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Schmieden wie vor 200 Jahren

Rostock Schmieden wie vor 200 Jahren

In der Bootswerft des Schifffahrtsmuseums Rostock probieren Besucher alte Handwerkstechniken aus

Rostock. Wolfgang Schwenn steht in der kleinen Schmiede seiner historischen Bootswerft neben dem Schifffahrtsmuseum im Rostocker Iga-Park. Er blickt auf die offene Feuerstelle. Dann zieht er am Seil, das am Blasebalg befestigt ist. Ein Luftstoß bläst gegen die Flammen, die sofort höher steigen. „So schüre ich das Feuer“, erklärt der 62-Jährige, während er ein weiteres Mal an der Schnur zieht.

 

OZ-Bild

Wolfgang Schwenn schmiedet eine Speerspitze.

Quelle: Katharina Ahlers

Kontakt & Infos

Adresse:

Schmarl Dorf 40

18106 Rostock

Kontakt:

☎ 03 81 / 12 83 13 64

Öffnungszeiten Bootswerft:

Mittwoch bis Sonntag

10.00 bis 17.00 Uhr

• Internet:

www.schifffahrtsmuseum-rostock.de

In der Bootswerft zeigt Schwenn Besuchern traditionelle Handwerkstechniken aus dem Bootsbau des 19. Jahrhunderts. Hier können sich Gäste neben der Schmiede außerdem eine Zimmermannswerkstatt ansehen.

„In der Schmiede wurden Schiffsbeschläge wie Ruderaufhängungen, Winkel und Bolzen angefertigt“, sagt Schwenn. Gäste können sich selbst betätigen. Nur so bekommen sie ein Gefühl für das Material.

Schwenn lacht. „Wenn Jungs hierherkommen, wollen sie sich oft ein eigenes Schwert schmieden“, sagt er. „Die können sich gar nicht vorstellen, wie anstrengend das ist. Ich zeige ihnen lieber etwas Einfaches.“

Ein weiteres Mal fügt er dem Feuer Luft zu. „Auf diese Weise wurde früher nicht nur in Schmieden, sondern auch in Kaminen privater Haushalte Feuer entfacht“, erklärt der Mann aus Kröpelin bei Bad Doberan und wischt sich Schweißtropfen von der Stirn. „Früher waren Lehrlinge dafür zuständig, das Feuer zu entfachen.“

Die Flammen haben eine Temperatur von 1000 Grad Celsius. „Vor 200 Jahren war der Beruf des Schmiedes gefährlicher als heute“, sagt Schwenn. Mit dem Beginn der Elektrizität sei vieles sicherer geworden. „Heutzutage kommt kaum noch jemand mit offenem Feuer in Berührung, vieles wird maschinell hergestellt“, erklärt der gelernte Seilermeister. Bevor er 2011 im Schifffahrtsmuseum und der dazugehörigen Bootswerft angefangen hat, kümmerte er sich in einem eigenen Betrieb um die Herrstellung von Seilen und Tauen.

Der Handwerker hält eine Eisenstange in die Glut. Das Grau verfärbt sich in ein leuchtendes Rot. Schwenn zieht sie zurück und legt sie auf den Amboss. Mit einem großen Hammer schlägt er auf das glühende Metall. „So lange es heiß ist, kann ich das Eisen auf diese Weise verformen“, erklärt er. „Aus dieser stumpfen Stange werde ich eine Speerspitze formen.“

Nach wenigen Hammerschlägen ist das Eisen wieder so weit abgekühlt, dass sie sich nicht weiter verbiegen lässt. „Ein Schmied muss sehr schnell sein“, sagt Schwenn. „Wer hier arbeitet, braucht starke Armmuskeln.“

Neben der Schmiede können sich Besucher der Bootswerft die „Reeperbahn“ ansehen. Das Wort „Reep“ bedeutet so viel wie Tau. Hier wurden damals Taue und Seile für die Seefahrt angefertigt.

Katharina Ahlers

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