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Speisen wie einst die Ritter

Mellenthin Speisen wie einst die Ritter

Das Wasserschloss Mellenthin auf Usedom lädt jeden Dienstag zum mittelalterlichen Mahl und Gauklermusik

Mellenthin. Ein Dienstag. Mittelalterliche Laute schallen durch den Innenhof des Wasserschlosses Mellenthin auf Usedom. Tancredo und Lothar zupfen die Saiten ihrer Zither in dem 1575 erbauten Gemäuer. Passend im Takt lassen die beiden Musiker ihre Glöckchen, die an ihren Narrenschuhen befestigt sind, schellen. In schwarzen Leinenhemden und zweifarbigen Hosen begrüßen die beiden mit dem Schlossherren Jan Fidora die Gäste.

„Seid gegrüßt, edle Herren und edle Damen“, heißt Fidora die 250 Besucher willkommen, die an dem Rittermahl teilnehmen. Jeden Dienstag lädt Fidora zu dem Themenabend ein, bei dem rustikale Speisen, selbstgebrautes Bier sowie die historische Live-Musik die Gäste ins Mittelalter zurückversetzen sollen. Auch die Kellner sind stilecht an diesem Abend als Mägde oder Knechte verkleidet.

„Seit 13 Jahren veranstalten wir das Ritter-Buffet“, erklärt Fidora. „Zuerst war die Veranstaltung aus der Not heraus geboren, um unsere À-la-Carte-Küche zu entlasten, doch heute gehört der Abend zu einer festen Größe.“ Bis zu 400 Gäste begrüßt der 41-Jährige an einem solchen Abend.

Zwei Tage lang bereiten 16 Köche das Essen vor, damit das Buffet pünktlich dienstags um 18.00 Uhr eröffnet werden kann. Zigeunerrind, Schweinebraten und Haxe stehen neben Fisch, Ofenkartoffeln, Spätzle und diversen Gemüsesorten zur Auswahl. Ergänzt wird das Angebot durch eine Salatbar und verschiedenen Desserts, die im alten Gewölbe des Wasserschlosses präsentiert werden.

Ben Vorrath aus Hamburg ist einer der ersten, der sich einen Teller schnappt und ihn mit Salat füllt. Gurken, Tomaten und Rote Beete wählt der Junge und eilt damit zu seinem Platz auf der Terrasse.

„Darf ich eigentlich mit den Fingern essen?“, fragt er seine Eltern mit schelmischen Blick. Ohne eine Antwort abzuwarten, greift er dann doch zu Messer und Gabel. Das Fazit des Siebenjährigen nach den ersten Bissen: „Von mir gibt’s einen Daumen hoch.“

Auch Familie Hamann aus Rensberg schmeckt’s. „Wir haben alles querbeet probiert und es ist oberlecker“, sagt Angelika Hamann. Keinen Krümel hat die 60-Jährige auf ihrem Teller liegen gelassen.

Während einer kurzen Verschnaufpause genießt sie mit Tochter Lena und Ehemann Knut die Wärme der untergehenden Sonne im Innenhof des Schlosses. Mit dem im Schloss gebrauten Bier stoßen die drei an.

„Jetzt bin ich bereit für den zweiten Gang“, scherzt die Schleswig-Holsteinerin kurz darauf und macht sich auf den Weg zur Dessert-Theke.

Seit 2011 braut Schlossherr Fidora Bier. Mittlerweile stellt er im Jahr etwa 100000 Liter des Getränks her. Neben den Mellenthiner Hell und Dunkel, Weizen sowie Inselherb experimentiert der Braumeister mit ungewöhnlichen Zutaten. So wagt sich Fidora unter anderem an Kaffee- oder Sanddorn-Bier. Auch der Kaffee, das Wasser und die Limonaden werden auf dem Wasserschloss Mellenthin produziert. Demnächst soll auch eine eigene Destillerie entstehen und das Getränkeangebot noch um Schnäpse undLiköre erweitern.

„Ja trink noch ein Bier von hier!“, animieren die beiden Barden Tancredo und Lothar, die den gesamten Abend über von Wintergarten durch das Gewölbe bis zum Innenhof wandern, um die Gäste musikalisch zu unterhalten. Hinter den mittelalterlichen Gauklern verbergen sich die Musiker Tancred Schmidt und Lothar Merz, die auch mit Dudelsack, Drehleier und Mandriola den Themenabend begleiten.

„Wir spielen vor allem lustige Sauf-, Rauf- und Liebeslieder“, erklärt Schmidt. „Passend zum Schloss ist das meistens Renaissancemusik.“ Mit selbst geschriebenen Volksliedern wie „Wer torkelt da nach Haus geschwind“ wollen die beiden Musiker, die auch schon auf Mittelaltermärkten für Stimmung sorgten, die Gäste zum Schmunzeln bringen. Das gelingt ihnen auch. Beim Lied „Ja, der Sommer ist da“ singen die Besucher mit.

Dem Elan der beiden Barden kann sich der siebenjährige Benedict nicht widersetzen. Während der Hamburger isst, wippt sein Fuß im Takt der Musik mit. „Ich finde die Musik toll“, sagt Benedict. Er ist bereits zum fünften Mal mit seinen Eltern Lutz und Sandra Hirsch auf Schloss Mellenthin.

„Wir lieben es, auf Usedom zu sein“, sagt die 42-Jährige. „Seit wir zum ersten Mal hier zum Waffelessen waren, sind wir Fans des Hauses.“ Auch an anderen Themenabend, wie zum Beispiel dem Piratenspektakel, haben die drei schon mitgemacht. „Die Qualität des Essens und des Bieres ist toll, Kinder dürfen sich frei bewegen und es gibt viel Klamauk zur Unterhaltung“, schwärmt die Urlauberin.

Ann-Christin Schneider

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