhäuser der Stadt am Markt.“ Außerdem führt der Rundgang vorbei am Schwedenstein aus dem Jahre 1903, der mit den Wappen Wismars, Mecklenburgs und Schwedens an das Ende der Belagerung erinnert.

Den Takt für den Umzug geben unter anderem die Musiker des Blasorchesters Dorf Mecklenburg vor. „Mit Schlagzeug, Hörnern, Trompeten, Flöten und anderen Blasinstrumenten spielen die 35 Mitglieder des Vereins Marsch- und Volkslieder“, verspricht Hartmut Mitschke.

Für artistische Einlagen sorgen die Kremper Fahnenschwenker, die aus der Nähe von Hamburg kommen. „Der Schwedenweg zeichnet sich durch die wundervolle Kulisse und das Publikum aus“, sagt Nils Hellmann, Obmann der Fahnenschwenker aus Holstein. Acht Schwenker werfen die Fahnen passend zu den Trommeln in die Luft und fangen sie wieder auf. „Das Fahnenschwenken hatte schon zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges eine Bedeutung. Man geht davon aus, dass unter anderem Landsknechte auf diese Weise militärische Signale gaben“, erklärt Hellmann. Auch die holsteinische Festungsstadt Krempe wurde wie Wismar im Dreißigjährigen Krieg eingenommen – allerdings durch Wallensteins Truppen, die für den deutschen Kaiser ins Feld zogen.

Mit Bollerwagen, Bonbons und Schwedenfahnen ist die Deutsch-Schwedische-Gesellschaft aus Wismar bei dem Umzug vertreten. „Wir laufen zusammen mit den Vertretern unserer Partnerstadt Kalmar“, sagt Olaf Heilig, Vorsitzender der Gesellschaft. Vor allem die Frauen der etwa 20 Mann starken Gruppe zeigen mit ihren traditionellen Trachten die schwedische Kultur. „Für unsere Gesellschaft ist die vier Tage dauernde Konzentration auf Blaugelb beim Schwedenfest großartig“, sagt der 51-Jährige. „Es zeigt unsere Freundschaft zum Königreich im Norden.“

Unter den Teilnehmern des Schwedenwegs sind auch Mitglieder militärhistorische Vereine wie die Smålands Husaren und die Karolinertruppe 1712. Bereits ab Freitag schlagen die etwa 100 Darsteller ihr Lager auf dem Markt auf. Mit Pferden, Kanonen und Gewehren stellen sie zusammen mit den Wismarer Schützen während des Schwedenfestes Schlachten aus dem 17. Jahrhundert nach.

Programm & Infos

Adresse

Schwedenfest

Am Markt

23966 Wismar

Kontakt

☎ 0 38 41 / 1 94 33

Parken

kostenpflichtig beispielsweise

in der Ulmenstraße oder in der

Dr.-Leber-Straße

Programm (Auszug):

Morgen

18.00 Uhr Bands aus der Region

wie Sabine Fischmarkt und Midnight Smile

Freitag

10.00 bis 17.00 Uhr historisches Feldlager mit Vorführungen der

militärhistorischen Einheiten

16.00 Uhr offizielle Eröffnung

ab 20.00 Uhr Wismar Music Night mit Marius Müller-Weitersagen

und Sebastian Hämer

23.00 Uhr Höhenfeuerwerk

Samstag

10.00 bis 17.00 Uhr historisches Feldlager mit Vorführungen der

militärhistorischen Einheiten

10.00 bis 14.00 Uhr Kinderschwedenfest im Fürstenhof

11.00 bis 16.00 Uhr Kubb-Turnier

in der Altwismarstraße

19.00 Uhr NDR Sommertour mit Sasha und Max Mutzke

Sonntag

9.45 bis 14.00 Uhr historisches Feldlager mit Vorführungen der militärhistorischen Einheiten

10.00 Uhr „Wismar läuft“ – 16. Schwedenlauf

11.30 Uhr historischer Umzug – „Schwedenweg“

13.00 Uhr Abschlusskonzert der Musikzüge

14.30 Uhr Clown I.O. und

Clown Erbse

16.15 Uhr Shantychor Blänke sowie die Bands Jazz’n Others und Smith

• Internet:

www.schwedenfest-wismar.de

ÜBRIGENS

Wussten Sie schon, dass . . .

. . . Schwedenkopf um 1800 ein alltägliches Wort war?

Es bezeichnete eine Frisur, die als Zeichen von Modernität und Aufgeklärtheit galt und den altmodischen Zopf ablöste. Zwei Herkulesbüsten mit barocker Malerei tragen in Wismar diesen Namen. Sie stehen am Baumhaus am Hafen. 1903 sind die Schwedenköpfe anlässlich der 100-JahrFeier der Rückgabe Wismars an Mecklenburg gestiftet worden. Sie sind ein Markenzeichen der Stadt.

Ann-Christin Schneider

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