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Vergnügliche Geschichten am Sund

Vergnügliche Geschichten am Sund

Als Ratsherren, Mönche und feine Damen verkleidet, erzählen Schauspieler und Gästeführer Kurioses aus der Stralsunder Historie

Wie kam die Nudel nach Stralsund? Und welcher Bürgermeister ritt über einen roten Teppich von seinem Haus bis zum Rathaus? Das sind nur zwei der ungewöhnlichen Fragen, auf die Gäste bei den Stralsunder Stadtschauspielen eine Antwort erhalten.

„Was Sie heute erleben, hat sich alles so oder so ähnlich zugetragen“, leitet Mönch Henning Budde den Stadtrundgang ein. „Alle vorgestellten Personen gab es wirklich und die Geschichten haben einen wahren Kern“, sagt der Franziskanermönch.

Tatsächlich heißt er Harald König und ist ausgebildeter Gästeführer. Zu den vier Stadtschauspielern gehören außerdem Anke John-Wittkowski, Thilo Klang und Angrit Schmidt. Seit drei Jahren unterhalten und informieren sie ihre Gäste. „Wie die Nudel nach Stralsund kam“ heißt eine der Touren.

Los geht es auf dem Alten Markt. „Gegenüber vom Rathaus hat Bürgermeister Bertram Wulflam (geboren Anfang des 14. Jahrhunderts, gestorben 1394) gewohnt. Er besaß viel Macht und soll die Stadtkasse in seinem Haus verwaltet haben“, sagt König. Wulflam gehörte einer reichen Patrizierfamilie an, die mit Tuchen und Stoffen handelte.

Der Stralsunder bekleidete knapp 30 Jahre lang das Amt des Bürgermeisters und prägte die Hansestadt. Wulflam soll über einen roten Teppich von seinem Haus zum Rathaus geritten sein. „Sein Verhalten und der Reichtum machten Bürger misstrauisch“, sagt Budde.

Beim ersten Schauspiel hinter der St.-Nikolai-Kirche wird das deutlich. Es ist ein Gespräch zwischen einem edlen Ratsherrn und der Frau des Stadtschreibers. Der Ratsherr will einen Finanzausschuss gründen und Bürgermeister Wulflam zur Rechenschaft ziehen. Sie aber erpresst ihn und droht, die Pläne zu verraten. Es sei denn, er hilft ihr, Nudeln aus Italien nach Stralsund zu importieren. Dazu benötigt die Frau Geld.

Die Gäste dürfen entscheiden, wie viel sie verlangen soll. Am Ende sind es 200 Lübsche Mark. Nach dem Schauspiel leitet der Mönch die Besucher vorbei am Gewandhaus, über den Markt bis zum Sankt Johanniskloster. Dort erfahren sie, warum es in den Gassen Stralsunds lange finster war.

Als der schwedische Generalgouverneur nach einem Kneipenbesuch in den Mist fiel, platzte ihm der Kragen. Und er befahl, dass jedermann nach Sonnenuntergang eine Laterne bei sich tragen sollte.

Die Stadt stand von 1628 bis 1815 unter schwedischem Einfluss. „Durchlaucht Fürst von Hessenstein befahl, es werde Licht, doch das geschah gerade nicht“, reimt Thilo Klang im zweiten Schauspiel.

Die Bürger wollten sich nicht beugen. „Die Sundischen erlaubten sich einen Spaß und stellten keine Kerzen in die Laternen“, sagt Mönch Budde. Es folgte ein zweiter Befehl. Die Bürger stellten also Kerzen hinein. „Aber es stand nicht geschrieben, dass die entzündet werden müssen“, erklärt der Mönch und lacht. Erst 1857, fast 50 Jahre nachdem von Hessenstein gestorben war, wurden 325

Gaslaternen in der Stadt aufgestellt.

Stadtgeschichte, Anekdoten und Kurioses – die Mischung kommt bei den Gästen an. „Bei uns gibt es auch kombinierte Stadtführungen“, sagt Uta Teschendorf aus Paderborn (Nordrhein-Westfalen). Die 51-Jährige ist wie Cathrin Müller aus Wittichenau (Sachsen)vom Stralsunder Konzept überzeugt: „Es ist informativ und kurzweilig.“

Manuela Wilk

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