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Von Gaffelketsch bis Pommersche Jagt

Greifswald Von Gaffelketsch bis Pommersche Jagt

Im Greifswalder Museumshafen liegen 55 alte Schiffe – der Verein bietet Rundgänge an

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Im Greifswalder Museumshafen haben viele historische Schiffe festgemacht.

Quelle: Manuela Wilk

Greifswald. Wo sich Tjalken, Schoner und Yachten treffen, schlägt das Herz der Bootsfreunde höher. Bei einer Tour durch den Museumshafen Greifswald tauchen Gäste in die Welt der Schifffahrt von vor 100 Jahren ein.

Kontakt & Infos

Adresse:

Fangenturm / Hafenstraße 31

17489 Greifswald

Kontakt:

☎ 03834 / 512444

Führungen:

Erster Donnerstag im Monat, 15.00 Uhr, Spende 2,50 Euro

• Internet:

www.museumshafen-greifswald.de

Einmal im Monat bietet der Verein des Museumshafens Führungen entlang des Rycks an. Die lackierten Holzrümpfe glänzen in der Sonne, als Mathias Wieder seinen Rundgang beginnt. Er ist Mitglied des Museumswerft-Vereins.

Die Besucher haben sich am 1270 erbauten Fangenturm versammelt. Das 13 Meter hohe Bauwerk diente bis zum 15./16. Jahrhundert als Gefängnis. Später wurde Pulver darin gelagert. Heute ist dort das Büro des Hafensmeisters.

Der Greifswalder Hafen hatte als Versorgungsstation für die Stadt und das Umland eine wichtige Funktion. „Er diente als Umschlagplatz. Und dort drüben soll es kleine Schuppen gegeben haben, in denen mehr als 100 Schiffzimmerer arbeiteten“, sagt Wiedmer. Er deutet auf die gegenüberliegende Seite des Flusses.

Vor den Gästen liegt die 100 Jahre alte „Christian Müther“, eine Tjalk. „Das Schiff hat nur einen Mast“, sagt der 38-Jährige. Es handelt sich wie bei der „Alfred“ und der „Rival“ um ein holländisches Plattbodenschiff. „Sie zeichnen sich durch einen flachen Rumpf und wenig Tiefgang aus.“

Damit die Schiffe bei Wind nicht umkippten, wurden Seitenschwerter angebaut. „Damals sind alle unter Segel gefahren. Aber bei einem Meter oder weniger an Tiefgang, hatten sie Probleme auf der stürmischen See“, erklärt der Greifswalder. Die Arbeitsschiffe transportierten beispielsweise Fisch.

Wiedmer kann zu jedem Schiff eine Geschichte erzählen. „Die ,Atlantik’ ist eine Gaffelketsch und wurde als Fischkutter eingesetzt“, sagt er, als seine Gäste vor dem 1934 gebauten Zweimaster stehen.

Die Gaffelsegel sind viereckig und werden von einem Rundholz, dem Gaffel, in Position gehalten. „Übrigens können Sie den Unterschied zwischen einer Ketsch und einem Schoner ganz einfach erkennen“, sagt der Experte, während er die Gäste weiter durch den Hafen leitet. „Bei einer Ketsch ist der vordere Mast länger, bei einem Schoner ist es der hintere Mast.“

An der „Hoffnung“ macht die Truppe halt. „Das Schiff wurde ,Bierkutscher’ genannt, weil es Bier von Stralsund zur Insel Hiddensee brachte. Es ist wendig und segelt sehr schnell.“ Die „Hoffnung“ ist eine Pommerschen Jagt – das letzte erhaltene Schiff dieses Typs.

„Ich finde es interessant, zu erfahren, woher die Boote stammen. Wenn man selbst gesegelt ist, sieht man die Schiffe ja mit ganz anderen Augen“, sagt Renate Diehl aus Bonn (Nordrhein-Westfalen). Die Gäste erhalten einen Einblick in die Arbeit der Bootsbauer: Holzlager, Werkstatt und Slipanlage der Werft werden vorgestellt.

Die alten Gefährten brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege. „Ein Schiff zu unterhalten oder zu restaurieren, macht sehr viel Arbeit.“ In der Museumswerft können die Schiffseigner an ihren Schätzen werkeln. „Wir helfen uns gegenseitig dabei“, sagt Wiedmer. Selbst den kompletten Kiel auszutauschen sei möglich.

Manuela Wilk

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