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So eine Eselei in Klockenhagen

Klockenhagen So eine Eselei in Klockenhagen

Reiten, streicheln, Kutsche fahren: Das erleben Kinder auf dem Eselhof „I-Aaah“ mit den Grautieren

Klockenhagen. Weit trauen sich die drei neuesten Bewohner des Eselhofes „I-Aaah“ in Klockenhagen bei Ribnitz-Damgarten noch nicht von ihren Müttern weg. Obwohl Frieda, Fridolin und Franzi erst fünf Monate alt sind, sind sie schon fast so groß wie ihre erwachsenen Artgenossen. Neugierig beobachten die jungen Grautiere die Gäste, die um das Gatter herumstehen. Ihre langen Ohren sind aufgerichtet. „Wie süß die sind“, sagt die zweijährige Matilda aus Berlin, die für eine bessere Sicht auf die unterste Strebe des Zaunes geklettert ist.

Matilda liebt Esel, schon vor einem halben Jahr war sie mit ihren Eltern auf dem Hof in Klockenhagen. „Danach drängelte sie so sehr, dass wir nochmal herkommen mussten“, sagt Robina Haupt.

Gut 40 dieser Lastentiere leben auf dem Hof von Angela Heinze. Die Tierpflegerin hat sich vor sieben Jahren den Wunsch nach eigenen Eseln erfüllt. „Mein Mann schenkte mir zum Geburtstag vier der Tiere und einen Lehrgang zur Weiterbildung“, erzählt die 59-Jährige. Durch die Zucht der katalanischen Riesenesel, Hausesel und deutschen Zwergesel wuchs die Herde auf ihre heutige Größe an. Sie werden von der Betreiberin zu Reit- oder Kutscheseln ausgebildet. „Die ältesten Esel sind mehr als 20 Jahre alt“, sagt sie. „Wir haben schon die dritte Generation auf dem Hof.“

Matilda möchte unbedingt auf einem der Esel reiten. Dafür bekommt die weiße Eselstute Fanny ein Halfter um den Kopf gelegt. Vater Johannes Haupt hebt seine Tochter in den Sattel. „Hü!“, ruft das Mädchen euphorisch. Doch Fanny hat keine Lust. Das Lastentier bewegt sich nicht. „Esel haben ihren eigenen Kopf“, scherzt Mutter Robina Haupt. Doch nach etwas gutem Zureden geht es dann doch vorwärts und Fanny lässt sich problemlos auf der Wiese führen.

Dass Esel, wie im Volksmund behauptet, sture Tiere seien, kann Hofbetreiberin Angela Heinze nicht bestätigen. „Es sind intelligente, ruhige und friedliche Tiere. Sie wägen ihre Entscheidungen ab, bevor sie handeln“, sagt sie.

Neben den Grautieren bietet der Hof noch mehr. Auf einer Hüpf- und Heuburg toben sich Kinder aus. Außerdem lassen sich Kaninchen, Meerschweinchen, Schafe und Ziegen in einem kleinen Streichelzoo kraulen. In einer Voliere fliegen Wellensittiche und andere Vögel umher. Wachteln fühlen sich auf dem Boden des Geheges wohl. Im Freien gurren verschiedene Taubenarten. „Ich habe mir hier meinen eigenen Zoo geschaffen“, sagt Angela Heinze. Drei Stunden braucht sie am Morgen, um ihre Schützlinge mit Heu zu versorgen und um die Ställe auszumisten. Mehr Tiere sollen es vorerst nicht werden.

„Mein Mann hat mir das Stopp-Schild vorgehalten“, scherzt die Klockenhagenerin, die auch eine Tierpension betreibt.

Besonders beliebt sind die Kutschfahrten mit den größeren Eseln. Nach einer Einweisung fahren bis zu vier Besucher auf einer gekennzeichneten Strecke im Einspänner zwischen den Feldern hinter dem Eselhof herum.

Für Friedrich Brückmann ist das kein Problem. „Ich habe selbst eine Kutsche“, sagt der Rostocker, der mit Ehefrau Cornelia und Enkelin Elisabeth in einem lilafarbenen Gefährt Platz nimmt. Davor ist Esel Telse gespannt.

„Hier sind wir zum ersten Mal“, sagt Cornelia Brückmann. Ihre Enkelin Elisabeth sei total vernarrt in die pferdeähnlichen Tiere. „Esel sind viel besser als Pferde“, betont die Dreijährige. „Ihre Ohren sind lustiger.“ Im Schritt-Tempo rollen die drei auf der Kutsche vom Hof.

Währenddessen geht Daniel Bülow am Stall an seine Arbeit. Der Hufschmied kümmert sich um die Mani- und Pediküre der Tiere. „Ich entferne den Dreck von den Hufen und schneide das überschüssige Gewebe ab“, erklärt der Tessiner (Kreis Rostock). Alle drei Wochen schaut Bülow auf dem Eselhof vorbei, um die Hufe der Tiere zu pflegen. Auch auf anderen Höfen kümmert er sich um Esel. Einen Unterschied zur Pflege von Pferdehufen gibt es nicht.

„Tut das denn nicht weh?“, fragt Theodor aus Leipzig, der gespannt die Arbeit des Hufschmiedes verfolgt. Der Dreijährige hat so etwas noch nie beobachtet. „Nein“, beruhigt Bülow den Jungen. „Das ist wie bei uns das Fingernägelschneiden“, erklärt er und pfeilt die Hufe des Kutschesels Susanne. Danach kann die Stute wieder mit festem Tritt auf Tour gehen.

Ann-Christin Schneider

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