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Tennis-Spaß am Strand

Dierhagen Tennis-Spaß am Strand

Die erste deutsche Beach-Tennis-Liga startete im Ostseebad Dierhagen / Linn Timmermann und Lea Kenzler sichern sich den Titel

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„Nordlichter“: Michael und Stefan Schaldach, Frank Schröter, Jens Starck, Henry Brüngel und Christian Neubert (v. l.).

Quelle: Marco Schwarz

Dierhagen. Die Musik, die aus den Lautsprechern dröhnt, ist schon von Weitem zu hören. Am Strand von Dierhagen am Eingang zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst herrscht ausgelassene Stimmung. Linn Timmermann spielt den Ball mit der Rückhand über das Netz. Die Kugel landet im Sand. Spiel, Satz und Sieg für das „Team Atlanta“. Die Rostockerin und ihre Partnerin Lea Kenzler klatschen ab. Geschafft! Sie sind die ersten Landesmeisterinnen im Beach Tennis von Mecklenburg-Vorpommern. Karl-Heinz Kutz, Präsident des Landesverbandes (TMV), überreicht den Siegerpokal.

„Das ist zwar etwas ganz anderes als normales Tennis, aber es macht Spaß“, sagt die 22-jährige Timmermann, die für den Marienburger TC Köln in der Regionalliga aufschlägt. Auch die aus Parchim stammende Lea, 23, die in Rostock Germanistik und Bildungswissenschaften studiert, ist begeistert: „Für uns an der Küste ist es ein Supersport, weil man am Strand aktiv sein kann.“

Beach Tennis – eine Mischung aus Badminton, Beach Volleyball und Tennis – wird seit 2009 in Dierhagen gespielt. „Das Angebot wird von unseren Urlaubsgästen gern genutzt. Sie können bei uns auch Schläger ausleihen“, sagt Stephan Fellmann, Kurdirektor des Ostseebades. „Beach Tennis direkt an der Ostsee zu spielen ist die perfekte Mischung aus Urlaubsstimmung und sportlicher Betätigung“, schwärmt Fellmann, der auch gern selbst zum Schläger (Paddle) greift.

Die Auftaktveranstaltung zur deutschlandweit ersten Beach- Tennis-Liga entwickelt sich zu einer stürmischen Angelegenheit. Bei Windstärke 7 werden in den frühen Morgenstunden die Netzanlagen installiert. Als um kurz nach 10.00 Uhr die ersten Punktspiele beginnen, bläst den 14 Herren- und vier Damen-Teams ein kräftiger Wind ins Gesicht. „Das erste Match war schwierig, aber dann wurde es immer besser“, berichtet Linn Timmermann. Der Wind flacht ab, das Niveau steigt. Die Entscheidung fällt im Spiel gegen die „Baltic Mermaids“ (Alicia Witzmann und Ann-Elaine Teetzen) aus Bansin, das Timmermann und Kenzler mit 7:5 und 7:6 gewinnen.

Auch bei den Herren setzen sich die Favoriten durch. In der Gruppe A bleiben die „Lucky Loser“ aus Rostock (Thomas Marquardt und Jan Ramthun) in ihren vier Matches ebenso ungeschlagen wie in der anderen Staffel die „Beach Buddys Stralsund“ (Martin Domnick und Sebastian Pick) sowie die „Nordlichter“ (Frank Schröter und Jens Starck) vom TC Blau-Weiß Barth.

Während bei den Damen die finalen Partien gespielt sind, setzen die Herren ihre Punktspielrunde am 14. August in Boltenhagen fort. Zuvor findet morgen in Barth ein Freizeitturnier für jedermann statt. Ende Juli geht’s in Boltenhagen hoch her. „Diese Turniere sind auch für Einsteiger und Freizeitsportler geeignet“, erklärt TMV-Präsidiumsmitglied Thomas Oberwalder. Ziel sei es, „über Beach Tennis junge Leute für die Sportart zu begeistern“, fügt er hinzu. Auch für 2017 ist eine Liga-Runde geplant.

Linn Timmermann und Lea Kenzler haben ebenfalls Großes vor. Das Duo wird Ende Juli beim Weltranglistenturnier am Nordseestrand von Horumersiel (Niedersachsen) starten.

Weitere Infos unter

www.beachtennisforum.de

Anlage kostet 125 Euro

Beach Tennis hat seinen Ursprung in Italien. Gespielt wird auf einem normalen Beachvolleyball-Feld

(16 x 8 m) bei einer Netzhöhe von 1,70 Metern mit Beach-Tennis-Schlägern (Paddles) und drucklosen Tennisbällen – als Doppel oder Mixed-Doppel. Beach Tennis wird an der Rostocker Uni angeboten.

125 Euro kostet eine mobile Beach-Tennis-Anlage. Sie kann innerhalb von 15 Minuten aufgebaut werden.

Großes Tennis an der Küste

Da sage noch einer, im Nordosten komme alles Jahrzehnte später. Die Tennisspieler in Mecklenburg-Vorpommern können sich jedenfalls nun damit brüsten, dass sie die erste Beach-TennisLandesliga der Republik „zum Fliegen“ bringen. Da wird gehechtet, geschmettert, gefühlvoll der Ball gestreichelt. Ein Spaß für Spieler und Zuschauer. Auch allgemein erlebt das deutsche Tennis wieder gute Tage: Die Kielerin Angelique Kerber erreichte am Wochenende das Finale von Wimbledon, nachdem sie Anfang 2016 schon die Australian Open gewonnen hatte. Gründe genug für die OZ, dem weißen Sport nun ein kleines Spezial zu widmen.

Tennis ist in MV vergleichsweise noch Entwicklungssport. Mit 4092 von insgesamt 1,5 Millionen hat unser Land die wenigsten Vereinsmitglieder bundesweit. Schätzungsweise spielen hier aber 8000 Menschen regelmäßig Tennis. Trotz eher kleiner Zahlen – Tradition hat der Sport in der Region schon.

Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde in den Zentren der wichtigen Seebäder gespielt. Mit Friedrich Wilhelm Rahe hatte Rostock in dieser Phase gar einen Olympia-Teilnehmer und Davis-Cup-Spieler. Auch zu DDR-Zeiten wurde in einigen Hochburgen munter der Ball geklopft. Zinnowitz auf Usedom beispielsweise hatte sein Internationales Tennis-Turnier, zu dem die Größen des Ostblocks kamen, den letzten DDR-Meister im Tennis stellte 1989 Ahlbeck mit Jörg Krohn.

Vom deutschen „Boris-Becker- Boom“ Ende der 1980er profitierte der Nordosten wenig, da die DDR-Führung das Spiel nicht so mochte, und dennoch ist in „Tennis-MV“ einiges Bemerkenswertes entstanden.

Davon erzählen wir heute auf vier Seiten. Viel Spaß beim Lesen – und vielleicht auch mal beim Spielen!

DREI FRAGEN AN...

1 Sie waren als 17-Jährige die Nummer 38 der Juniorinnen- Weltrangliste im Tennis. Warum hat es mit einer Profikarriere nicht geklappt?

Ich konnte damals auch auf der WTA Tour erste Erfolge feiern. Nach nur fünf Monaten fand ich mich unter den Top 700 der Weltrangliste wieder, als mich eine langwierige Verletzung stoppte und ich fast zwei Jahre keinen Sport mehr ausüben konnte. Gerade, wo es für mich auf der Profi-Tour erst richtig losgehen sollte. Also habe ich mich schweren Herzens auf mein BWL- und Jurastudium konzentriert.

2 Wie sind Sie zum Beach Tennis gekommen? Nach der langen Verletzungspause wollte ich nicht auf Sport verzichten und habe neben meinem Studium in Österreich in der ersten Tennis-Bundesliga gespielt. Als ich mit einem Freund auf dem Kleinfeld trainierte, wollte er mir unbedingt einen neuen Trendsport zeigen. Beach Tennis hat mich vom ersten Moment an fasziniert. Eine Sportart, die von der Reaktion her Badminton ähnelt, von der Zählweise so wie Tennis gespielt wird und von der Athletik, Beinarbeit und Atmosphäre mit Beachvolleyball zu vergleichen ist. Während eines Auslandssemesters in Barcelona begann ich, regelmäßig zu spielen. 2012 habe ich Deutschland zum ersten Mal bei der Team-WM und -EM vertreten. Seit 2013 spiele ich auf der ITF Beach Tennis Tour und konnte vor allem 2014 einen wahnsinnigen Leistungssprung machen. Mitte September 2015 belegte ich erstmals Rang eins in der Weltrangliste.

3 Ihr erstes Turnier haben Sie im Ostseebad Dierhagen gespielt. Können Sie sich noch daran erinnern? Ja, sehr gut sogar. Das war 2009.

Wir haben das auf einem Plakat im Vorbeifahren gesehen und uns gedacht – warum eigentlich nicht. Es war ein tolles Turnier mit super Wetter und schöner Stimmung.

Stefan Ehlers

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