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Spiel mit Wind und Wellen

Markgrafenheide Spiel mit Wind und Wellen

Das Strandresort Markgrafenheide bei Rostock bietet Windsurf-Kurse an / Anfänger beginnen mit Trockenübungen an Land

Markgrafenheide. Michael Scherer steht am Strand von Markgrafenheide bei Warnemünde und blickt aufs Wasser. Größere Wellen brechen am Ufer, es ist windig. „Das wird ein schweres Unterfangen“, meint der Windsurf-Lehrer. „Für Anfänger ist dieser Seegang eine Herausforderung.“

Malin Carstensen aus Rostock nickt. „Ich fürchte, ich werde oft ins Wasser fallen“, vermutet die Studentin, die vor ihrer ersten Surfstunde steht. „Aber ich kann ich es kaum erwarten, das Gleiten auf dem Wasser auszuprobieren.“ Mit ihren Freunden Jan Maier und Sören Peters hat die 23-Jährige einen zweitägigen Anfängerkurs beim Strandresort gebucht.

„Ich stand schon oft auf Wasserskiern und bin früher gern Wildwasser-Kajak gefahren“, erzählt Maier. „Nun bin ich gespannt, wie Windsurfen ist.“

Bevor es aufs Wasser geht, lernt das Trio mithilfe von Trockenübungen das Anfahren. Scherer legt das Surfbrett quer zum Wind. Das Segel, auch Rigg genannt, ist über einen Mast am Brett befestigt und liegt auf dem Boden. „Stellt eure Füße rechts und links neben den Mastfuß“, erklärt er und steigt auf das Board.

Mit einer Hand greift er nach der Aufholleine. „Lehnt euch leicht zurück und zieht mithilfe der Leine das Segel hoch.“ Kaum ist es im 90-Grad-Winkel zum Brett aufgestellt, greift Scherer mit der vorderen Hand an den Mast und geht in den Ausfallschritt. Dafür tritt er mit dem hinteren Fuß zurück und stellt ihn längs zum Brett. „Die hintere Hand kommt an den Gabelbaum und kann das Rigg bewegen“, sagt der 39-Jährige. „Eure Geschwindigkeit hängt davon ab, wie ihr es zum Wind dreht.“

Nach der Einweisung wird es ernst. Die Studenten ziehen ihre Surfbretter in die Ostsee, bis sie hüfthoch im Wasser stehen. Malin Carstensen stützt sich auf dem Brett ab und zieht sich hoch. Mit wackeligen Beinen stellt sie sich langsam auf. „Sehr schön“, lobt der Surflehrer. „Nun das Segel!“

Kaum hat die Rostockerin nach dem Seil gegriffen, wird das Brett von einer Welle erfasst. Im hohen Bogen landet die Anfängerin im Wasser. Scherer schwimmt hinter ihrer Ausrüstung her. „Das war für den Anfang schon sehr gut“, sagt er seiner Schülerin, nachdem sie wieder aufgetaucht ist. „Das versuchen wir gleich nochmal.“

Vor neun Jahren hat der gelernte Zimmermann mit dem Sport begonnen. 2008 und 2009 ging er schließlich als Wassersportlehrer in die Türkei, zwischen 2010 bis 2013 unterrichtete er auf Fuerteventura (Spanien). „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt der Güstrower, der seit 2014 in Markgrafenheide arbeitet. „Ich mag das Spiel mit Wind und Wellen und finde es beeindruckend, dass man ohne Motor mit Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h unterwegs sein kann.“

In den neunstündigen Anfängerkursen vermittelt Scherer seinen Schülern Grundlagen des Surfens. „Danach kann man sich einigermaßen auf dem Brett halten“, meint er. „Natürlich ist es wichtig, im Training zu bleiben.“

Nach einer Stunde haben sich die Warnemünder Studenten an die Wetterbedingungen gewöhnt. Malin Carstensen wartet einige Wellen ab und steigt erneut aufs Brett. Gekonnt zieht sie das Segel hoch, in das sich sofort der Wind verfängt. Die Frau treibt auf die Ostsee hinaus.

Auch ihre Freunde können sich einige Meter bewegen. „Jede Welle ist ein Duell“, sagt Sören Peters. „Bei jedem Brecher, der heranbraust, frage ich mich, ob ich das schaffe.“ Nach 15 Versuchen hat der 27-Jährige den Dreh raus.

Am Ende der Buhnenreihe wird er von Jan Maier überholt. „Hier draußen ist der Wellengang nicht so stark, da macht es mehr Spaß“, sagt der 31-Jährige. Er geht in die Hocke. Dann zieht das Schwert, das unter dem Brett befestigt ist und für Kippstabilität sorgt, ein. Eine Windböe drückt gegen das Rigg, Maier gerät ins Taumeln und fällt. „Ich wollte mal ausprobieren, ob ich es ohne Schwert schaffe“, erklärt der Rostocker.

Anschließend geht es für die Männer zurück zum Strand, wo ihre Kommilitonin bereits wartet. „Ich wollte nicht ganz so weit raus“, erklärt sie und lächelt zufrieden. „Ich war überrascht, als es endlich geklappt hat.“

Am zweiten Tag des Kurses lernen die Schüler unter anderem das Wenden. „Wenn wir Glück haben, ist das Meer morgen nicht ganz so unruhig“, sagt Scherer. „Wir steigen einfach aufs Brett und fahren los“, zeigt sich Maier optimistisch.

Katharina Ahlers

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